{"id":15588,"date":"2022-09-16T09:30:09","date_gmt":"2022-09-16T07:30:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.beveswelt.de\/?p=15588"},"modified":"2022-09-17T11:28:15","modified_gmt":"2022-09-17T09:28:15","slug":"pass-auf-dich-auf-marseille","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.beveswelt.de\/?p=15588","title":{"rendered":"&#8222;Pass auf dich auf&#8220; &#8211; Marseille"},"content":{"rendered":"<p>Es regnet. Ich laufe m\u00fcde durch den nachtdunklen G\u00fcnthersburgpark. Es sind die letzten Meter einer Tour, die mich binnen 53 Stunden nach Marseille und zur\u00fcck gebracht hat. Der erste Ausw\u00e4rtsauftritt der Frankfurter Eintracht in der Champions League liegt hinter mir. Und was f\u00fcr einer. Dass es langweilig war, kann man nicht gerade sagen. Der meistgeh\u00f6rte Satz w\u00e4hrend des Trips lautete: \u201ePass auf dich auf!\u201c Das tat ich \u2013 und bin froh, gleich wieder zuhause zu sein.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Eigentlich wollte ich ja nicht mehr ausw\u00e4rts mit der Eintracht durch Europa touren \u2013 aber wie das so ist: Wenn du Gott zum Lachen bringen willst, erz\u00e4hl ihm deine Pl\u00e4ne. Obwohl ich eigentlich ganz tapfer war und zum Zeitpunkt der Auslosung weder Marseille, noch Lissabon, noch London gebucht hatte. Ich wollte weder die teils absurden Flugpreise zahlen, noch die Behandlung von Fu\u00dfballfans ausw\u00e4rts, die Strapazen und die gesamten Kosten dazu ertragen \u2013 irgendwann schien mir das Ende der Fahnenstange erreicht, zumal mit dem Sieg in der Europa League und dem abschlie\u00dfenden Auslaufen in Helsinki im Supercup eigentlich ein wunderbarer Abschluss gegeben war. Als jedoch das Angebot der Busreise samt \u00dcbernachtung in Marseille zu vern\u00fcnftigen Konditionen seitens der Fanabteilung ins Haus flatterte, wurde ich schwach und bewarb mich. Allerdings alleine. Pia hatte zu tun und zog es vor, im Lande zu bleiben \u2013 begleitete mich aber als ich die Zusage bekam am Montagabend zur Stra\u00dfenbahnhaltestelle der Linie 12. Ein letzter Kuss, ein letzter Blick, ein letztes \u201ePass auf dich auf\u201c \u2013 und schon ruckelte die Bahn Richtung Hauptbahnhof. Viel hatte ich nicht in meiner gr\u00fcnen Umh\u00e4ngetasche: Meinen Reisepass, da der Perso abgelaufen ist, ein paar Kabel und zwei, drei Klamotten zum Wechseln. Das wichtigste, meinen Geldbeutel und das Handy, steckten in der kurzen schwarzen Hose mit den vielen Taschen. Und ja, ich geh\u00f6re zu denen, die so gar nicht altersgem\u00e4\u00df einen Hoodie tragen. Nichts von dem was ich dabei hatte trug ein Symbol oder Zeichen der Eintracht &#8211; Marseille ist ein hei\u00dfes Pflaster und ich wollte mich nicht unbedacht einem Risiko aussetzen. Sogar meinen winzigen Eintracht-Pin l\u00f6ste ich kurz vor Abfahrt von meiner Tasche und lie\u00df ihn im Nordend. Es hei\u00dft ja auch: \u201eWir tragen den Adler im Herzen\u201c und nicht: Wir tragen den Adler auf teils \u00fcberteuerten Merchprodukten\u201c.<\/p>\n<p>Als ich am Fernbusbahnhof eintrudelte war ich gut in der Zeit, ein paar Mitreisende warteten im Dunkel, auch Janine von der Fanabteilung, unsere Reiseleitung, war schon vor Ort. Die Busse, es sollten zwei sein, allerdings noch nicht \u2013 aber uns blieb bis zur geplanten Abfahrt noch jede Menge Zeit. Peu \u00e0 peu trafen die Mitfahrer ein, erstaunlicherweise kannte ich au\u00dfer Steffen niemanden, aber das war nicht tragisch. Ich wunderte mich nur, dass ich viele Eintracht-Klamotten sah und dachte bei mir: Leute, nehmt die Sache ernst. Aber bis zum Mittelmeer war es noch weit. Als die gro\u00dfen schwarzen Setra-Busse gegen acht Uhr eintrudelten, prangte an den Au\u00dfenw\u00e4nden der Eintracht-Adler \u2013 und ich erstaunte noch mehr. Wir wollen doch nicht mit dem Adler in Marseille einrollen? Genauso gut h\u00e4ttest du auch eine Zielscheibe aufkleben k\u00f6nnen. Aber lassen wir die Dinge sich erst einmal entwickeln.