{"id":15641,"date":"2022-10-02T18:23:16","date_gmt":"2022-10-02T16:23:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.beveswelt.de\/?p=15641"},"modified":"2022-10-02T20:04:25","modified_gmt":"2022-10-02T18:04:25","slug":"korfu-verboten-stress","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.beveswelt.de\/?p=15641","title":{"rendered":"Korfu. Verboten Stress!"},"content":{"rendered":"<p>Es waren anstrengende Wochen diesen Sommer, die Arbeit am <a href=\"https:\/\/www.werkstatt-verlag.de\/buecher\/dein-verein-eintracht-frankfurt\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Eintracht-Buch<\/a>, welches ich f\u00fcr den Werkstatt Verlag machen durfte, hat mich neben anderen Dingen extrem besch\u00e4ftigt &#8211; und mich ob der K\u00fcrze der Zeit durchaus an Grenzen gebracht. Entspannung brachten nur die paar Tage in <a href=\"https:\/\/www.beveswelt.de\/?p=15540\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Helsinki<\/a> w\u00e4hrend der Trip nach <a href=\"https:\/\/www.beveswelt.de\/?p=15588\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Marseille<\/a> jetzt nicht gerade Urlaub war &#8211; und genau dies schien mir f\u00fcr mein mentales und physisches Wohlbefinden dringend geraten. Urlaub. Erholung. Ruhe.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Doch wohin? Asien war f\u00fcr 14 Tage zu weit, die Unterk\u00fcnfte in Portugal so teuer wie guter Rat, zumal ich diesmal keine Lust auf Abenteuer und Eventualit\u00e4ten hatte, sondern schlicht meine Ruhe haben wollte. Da wir vor vier Jahren schon einmal auf Korfu eine gute Zeit verbrachten und unsere Umgebung im S\u00fcden der Insel genau unseren Anforderungen entsprach (Ruhe, Natur, Meer, wenige Menschen), buchten wir kurzentschlossen 13 Tage in der alten Unterkunft samt Flug &#8211; f\u00fcr einen Preis, der dich auch mit dem Tagesflieger der Eintracht f\u00fcr 24 Stunden zu einem europ\u00e4ischen Ausw\u00e4rtsspiel bringt. Doch so richtig freuen konnte ich mich vorerst noch nicht auf die Reise, ich war einfach zu gestresst, au\u00dferdem stand noch das Problem mit dem Mietwagen im Raum. Diese sind zur Zeit vor Ort ziemlich teuer &#8211; ergo verschoben wir die Entscheidung bis zum letzten Moment. Im Flugpreis war zwar der Shuttle vom Airport zur Unterkunft und retour mit drin, doch unser Appartement liegt ziemlich abgelegen. Den einen Kilometer bis zur n\u00e4chsten kleinen Ortschaft w\u00fcrden wir zu Fu\u00df ebenso schaffen, wie den zwanzigmin\u00fctigen Weg durch Olivenhaine zum sich \u00fcber 2000 Meter hinziehenden und nahezu menschenleeren Sandstrand, hinter dem die H\u00fcgel der gr\u00fcnen Insel in die H\u00f6he wachsen. Doch ein bisschen Unterwegssein w\u00e4re schon sch\u00f6n, zumal der hiesige Bus uns im einige Kilometer entfernten Perivoli ausspucken w\u00fcrde. Eigentlich brauchst du mindestens einen 125 ccm Roller oder ein kleines Auto &#8211; und da die Tendenz auch Regen versprach, neigten wir zur Anmietung eines Autos.<\/p>\n<p>Am Tag vor dem Abflug checkte ich noch einmal die Angebote &#8211; und fand tats\u00e4chlich eines, das trotz guter Versicherung gute 200 Euro g\u00fcnstiger lag, als der Durchschnitt &#8211; und im Buchungsprozess nochmal 20 Euro Rabatt bot. Also buchte ich den Wagen f\u00fcr fast die gesamte Reisedauer, nur f\u00fcr die R\u00fcckgabe w\u00e4hlte ich den Tag vor dem Abflug: da unser Flieger um kurz vor halb zehn abheben sollte, schien mir die Abgabe in aller Herrgottsfr\u00fche eingedenk der 60 Minuten Fahrt nach Korfu-Stadt und den derzeitigen chaotischen Zust\u00e4nden rund um die Fliegerei doch zu heikel. Da man ja auch immer mal liest, dass es bei