<\/p>\n<p>Wir checkten ein, bekamen die Tickets in die Hand gedr\u00fcckt und ich hockte mich gleich in die zweite Reihe ans Fenster, gespannt, wer mein Sitznachbar werden sollte. Wie sich sp\u00e4ter heraus stellte, war der Bus nicht ausgebucht, der Sitz neben mir blieb zun\u00e4chst frei \u2013 aber wir hatten ja noch einen Stopp an der Wintersporthalle. Mit einiger Versp\u00e4tung setzten wir uns in Bewegung und rollten ans dunkle Stadion. Ich rauchte eine letzte Zigarette w\u00e4hrend finale Details gekl\u00e4rt wurden, dann enterten wir die Autobahn. Der Platz neben mir blieb immer noch leer \u2013 und darob war ich auch nicht b\u00f6se.<\/p>\n<p>Frank, einer der beiden Fahrer, hielt eine kurze Ansprache und erkl\u00e4rte, dass die Au\u00dfenschilder magnetisch seien und in Frankreich abgenommen werden w\u00fcrden. Er wies auf die Gefahren in Marseille hin und sprach von 70.000 Ultras in der Stadt am Mittelmeer. Bei allem Respekt, ganz so viele sind es dann doch nicht. Aber recht hatte er mit dem dortigen hei\u00dfen Pflaster. Unser Bus war wie der andere auch hoch komfortabel. Ausger\u00fcstet mit USB-Steckdosen, ausreichend Beinfreiheit, Kocher an Bord \u2013 das versprach Gutes. Nur W-Lan gabs nicht f\u00fcr uns. \u201eDes kost Geld und des hat die Eintracht net bezahlt.\u201c Na gut. Der Plan sah vor, alle zwei, zweieinhalb Stunden eine Pause einzulegen, was ich angesichts der Tatsache, eine Toilette an Bord zu haben und wir zudem mit einer gute Stunde Verz\u00f6gerung ablegten f\u00fcr nicht zwingend notwendig hielt, aber wenigstens die Option zu rauchen beinhaltete. Auf ins Abenteuer Champions League. Auf nach Marseille.<\/p>\n<p>Immerhin schaffen wir es bis kurz hinter Freiburg ohne Rast und haben schon ein gutes Drittel der Strecke geschafft, als wir erstmals stoppen. Zu diesem Zeitpunkt spuckt das Navi eine geplante Ankunftszeit von acht Uhr in der Fr\u00fche aus. Die Fahrer tanken noch einmal die Busse auf, ich rauche und sehe, dass Thommy im anderen Bus sitzt. Auch er ein alter Hase, der im Gegensatz zu mir schon bei Galatasaray dabei gewesen ist. Damals, als sich nur eine bessere Handvoll Eintrachtler auf die Reisen durch Europa aufgemacht hatten. 30 Jahre ist\u2018s her.<\/p>\n<p>Die Pause zieht sich, doch dann geht\u2018s weiter durch die franz\u00f6sische Nacht. Ich h\u00f6re mir das H\u00f6rbuch <i>Lost in Fuseta \u2013 Spur der Schatten<\/i> an und tr\u00e4ume mich an die Algarve nach Portugal. Im Bus ist es ruhig, ab und ab tapert jemand nach vorne und holt sich ein Bier, ansonsten schieben wir uns \u00fcber die wenig befahrene Autobahn Richtung Lyon, halten immer wieder mal \u2013 nur wirklich schlafen kann ich nicht. Mal d\u00e4mmere ich kurz weg, dann stehe ich irgendwo in Frankreich und rauche. Besancon, Dole, Macon. Hinter Lyon fahren wir zwischen der Saone und der Rhone in den Sonnenaufgang des Spieltags, rollen vorbei an den riesigen \u00d6ltanks, die ich erstmals Anfangs der 80er Jahre gesehen hatte. Bei einer Mautstation knallen wir mit dem Au\u00dfenspiegel an einen Pfosten, Frank flucht \u00fcber seinen Fahrer \u2013 aber es ist nichts besch\u00e4digt.