nicht rechtzeitiger Abholung zu Problemen kommen kann, w\u00e4hlte ich die Abholzeit weise anderthalb Stunden nach geplanter Ankunft &#8211; ein Shuttle sollte uns vom Airport zum Auto bringen. Kaum hatte ich die Buchung abgeschickt, stellte ich fest, dass ich in meiner Mailadresse einen Buchstaben vergessen hatte &#8211; und folglich keine Best\u00e4tigung samt Unterlagen erhalten konnte. Ein Anruf vor Ort brachte ein &#8222;Don&#8217;t worry&#8220;, aber keine Unterlagen. Meine Nerven lagen blank. Gott sei Dank behielt Pia die ihrigen &#8211; und \u00fcbernahm meinen eigentlichen Part der Zuversicht.<\/p>\n<p>Nachts um halb drei brachte uns Nick, Pias J\u00fcngster zum Flughafen, zwei Stunden vor Abflug trudelten wir ein. In Halle B trafen wir auf eine endlose Menschenschlange, doch der Condor-Schalter lag in Halle C . Kaum wollten wir nach vorne marschieren, stellten wir fest, dass alle in Halle B das gleiche Ziel hatten. Den Condor-Counter in C. Ach du Schei\u00dfe. Wir stellten uns an und wussten jetzt schon, das kann nicht gut gehen. Zeitweilig fertigte eine einzige Mitarbeiterin die Leute ab. Hunderte warteten darauf. Die Dame am Condor-Informations-Stand hielt sich f\u00fcr nicht zust\u00e4ndig &#8211; weitere Infos gab es nicht. Und alle Wartenden sollten zu unterschiedlichen Zielen mehr oder weniger zur gleichen Zeit abheben &#8211; solche Zust\u00e4nde hatten wir noch nicht einmal beim Fu\u00dfball erlebt &#8211; und das will was hei\u00dfen.<\/p>\n<p>Durch gl\u00fcckliche F\u00fcgungen konnten wir zweimal unsere Ausgangsposition verbessern, doch es blieb vorerst dabei: Massen vor uns und mittlerweile auch Massen hinter uns, wir schoben uns Zentimeter f\u00fcr Zentimeter vor, \u00fcbten uns in Galgenhumor, sahen vor dem geistigen Auge unseren Mietwagen fr\u00f6hlich mit einem gl\u00fccklichen P\u00e4rchen aber ohne uns \u00fcber die Insel sausen und uns abends in der Gartenwirtschaft in Frankfurt-Bornheim. Als wir knappe zwei Stunden sp\u00e4ter in Sichtweite des Schalters kamen, sprach eine wartende Passagierin die schlauen Worte: <em>&#8222;Naja, solange wir das Gep\u00e4ck aufgeben k\u00f6nnen, ist der Flieger noch da.&#8220;<\/em> Wir gaben unser Gep\u00e4ck auf. Genau zu der Zeit, als der Flieger eigentlich abheben sollte. Die Sicherheitskontrolle und das Boarding ging ebenso flott, wie der Transfer zum Flugzeug. Dann hie\u00df es wieder warten &#8211; wir waren beileibe nicht die letzten. Der Pilot hielt eine launige Ansprache, dass noch 22 Passagiere fehlen w\u00fcrde, doch auch diese kamen eines Tages und mit 100-min\u00fctiger Versp\u00e4tung hoben wir endlich ab. Korfu, wir kommen. Und wir landeten tats\u00e4chlich eine Viertelstunde vor der vereinbarten Mietwagenabholung.<\/p>\n<p>Am Flughafen in Korfu wartete tats\u00e4chlich unser Shuttle zur Abholstation, mit zwei Schw\u00e4binnen wurden wir zum nur wenige Hundert Meter entfernten wenig pittoresken Parkplatz kutschiert, erledigten die Formalit\u00e4ten, fotografierten den Wagen samt Kilometer- und Tachostand. 65.000 gefahrene Kilometer wies dieser aus, die alle mit den gleichen Reifen absolviert wurden und eine neue Kupplung verdient h\u00e4tte&nbsp; &#8211; ein wei\u00dfer Nissan Micra, der seltsame Ger\u00e4usche von sich gab, als wir losrollten &#8211; aber ansonsten manierlich schnurrte. Kurz qu\u00e4lten wir uns bei Sonnenschein durch Korfu-Stadt, dann ging es mit offenem Fenster auf die K\u00fcstenstra\u00dfe Richtung S\u00fcden. Unser Ziel lag 35 Kilometer und eine gute Fahrstunde entfernt an der Westk\u00fcste. Wir sausten durch Benitses, einem Urlaubsort an der K\u00fcste, neben der Stra\u00dfe die Hotels und