<\/p>\n<p>Die letzten Kilometer ziehen sich, zumal wir 90 Minuten vor Marseille noch eine l\u00e4ngere Pause machen. Ich bin ziemlich m\u00fcde und h\u00e4tte mich eigentlich gefreut, m\u00f6glichst fr\u00fch in der Unterkunft zu sein, mich lang zu machen, um dann die Stadt zu erkunden. Jetzt stehe ich hier und warte in den Tag\u2013 aber was soll\u2018s, \u00e4ndern kann ich eh nichts \u2013 nehmen wir die Dinge mit W\u00fcrde hin. Immerhin, wenig sp\u00e4ter ist Marseille in Sicht, ich h\u00f6re Ana Mouras <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=KjN0BoDO_Sw\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Dia de folga:<\/a><\/p>\n<p><em>Cada dia \u00e9 um bico d&#8217;obra<\/em><br \/>\n<em>Uma carga de trabalhos, faz-nos falta renovar Baterias,<\/em><br \/>\n<em>h\u00e1 raz\u00f5es de sobra para a tristeza ir de volta e o fado celebrar.<\/em><\/p>\n<p>(Every day is a piece of work<br \/>\nA load of work, we need to renew Batteries,<br \/>\nthere are plenty of reasons for sadness to return and fado to celebrate.)<\/p>\n<p>Die Hafenstadt am Mittelmeer empf\u00e4ngt uns mit milden Temperaturen aber diesig. Der Fahrer eines Transporters h\u00e4ngt einen Olympique-Schal aus dem Fenster als er uns aus dem R\u00fcckspiegel erkennt, wir fallen auf. Die geplante Route wird ob der H\u00f6he unserer Busse kurzfristig ge\u00e4ndert mit 3,90 Metern kommst du nicht \u00fcberall durch und so schieben wir uns zwischen Hochh\u00e4usern und graubraunen Geb\u00e4uden runter Richtung F\u00e4hrhafen, stehen in Staus, erste Mittelfinger werden uns entgegen gereckt, es werden nicht die letzten sein. Entweder z\u00fccken sie ihre Handys oder begr\u00fc\u00dfen uns freundlich mit dem Gru\u00df der Unfreundlichen.<\/p>\n<p>Die Fanabteilung hat f\u00fcr uns zwei Hotels gebucht, meines liegt in relativer N\u00e4he des sp\u00e4teren Treffpunktes am Place de la Joliette, das andere gut acht Kilometer entfernt au\u00dferhalb der Stadtmitte. Unmengen von Polizeiautos zeigen uns an, dass wir uns dem Place de la Joliette n\u00e4hern. Ich schlage vor, diejenigen, die ihre Unterkunft in der N\u00e4he beziehen sollen, weiter vorne raus zu lassen. Der eigentliche Plan sah vor, zuerst ins andere Hotel zu fahren, um uns dann mit Taxis in die Stadt zu bringen. Aber wenn wir schon einmal hier sind \u2026 Unser Busfahrer wirkt angespannt und l\u00e4sst nicht mit sich reden, also fahren wir weiter. Und qu\u00e4len uns durch die verstopfte Stadt, Polizei versperrt geplante Wege, irgendwann landen wir im Gassengewirr der Altstadt, die man besser zu Fu\u00df erkundet. Hinter uns taucht auf einmal eine Art Fanmarsch auf, alle in schwarz, es ist nicht ersichtlich, ob es unsere Ultras sind oder Franzosen. Im Bus wird es hektisch, doch der Stau vor uns l\u00f6st sich rechtzeitig auf. Falls es Franzosen waren ist das ausgezeichnet.<\/p>\n<p>Im Gassengewirr verheddern wir uns, m\u00fcssen wieder den Weg zur\u00fcck auf dem wir uns m\u00fchsam bis hier durchgek\u00e4mpft haben . Mit Ach und Krach schaffen wir es, in der Enge ohne Schaden um die Ecke zu biegen. Minute um Minute verrinnt bis wir wieder auf der richtigen Route sind. Handys, Mittelfinger. Eine Stunde nach Ankunft in Marseille fahren wir am Velodrom vorbei, dann geht\u2018s halbwegs z\u00fcgig an einem Strand vorbei zum Hotel \u2013 doch acht Mitreisende m\u00fcssen wie auch ich wieder zur\u00fcck in die andere Unterkunft. Allerdings scheitertdie Organisation der