Souvenirbuden, hinter der Stra\u00dfe der schmale Strand. Urlauber warteten an der Bushaltestelle oder schlurften in Flipflops die vielbefahrene Hauptstra\u00dfe entlang. Das Meer lachte uns an, im Himmel schwebten die n\u00e4chsten Flieger ein. Zwischen Moraitika und Mesongi verlie\u00dfen wir die Ostk\u00fcste und tuckerten durch kleine Ortschaften, bis wir unseren Weiler erreichten. \u00c4ltere Korfioten sa\u00dfen vor dem Caf\u00e9 und beschwatzten den Tag, wenige Meter dahinter hielten wir an, besorgten uns im liebevoll eingerichteten Minimarkt, der seinen Namen auch wirklich verdient, Honig und Joghurt, Wasser und Antistechm\u00fccken-Spiralen, tranken eine eiskalte Cola und rollten anschlie\u00dfend Richtung Strand. Auf halben Weg lag unsere Unterkunft, ein Haus mit vielen Balkonen, sieben Zimmern inmitten eines Gr\u00fcns &#8211; trotz der Tatsache, dass es ein halbes Jahr so gut wie nicht geregnet hatte. Vassilis begr\u00fc\u00dfte uns herzlich, erkannte uns aber wie Georgia nicht wirklich wieder, und f\u00fchrte uns ins obere Stockwerk. Diesmal hatten wir sogar ein Appartement mit zwei R\u00e4umen und Balkonen. Einen an der Stra\u00dfe mit Blick \u00fcber die Stra\u00dfe in waldiges Gr\u00fcn, der andere mit Gartenblick, dort, wo sich die Katzen tummeln. Das Motto des Hauses teilte uns Vassilis wie schon beim letzten Mal grinsend mit: Hier verboten Stress. Verboten Problem. So soll es sein. Wir luden unser Gep\u00e4ck aus und stellten den Micra auf den kleinen Parkplatz auf die andere Stra\u00dfenseite, bewacht von Olivenb\u00e4umen, die in der Sonne silbrig gl\u00e4nzten. Anschlie\u00dfend verstauten wir unsere Habseligkeiten, br\u00fchten einen Tee auf, setzten uns rauchend auf den Balkon und lie\u00dfen den Blick in die gr\u00fcnen H\u00fcgel der Insel rund um uns schweifen. In der Ferne bellte ein Hund.<\/p>\n<p>Friedlich und warm der Empfang, die Sonne lachte \u00fcber uns, brannte aber nicht den Pelz weg. Wir warfen den Micra an und fuhren los, bogen nach ein paar Metern links ab und holperten durch einen Olivenhain an kleinen Appartementh\u00e4uschen vorbei Richtung Strand. Die Sonne zeigte auf fr\u00fchen Nachmittag, das Ionische Meer wellte sacht vor sich hin. Wir parkten den Micra an der letzten Ausbuchtung vor den sandigen Felsen, und spazierten mit den F\u00fc\u00dfen im Wasser durch die anrollenden Wellchen bis hinter zum Secret Paradise Beach. Drei Sonnenschirmchen steckten im Sand und spendeten Schatten, der ob der wehenden Brise nicht von N\u00f6ten war. Wir breiteten unsere Sarongs aus, beschwerten sie an den Ecken mit flachen Steinen. Alsbald trieb ich im Meer und blickte auf die steil nach oben ragende K\u00fcste. Kaum zu glauben, dass ich keine 24 Stunden zuvor fast an der Mietwagenbuchung verzweifelt war. Sp\u00e4ter gl\u00e4nzte ein k\u00fchles Glas Wei\u00dfwein in die Sonne. Wir sa\u00dfen in der kleinen Bar, zu der ein sandiger Weg versetzt mit Steinchen nach oben f\u00fchrte, das Gel\u00e4nder aus Treibholz gefertigt und schauten aufs weite Meer.<\/p>\n<p>So gingen die Tage dahin, das Abschalten fiel mir nicht ganz so leicht wie sonst, wohl auch, da ich noch letzte Arbeiten am Eintracht-Buch vornehmen musste, das dieser Tage in Druck ging. Flo und Pia unterst\u00fctzten mich dankenswerter Weise nach Kr\u00e4ften. Immerhin hatte ich es geschafft, nach drei\u00dfig Jahren endlich Jose Samaragos <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hoffnung_im_Alentejo\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Hoffnung im Alentejo<\/a> in Angriff zu nehmen, ein Werk, an dem ich bislang immer gescheitert bin; an der generations\u00fcbergreifenden Geschichte einer bettelarmen portugiesischen Landarbeiter- und Tagel\u00f6hnerfamilie vor der Nelkenrevolution. Die Schilderung der harten Lebensbedingungen im Hinterland der Algarve, die Anklage gegen die Landbesitzer, die Ausbeutung der Menschen, die Niederschlagung zaghaften Aufbegehrens ist schon harter Stoff, doch lohnenswert, so du dich durch die Passagen mit nur wenigen Abs\u00e4tzen gek\u00e4mpft hast und den Spott als solchen erkennst.