geplanten Taxis zun\u00e4chst, das Wort vom Streik macht die Runde. Jetzt hei\u00dft es, die Nerven zu behalten. Die anderen checken ein \u2013 und neun von uns hocken auf den Stufen vor dem Hotel und wissen nicht, wie es weiter geht. Janine bewahrt die Ruhe und h\u00e4ngt am Telefon \u2013 sie schafft es tats\u00e4chlich, drei Taxis zu organisieren, die nach weiteren 20 Minuten allerdings noch nicht in Sicht sind. Dann f\u00e4hrt eines vor. Es ist allerdings keines der unsrigen. Nach weiteren zehn Minuten folgt die Info, dass es hier im Hotel pl\u00f6tzlich doch neun freie Zimmer gibt. Sieben von uns sagen zu, zwei \u00fcberlegen noch. Die Taxis sind ja auf dem Weg, dass dies dauert, zeigte unsere Fahrt mit dem Bus. Wenn jetzt alle die Zimmer hier nehmen, muss die Abteilung die anderen verfallen lassen, diese hier zus\u00e4tzlich zahlen und zudem die Taxifahrer entt\u00e4uschen. Ich bin hin und her gerissen, zumal das andere Hotel strategisch g\u00fcnstiger liegt. Aber als nach f\u00fcnf Minuten noch immer kein Taxi in Sicht ist, will auch ich der Warterei ein Ende bereiten und sage zu, ebenfalls hier zu bleiben. Kaum habe ich diesen Gedanken ausgesprochen, biegt ein Taxi um die Ecke \u2013 es ist f\u00fcr uns. Im Sekundentakt kommen auch die anderen beiden Wagen. Also fahre ich doch wie geplant zur\u00fcck in die Stadt, nur Mario kommt mit. Zwei Taxen m\u00fcssen unverrichteter Dinge wieder abziehen, die anderen Mitfahrer bleiben hier im Hotel.<\/p>\n<p>Unser Fahrer ist gut drauf, bewundert Audi und Mercedes, mag Peugeot gar nicht und bringt uns wortreich vorbei am Stadion und den Marktst\u00e4nden an der breiten Zufahrtsstra\u00dfe zur\u00fcck in die Stadt. Mit jedem Meter f\u00e4llt eine innere Spannung von mir ab und wird durch eine Ahnung von Erleichterung ersetzt. Kurz vor dem Hotel verknoten wir uns noch einmal in den Stra\u00dfen, dann landen wir um 14 Uhr wohlbehalten am Zielpunkt. Clara, eine Kollegin von der Reiseleitung des Eintracht-Partners Liga Travel empf\u00e4ngt den Wagen, zahlt das Taxi und begleitet uns in die Unterkunft. Wir checken ein und verabschieden uns von ihr, die in Frankreich aufgewachsen ist und in Frankfurt arbeitet. Sie meint zu mir mit leicht franz\u00f6sischem Akzent bar jeder Ironie: \u201eUnd bitte tragen Sie keine Sachen von Eintracht Frankfurt, isch m\u00f6schte nischt, dass sie sterben. Das ist lieb.<\/p>\n<p>15 Minuten sp\u00e4ter bin ich zur\u00fcck auf der Stra\u00dfe. Gewaschen und gek\u00e4mmt ziehe ich durch die Gassen Richtung Hafen. Die Aussage von Clara nehme ich ernst ohne panisch zu werden, inkognito bin ich sowieso. Die Eindr\u00fccke sind fast zu viele, das Sortieren der letzten Stunden will nicht so ganz gelingen, der mangelnde Schlaf, die Gewissheit, tats\u00e4chlich in Marseille zu sein, die latente Hab-acht-Stellung, die dezente Unruhe sorgt f\u00fcr innere Verwirrung. Ich besorge mir erst einmal eine Coke aus dem K\u00fchlschrank eines kleinen Ladens, doch kein Verk\u00e4ufer ist in Sicht. Ich entdecke ihn nach einigen fragenden Blicken hinter seinem Tresen. Er schl\u00e4ft. Hoffentlich. Ol\u00e1. Keine Reaktion. Salut. Bonjour. Nix passiert. Ich werde lauter: HALLOHALLO. Endlich regt sich der junge Mann. Er blinzelt verschlafen in den Tag und murmelt: Une Euro. Ich gebe ihm zwei, er schiebt mir einen zur\u00fcck. Merci. Au revoir. Er legt sich wieder hin. Dann schlendere ich runter zum Yachthafen, will ein bisschen was sehen, doch zieht es mich zeitgleich weiter. Schade, dass mir die zwei Stunden fehlen, ich komme mir vor wie ein Japaner in Heidelberg auf Europatour, der am gleichen Tag noch Berlin und Hamburg machen wird.