<\/p>\n<p>Tags\u00fcber rollten wir mit dem Micra durch den S\u00fcden Korfus, stellten die Kiste irgendwo ab und spazierten durch Lefkimmi nahe der K\u00fcste oder nach Chlomos oben in den Bergen, tranken Kaffee und blickten aufs Meer. Falls ihr mal in der N\u00e4he seid: Lasst Kavos links liegen, der einzige Ort, der an einen Rummelplatz mit Disco und Quadverleih erinnert. Seht lieber zu, dass ihr einen leicht schwei\u00dftreibenden Spaziergang zur verfallenen Klosterruine Panagia macht und euch dann zum Strand Arkoudilas durchschlagt. Abends sa\u00dfen wir meist bei Moussaka und Souvlaki in der Taverne Julia mit zauberhaftem Blick auf das Lichtspiel des Sonnenuntergangs und beendeten die Tage auf dem Balkon, untermalt von <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=KjN0BoDO_Sw\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ana Moura<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=kyE9Mtul9fQ\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Black Swan Lane<\/a> , Cesaria Evora oder The War On Drugs. Noch in der ersten Woche spazierten wir am recht einsamen Strand entlang als es pl\u00f6tzlich &#8222;Beve&#8220; rief. Ich drehte mich um &#8211; und traf auf Manuel, den ich seit 20 Jahren lose von der Eintracht her kannte. Er war auch in Marseille und urlaubte hier mit seiner Frau Julia, die mir auch nicht g\u00e4nzlich unbekannt war, immerhin sind wir f\u00fcr den gleichen Verein t\u00e4tig &#8211; und beide hatten ein Appartement im gleichen Haus wie wir. Du kannst machen, was du willst, der Eintracht entkommst du nicht. Wir verbrachten sch\u00f6ne Stunden zusammen, spazierten von der Bar in den Felsen hinein in den Sunset und a\u00dfen in zuweilen in der Taverne Julia zu Abend, deren freundliche Bedienung gar nicht Julia, sondern Stella hei\u00dft und den Schalk im Nacken hat. In der Ferne funkelten die Nachtlichter der Insel Paxos.<\/p>\n<p>Als Manuel und Julia (dessen Frau und nicht die Taverne) abreisten, trauerte das Wetter und es regnete. Doch nicht wirklich tragisch und nicht lange, wir fuhren in das Naturschutzgebiet zum Lake Korrision, und die wei\u00dfen Punkte im See waren keine Bojen, sondern &#8230; Flamingos. Pia konnte ihr Gl\u00fcck kaum fassen. Am Kanal weiter hinten, der den See mit dem Meer verbindet, hat ein Jemand einen Sessel auf die Felsen gebunden. Ein sch\u00f6ner Platz zum Verweilen. Hie und da stand ein Wohnmobil in den D\u00fcnen, das geh\u00f6rt da eigentlich gar nicht hin. Auf dem Parkplatz am Rand musst du dein Auto inmitten all der wei\u00dfen Mietwagen suchen. Alle Mietautos auf der Insel sind wei\u00df und klein, das macht die Sache trotz der Nebensaison nicht einfacher, doch wir hatten Gl\u00fcck und entdeckten immer das richtige Auto . Hinten bei Prasoudi oder Paramonias hat es sch\u00f6ne Wellen, allein die Taverne Sunset ist weniger zu empfehlen. Zumindest die Fischsuppe. Die war ein Elend. Fischsuppe ohne Fisch ist l\u00e4nder\u00fcbergreifend eher selten, solltest du so etwas suchen, hier wirst du f\u00fcndig.