<\/p>\n<p>Von meiner inneren Unruhe getrieben werfe ich ein paar Blicke auf die im Wasser schaukelnden Bootchen, wandle durch die von Restaurants ges\u00e4umten Arkaden und treibe weiter. Gegen 16 Uhr will ich mal am Treffpunkt vorbei schneien, unsere Busse werden irgendwann dort eintrudeln, Janine h\u00e4lt mich auf dem Laufenden. Dann erwische ich meinen Moment der Stille, blicke aufs Meer, bin alleine. Ein Motorboot schiebt sich hinaus, etwas sackt in mir. Das war mein Bild der Ruhe, der Moment, in dem die Zeit f\u00fcr einen winzigen Augenblick still steht \u2013 und die Kraft in Ans\u00e4tzen zur\u00fcck kehrt. Kurz vor dem Place de la Joilette treffe ich auf ein paar Leute, auch Teile der UF hocken entspannt vor einem der Restaurants. Ich erfahre, dass ein kleiner Fanmarsch geplant ist und h\u00e4tte eigentlich Lust, mitzulaufen, aber man wei\u00df ja nie wo er endet und ich hatte Pia versprochen, keine Faxen zu machen. Eine andere \u00dcberlegung war, das Spiel sausen zu lassen und mich einfach in Marseille locker zu machen und auf den ganzen Rotz, der wie auch immer noch folgen wird, zu verzichten und dem Gehassel aus dem Weg zu gehen. Eine finale Entscheidung ward noch nicht getroffen. Ich mache es abh\u00e4ngig davon, was in den n\u00e4chsten 90 Minuten noch passieren wird.<\/p>\n<p>Auf dem Platz ist zu meiner \u00dcberraschung weniger los, als ich erwartet hatte. Gude hier, Gude da, Polizei \u00fcberall, aber relative Ruhe. Von einer B\u00fchne am anderen Ende t\u00f6nt Musik, die Fressbuden auf dem Gel\u00e4nde halten ihre T\u00fcren verschlossen, aber rundum scheint es M\u00f6glichkeiten zu geben. Reiner weist mich darauf hin, dass um die Ecke eine Art Kaufhaus mit Essensst\u00e4nden g\u00e4be, dies scheint mir verlockender als Burger King oder ein D\u00f6ner. Ich verlasse den Platz und tats\u00e4chlich finde ich den Laden, bestelle mir eine belegte Foccacia, hocke mich in die klimatisierte Halle und finde einen Moment Ruhe. Unser Bus steht derweil im Stau und ich habe nach dem Essen gen\u00fcgend Zeit, die sich vor Ort f\u00fcllenden Shuttlebusse zu beobachten. Dicht gepresst dr\u00e4ngen die Frankfurter hinein. Katja und Alex dr\u00fccken mir ein Bier in die Hand, es sollte das einzige des Tages bleiben. Ich schlenderte mal hier hin, mal dorthin, quatsche mal hier mal da, treffe die obligatorische Fat Boys Gang sowie Familie Minden und sehe Heike, die gerade mit der Fu\u00dfball 2000 Gang unterwegs ist. Irgendwann setzen sich die Shuttlebusse in Bewegung, der Platz leert sich merklich und auch unser Bus n\u00e4hert sich mittlerweile dem Gel\u00e4nde. Ich bin ganz froh, mich einerseits nicht schon wieder eine Stunde im Bus durch Marseille qu\u00e4len zu m\u00fcssen, andererseits gleich einen Platz im klimatisierten Bus mit ausreichend Space zu finden. Allerdings ist es nicht so, dass die Busse der Abteilung, wie auch die der Tagesflieger oder die Fanbusse sofort weiterfahren. Sie sammeln sich dort, wo zuvor die Shuttlebusse parkten, ich steige bei uns ein und harre der Dinge die da kommen werden \u2013 doch es passiert erst mal gar nichts. Wir stehen und warten und stehen und warten.<\/p>\n<p>Irgendwann hat sich alles gesammelt, Blaulicht vorneweg, Blaulicht mitten drin und der imposante Konvoi setzt sich in Bewegung, nur um gleich darauf wieder anzuhalten. Einige Minuten sp\u00e4ter geht es los, Motorr\u00e4der preschen hin und her, wir umrunden die Stadt, Tausende stehen mit ihren Autos im Stau, recken uns die Mittelfinger entgegen, bep\u00f6beln uns. Wir quetschen uns millimetergenau durch die Reihen stauender Autos, Roller sausen dicht an uns vorbei, wir durchqueren Tunnels, wenden auf engsten Raum auf einer dicht befahrenen Stra\u00dfe. Der ganze Hass, der uns entgegenschl\u00e4gt, hat schon etwas Erhabenes. Diese Wucht musst du dir auch erst einmal verdienen. Klar, ein entspannter Spaziergang zum Stadion wie in Tallinn oder Vaduz k\u00e4me meiner Art zu reisen eher entgegen, aber vom Erlebnisfaktor ist das hier gerade eine 10. Wir n\u00e4hern uns nach ann\u00e4hernd einer Stunde Fahrt dem Stadion, Menschen stehen auf den Balkonen, filmen und bep\u00f6beln uns. N\u00e4her am Velodrom sind Balkone bis zur f\u00fcnften Etage mit wuchtigen brett\u00e4hnlichen Vorbauten verschalt, Polizeiautos parken am Rand, Milit\u00e4rfahrzeuge dazu. Es ist abenteuerlich. Dann verschwinden die Busse wie geplant in der Tiefgarage, werden auf die Parkpl\u00e4tze eingewiesen \u2013 und Gott sei Dank sind diejenigen, die mit den Shuttlebussen angekommen sind, schon auf ihren Pl\u00e4tzen. Kein Mensch au\u00dfer Polizei und Ordner ist an den Einlassgittern zu sehen. Ich bin, warum auch immer, der erste, der darauf zumarschiert. Ein Feuerzeug in der Hand das andere sicher verstaut, tastet mich ein Ordner ab, das macht er nicht rabiat, nur meine hohen Chucks muss ich ausziehen und nestle die Schn\u00fcrsenkel auf. Auf Socken latsche ich durch den Kartenscanner, das Licht leuchtet gr\u00fcn, ich marschiere durch, ziehe meine Schuhe wieder an und spaziere graue Betontreppen nach oben. Mit beiden Feuerzeugen. Vor dem Einlass der Heimfans ersp\u00e4he ich durch einen Spalt leuchtende Bengalos. Wasser tropft durchs Treppenhaus, gro\u00dfe Lachen bilden sich. Ich hoffe, dass es Wasser ist. Dann werfe ich einen Blick ins Stadioninnere, ich bin auf H\u00f6he der UF und beschlie\u00dfe ganz nach oben zu wandern, Auf der Treppe im Stadioninneren kommen mir Heike, Frank und Marvin entgegen, weiter oben sitzen Basti und Julian und genau dahin gehe ich. Drehe mich um und blicke ins weite Rund des Velodroms. Gr\u00fcner Rasen, geschwungenes Dach, beide Hintertorkurven besetzt mit Fans von Olympique Marseille, die einen h\u00f6llischen Rabbatz machen. Okay. Bin drin. <\/p>\n<p>Ich breite mit Blick auf den Rasen beide Arme aus und atme einmal tief ein und aus. Der Blick ins Velodrome ist phantastisch, das geschwungene Dach, die gewagten Rohrkonstruktionen der Tr\u00e4ger. Die H\u00f6he. Die gef\u00fcllten Trib\u00fcnen. Genau daf\u00fcr hat sich die Reise gelohnt, diesen Blick wollte ich haben. In der Kurve der Marseillaner neben uns explodiert ein B\u00f6ller. Wechselges\u00e4nge. O-lym-pique, O-lym-pique. Klingt wie: Ausw\u00e4rtssieg! Wieder ein B\u00f6ller.<\/p>\n<p>Alles was anschlie\u00dfend passiert, kann ich heute nicht mehr zeitlich genau einordnen, ich habe es angesichts dessen, was dann geschieht wohl im Detail verdr\u00e4ngt \u2013 auch weil mein Blick immer wieder auf den Teil der Heimkurve f\u00e4llt, die links neben uns den unterschiedlichsten Aktivit\u00e4ten zugetan ist. Der Typ mit der Flagge Pal\u00e4stinas. Die Mittelfinger. Die, die pl\u00f6tzlich aus dem Stadion treiben. Ich sehe unsere Torh\u00fcter, die mit Pfiffen seitens der Olympique-Fans empfangen werden. Das Warmmachen der Mannschaften. Marvin und Heike finden ihre Pl\u00e4tze neben mir, Malisa kommt kurz hoch. B\u00f6ller explodieren. Gro\u00df, die