<\/p>\n<p>An der Ostk\u00fcste, die an manchen Stellen nur einen Katzensprung von der Westk\u00fcste entfernt liegt, ist das Wasser seichter &#8211; daf\u00fcr kannst du nach Albanien oder aufs griechische Festland schauen und prima gegrillte Garides oder Nudeln mit Meeresfr\u00fcchten essen oder an der kleinen K\u00fcstenstra\u00dfe direkt am Meer von Bouraki bis nach Petriki und weiterfahren. H\u00f6lzerne Stege f\u00fchren ins Meer, die Fischerboote k\u00f6nnen dort festmachen und treiben an manchen Stellen wie von leichter Hand gemalt im Wasser. Der Duft von gegrilltem Fisch zieht \u00fcbers Land, die Griechen sind freundlich und die Pauschaltouristen seltsam angezogen. Manchmal siehst du Menschen und wei\u00dft, wie sie hei\u00dfen. Das spricht nicht f\u00fcr sie.<\/p>\n<p>Und dann bin ich doch angekommen, im Hier und Jetzt, plauderte mit Vassilis und Georgia in einer kruden Mischung aus deutsch, englisch und griechisch. Wir tranken Wein auf dem Balkon, spazierten durch das Olivenhainchen ans Meer und trieben auf der Stra\u00dfe wieder zur\u00fcck. Wir a\u00dfen eine fabelhafte Pizza im Ort und fotografierten niedliche zerzauste Katzen. Als wir am vorletzten Abend wieder in der Taverne Julia aufschlagen wollten, war der Bruder Stellas gerade dabei, sie zu verschlie\u00dfen, so dass wir nebenan Essen gingen, Berge von Bifteki verschlangen und am letzten Tag Mittags unsere liebgewonnene Taverne aufsuchten (in der wir \u00fcbrigens vor vier Jahren das Spiel gegen Marseille schauten) und erfuhren, dass die Kids wieder in die Schule mussten &#8211; und die Saison langsam zu Ende ging. Wir versprachen hoch und heilig, im n\u00e4chsten Jahr wiederzukommen, bekamen einen Ouzo in die H\u00e4nde gedr\u00fcckt und verabschiedeten uns mit einem Tr\u00e4nchen im Auge. Mittlerweile hatten wir uns f\u00fcr die morgige Nacht eine Unterkunft nahe des Airports in Korfu-Stadt gebucht, so dass wir den Mietwagen in aller Ruhe abgeben und durch die Stadt schlendern k\u00f6nnen, ohne noch einmal ohne eigenes Auto in den S\u00fcden zur\u00fcck zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Und so kam es auch. Am n\u00e4chsten Morgen packten wir unsere Siebensachen zusammen, warfen diese in den Micra, verabschiedeten uns auch von Vassilis und Georgia herzlich und bekamen sinngem\u00e4\u00df zu h\u00f6ren. <em>&#8222;Beim ersten Mal kommt ihr als Touristen, beim zweiten Mal als Freunde und ab dem dritten Mal als Familie.&#8220;<\/em> Ich glaube, wir werden uns M\u00fche geben, zur Familie zu geh\u00f6ren.<\/p>\n<p>Ein letzter Blick, ein letzter Gru\u00df und schon setzten wir uns wieder in Bewegung, stoppten kurz am Minimarkt, besorgten noch ein Glas Honig und winkten den alten Griechen beim Caf\u00e9 ehe wir auf die Landstra\u00dfe rollten und die Zeit hinter uns lie\u00dfen. Der gleiche Weg, der uns hierher gebracht hatte, f\u00fchrte uns auch wieder zur\u00fcck. Die Abgabe des Micras erwies sich als v\u00f6llig unkompliziert, der Mitarbeiter lief einmal ums Auto und empfand Papierkram als unn\u00f6tig, was uns zupass kam &#8211; und brachte uns noch in die nah gelegene Unterkunft unweit der Hauptstra\u00dfe, des Stadions und auch des Flughafens. Das neugebaute Haus wirkte von au\u00dfen eher seltsam deplatziert inmitten der Mietwagenverleiher und Baustellen, hatte aber innen alles, was man am letzten Urlaubstag braucht. Ein Bett, Aschenbecher und einen Wasserkocher nebst Dusche. Sogar eine K\u00fcchenzeile.<\/p>\n<p>Wir warfen unseren Krempel aufs Bett und zogen am Busterminal vorbei zu Fu\u00df in die Altstadt. Unmengen von Autos dr\u00e4ngten in die Stadt, im Hochsommer scheint es ratsam, weit au\u00dferhalb zu parken &#8211; und jetzt auch. Wir spazierten \u00fcber einen kleinen Markt, frische Fische lockten zum Kauf und trieben durch die engen Gassen. Ein Denkmal erinnert an <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Kostas_Georgakis\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><span class=\"mw-page-title-main\">Kostas Georgakis, <\/span><\/a><span class=\"mw-page-title-main\">ein geb\u00fcrtiger Korfiote, der sich als Student in Genua 1970 aus Protest gegen die m\u00f6rderische Diktatur von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Georgios_Papadopoulos\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Georgios Papadopoulos<\/a> in Brand setzte und verstarb. Weiter unten<\/span> reiht sich Souvenirl\u00e4dchen an Souvenirl\u00e4dchen, Geschnitztes aus Olivenholz, Ledersandalen, Kumquats-Lik\u00f6r, Klamotten und Silberschmuck im Angebot, kaum bliebest du irgendwo stehen, trat meist eine junge Frau vor und betete ihren Text ebenso freundlich wie routiniert herunter und dort, wo niemand hervortrat kauften wir Ohringe, ein Kleid und ein Hemd. Mal blickten wir auf den alten Hafen dann wieder auf die alte Festung, hingen an einem Str\u00e4ndchen die F\u00fc\u00dfe ins Wasser und betrachteten die Boote, die vor uns in den Wellen schaukelten. Der Trubel hielt sich in Grenzen, Juli\/August aber ist hier die H\u00f6lle los. In einer Seitenstra\u00dfe g\u00f6nnten wir uns ein letztes Mahl, Roller knatterten an uns vorbei, dann ein letzter Blick aufs Meer, als wir am Ufer vorbei am pomp\u00f6sen Hotel Corfu Palace vorbei defilierten und uns in der anbrechenden Dunkelheit auf den Weg in die Unterkunft machten, der uns direkt am \u00f6rtlichen Stadion vorbei f\u00fchrte. Unmittelbar dahinter erw\u00e4chst der Flughafen, wahrscheinlich ist so mancher Ball schon auf der Landebahn gelandet.<\/p>\n<p>Wir g\u00f6nnten uns noch ein Bierchen auf dem Balkon, startende Flieger dr\u00f6hnten \u00fcber uns hinweg, dann sortierten wir final unseren Krempel, duschten und legten uns zur Ruhe, bzw dessen, was man angesichts der Flieger darunter versteht. Aber irgendwann schlummerten wir dann doch den Schlaf des Gerechten, ich vielleicht ein bisschen mehr als Pia &#8211; bis uns der Wecker melodisch den Tag ank\u00fcndigte. Ein letzter Blick, ob auch nichts in der Bude verblieb, das besser nach Frankfurt geh\u00f6rt und schon marschierten wir wieder Richtung Terminal, das wir nach 15 Minuten \u00fcber holprige Wege auch punktgenau erreichten. Dort angekommen, spuckten Busse Passagiere in rauen Mengen aus, es regnete ein bisschen, unsere Schalter zur Gep\u00e4ckabgabe hatten noch nicht ge\u00f6ffnet und wir stellten uns vorsorglich und eingedenk der Erlebnisse in Frankfurt schon einmal an. Allerdings am falschen Schalter. Als wir den Irrtum bemerkten, war trotz des Gewusels noch nichts angebrannt. Auch am richtigen Counter waren wir mit die ersten &#8211; und nach ein paar Minuten begann die Abfertigung mit dem \u00fcblichen Ge\u00e4uge wer wo wie versucht, die beste Position zu ergattern. Doch alles ging friedlich seinen Gang bis wir an die Reihe kamen und das Gep\u00e4ckband unsere Tasche und den kleinen Koffer verschluckte.<\/p>\n<p>Zeit f\u00fcr Kaffee. Croissants und Tabak. Alsbald wanderten wir ohne Beanstandung durch die Sicherheitskontrolle und nach \u00fcberschaubarer Zeit brachte uns ein Bus zum Flieger und fast p\u00fcnktlich hoben wir ab, lie\u00dfen Korfu hinter uns und schwebten \u00fcber den Balkan, \u00d6sterreich, M\u00fcnchen und Gelnhausen nach Frankfurt. Irgendwann spuckte auch das Gep\u00e4ckband unsere Habseligkeiten aus, so dass wir viertel nach Zw\u00f6lf in der S-Bahn hockten, in der ein junger Mann \u00fcber sein Telefon Madonna h\u00f6rte und die stoisch dreinblickenden fingerschnippend animierte etwas mehr Elan an den Tag zu legen. Es blieb vergeblich. Eine Stunde sp\u00e4ter standen wir auf der Waldtrib\u00fcne im Frankfurter Stadtwald bei der Eintracht. Kalimera Frankfurt. Gude.