Champions-League-Hymne erstmals im fremden Stadion zu erleben zu d\u00fcrfen. Marseille zieht eine Choreo auf. Anpfiff, wir supporten, die Eintracht mit Hasebe in der Startelf. Zwischendrin fliegt Feuerwerk auf beiden Seiten hin und her, die erste Rakete landet im Marseilleblock. B\u00f6ller nur auf Seiten der Franzosen, aber nicht geworfen. Eine Reihe behelmter Polizisten steht am Rand des Zauns auf unserer Seite, wir sind immerhin au\u00dferhalb der Reichweite der Pyrotechnik \u2013 so wird es die folgenden 96 Minuten gehen.<\/p>\n<p>Pl\u00f6tzlich winken Eintracht-Fans unten links Polizisten herbei, wir k\u00f6nnen nicht genau erkennen was geschehen ist, die Aufregung ist gro\u00df. Mittlerweile kommen immer mehr Leute zu uns hoch und retten sich damit au\u00dferhalb der Reichweite des Feuerwerks. Auch Malisa und Timo kommen bei uns unter. Guido kommt vorbei und schildert die Situation. Einen von uns hat eine Rakete getroffen. Flammen, Blut, schwere Verletzung, n\u00e4heres noch nicht bekannt. Bedr\u00f6ppelt hocken wir da. Fu\u00dfballerisch ist zu berichten, dass die Eintracht nach 43 Minuten durch Lindstr\u00f6m in F\u00fchrung geht. Das erste CL-Tor ever f\u00fcr die Eintracht. Geschichte. Mittig der zweiten Halbzeit dringt die Meldung durch, dass der verletzte Eintrachtler stabil ist, ein zaghafter Support setzt ein, nach einer Stunde ist Marseille am Dr\u00fccker, anschlie\u00dfend kommt die Eintracht zu Chancen, B\u00f6ller um B\u00f6ller explodiert. Und dann macht Kamada das 2:0 \u2013 doch es bahnt sich an, dass es Abseits war. Und so f\u00e4llt auch der Videobeweis aus, gef\u00fchlte 0,7 mm. Wir feiern den Treffer dennoch. Es kursieren mittlerweile Videos, dass mindestens ein Eintrachtler oder zumindest einer, der sich daf\u00fcr h\u00e4lt, den Hitlergru\u00df gezeigt hat und sich dabei hat filmen lassen. Arschloch. Nat\u00fcrlich macht das sofort die Runde. Schlagzeilen, als h\u00e4tten Hunderte marodiert. Immer wieder wechselt Feuerwerk die Seiten. Wundersamerweise lassen sich die ausgewechselten Spieler von Olympique massig Zeit beim Verlassen des Platzes, was der Marseillaner Anhang mit Pfiffen und B\u00f6llern kommentiert. Es ist ein absonderliches Spektakel das sich hier und jetzt abspielt, zumal weder die Spielleitung noch die Zuschauer auf den besseren Pl\u00e4tzen sich sonderlich irritiert zeigen. Rode bringt Belebung ins Spiel der Eintracht, dann ist nach 96 Minuten Schluss. Mit dem Spiel. Die Mannschaft kommt zu uns in die Ecke, wird f\u00fcr den ersten Champions-League-Sieg aller Zeiten (sieht man einmal vom Europapokal der Landesmeister 1959\/60 ab) gefeiert, die restlichen Pyrovorr\u00e4te werden verballert, dann hocken wir da und warten. Nebenan verweilt auch der harte Kern der Franzosen noch relativ lange, bis er irgendwann von den Ordnern nach drau\u00dfen komplimentiert wird. Er durfte sich aber noch in voller L\u00e4nge \u201eIm Herzen von Europa\u201c anh\u00f6ren.<\/p>\n<p>Nach einer Stunde des Wartens dann das sch\u00f6nste Bild des Abends. Ein leuchtender Bengalo schwebt, an einem Fallschirmchen h\u00e4ngend, wie ein gl\u00fchendes Herbstblatt \u00fcber das Dach geschossen bed\u00e4chtig aus luftiger H\u00f6he auf den Rasen. Romantischer wird es heute nicht mehr. Vor allem, da Tausende Eintracht-Fans nach 90 Minuten immer noch keinen Schritt weiter sind. Franco gibt mir eine Cola aus, hier und da wird mal an einem Gitter ger\u00fcttelt, ansonsten f\u00fcgen sich die meisten stoisch in ihr Schicksal. Schrittchen f\u00fcr Schrittchen geht es anschlie\u00dfend von der f\u00fcnften Etage nach unten in die Tiefgarage. Als wir unten ankommen, setzen sich gerade f\u00fcnf bis zum platzen gef\u00fcllte Shuttlebusse in Bewegung, die L\u00fcftung ist br\u00fcllend laut, die Abgase nebeln uns dennoch ein.