<\/p>\n<p>Die Eintracht besiegte in einem mitrei\u00dfendem Spiel Union Berlin mit 2:0. Ich war mit allem ein wenig \u00fcberfordert. Sch\u00f6n war&#8217;s. Auf Korfu. Mit Pia. Wir sind schon ein gutes Team. Ein sehr gutes. Dankesch\u00f6n.<\/p>\n<div id=\"metaslider-id-15649\" style=\"width: 100%;\" class=\"ml-slider-3-110-0 metaslider metaslider-flex metaslider-15649 ml-slider has-dots-nav ml-slider-lightbox-2-32-3 metaslider-gallery-2-32-3 ms-theme-default\" role=\"region\" aria-label=\"Korfu\" data-height=\"525\" data-width=\"700\">\n    <div id=\"metaslider_container_15649\">\n        <div id=\"metaslider_15649\" class=\"flexslider\">\n            <ul class='slides'>\n                <li style=\"display: block; width: 100%;\" class=\"slide-15681 ms-image \" aria-roledescription=\"slide\" data-date=\"2022-10-02 11:13:29\" data-filename=\"01.jpg\" data-slide-type=\"image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.beveswelt.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/01.jpg\" height=\"525\" width=\"700\" alt=\"\" class=\"slider-15649 slide-15681 msDefaultImage\" title=\"01\" \/><\/li>\n                <li style=\"display: none; width: 100%;\" class=\"slide-15683 ms-image \" aria-roledescription=\"slide\" data-date=\"2022-10-02 11:13:29\" data-filename=\"03.jpg\" data-slide-type=\"image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.beveswelt.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/03.jpg\" height=\"525\" width=\"700\" alt=\"\" class=\"slider-15649 slide-15683 msDefaultImage\" title=\"03\" \/><\/li>\n                <li style=\"display: none; 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Entspannung brachten nur die paar Tage in Helsinki w\u00e4hrend der Trip nach Marseille jetzt nicht gerade Urlaub war [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":15675,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[19,10,12],"tags":[2486,107,1651,2207,2487,1072,2389,847],"class_list":["post-15641","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-auswarts","category-photographie","category-wortwelt","tag-condor","tag-eintracht","tag-flamingos","tag-korfu","tag-micra","tag-union-berlin","tag-urlaub","tag-waldtribune","post-preview"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.beveswelt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/15641","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.beveswelt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.beveswelt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.beveswelt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.beveswelt.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=15641"}],"version-history":[{"count":19,"href":"https:\/\/www.beveswelt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/15641\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":15735,"href":"https:\/\/www.beveswelt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/15641\/revisions\/15735"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.beveswelt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/15675"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.beveswelt.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=15641"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.beveswelt.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=15641"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.beveswelt.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=15641"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}