<\/p>\n<p>Nach einer weiteren Viertelstunde trudeln die n\u00e4chsten Busse ein. Ich habe die Wahl, irgendwann mit dem Abteilungsbus ins weit entfernte Hotel zu fahren, um dann eventuell ein Taxi zur\u00fcck in die Stadt zu nehmen oder gleich mit einem der Shuttles zu fahren \u2013 und entscheide mich f\u00fcr Letzteres. Als sich die T\u00fcren \u00f6ffnen, dr\u00e4ngt alles in die Busse; eingepfercht wie die \u00d6lsardinen quetschen wir uns in jeden freien Millimeter, die T\u00fcr schl\u00e4gt mir ins Genick, aber ich bin drin. Schwei\u00df l\u00e4uft aus allen Poren, allerdings bewegen wir uns zun\u00e4chst kein St\u00fcck. Nach einer gef\u00fchlten Ewigkeit setzen wir uns in Bewegung und verlassen in dezenter Polizeibegleitung das Stadion. Mittelfinger begleiten uns auf unseren Wegen, die Leute springen aus den Restaurants auf und teilen uns mit w\u00fctenden Gesichtern ihre Abneigung liebevoll mit. Unterwegs rennt die \u00f6rtliche Jugend aus den Seitengassen und bewirft uns mit Steinen, beim Bus hinter uns zerspringt die gl\u00e4serne T\u00fcr<\/p>\n<p>Als wir nachts um zwei nach einiger Warterei endlich wieder am Place de la Jolliet ausgespuckt werden, beginnt der heikelste Teil des Abends: Heil die Unterk\u00fcnfte zu erreichen. Frank, Malisa und Timo bieten mir an, noch mit ihnenn in deren 300 Meter entferntes Hotel zu kommen, dort noch ein Bier zu trinken, um dann ein Uber zu nehmen, aber ich will nur noch heim. So checke ich mit dem Navi den Weg, der 20 Minuten dauern soll. Ich marschiere los und schiebe mich Meter um Meter voran. Pl\u00f6tzlich Rennerei, die mir entgegen kommt, es sind Frankfurter. Gegen\u00fcber von mir bleiben sie stehen. \u201eWas ist los?\u201c frage ich und bekomme zur Antwort: \u201eHast du den Schrei nicht geh\u00f6rt? Da dr\u00fcben haben sie einen abgestochen.\u201c Ach du Schei\u00dfe. Vor mir liegen noch 1000 Meter. Und zwar genau \u201eDa dr\u00fcben\u201c. Ich wei\u00df nicht, ob an der Geschichte was dran ist, ich will es auch gar nicht genau wissen und beschlie\u00dfe die Nerven zu behalten. Vielleicht w\u00e4re es doch nicht bl\u00f6de gewesen, ein Bierchen zu trinken. Jetzt ist es zu sp\u00e4t. Der andere Trupp setzt sich wieder in Bewegung und zwar genau in die Richtung, in die ich auch muss, ich laufe am Rande unbeteiligt mit. Pl\u00f6tzlich h\u00e4lt ein PKW neben uns. Vier M\u00e4nner j\u00fcngeren Alters sitzen drin, rufen aus dem Fenster: \u201eParlez-vous francais?\u201c Jemand ruft \u201eNo, no we need help\u201c. Antwort: \u201eWe are the Police\u201c und ich wei\u00df nicht, ob ich der Sache trauen darf. Zwei springen aus dem Auto \u2013 und es sind tats\u00e4chlich Polizisten. Sie begleiten uns in zivil bis zur n\u00e4chsten Ecke, an der ich links abbiegen muss. Knappe 800 Meter liegen vor mir. Ich lasse die Truppe marschieren und laufe eine dunkle Stra\u00dfe nach oben. Irgendwann stecke ich das Handy in die Hosentasche, ab jetzt sollte ich den Weg finden, das leuchtende Display verr\u00e4t nur den Ortsfremden. An jeder Kreuzung luge ich nach links und rechts, aber mir begegnet nichts Auff\u00e4lliges. Eine Ratte huscht vor mir \u00fcber das Trottoir, relative Stille dann. Eine gro\u00dfe Kreuzung gilt es noch zu \u00fcberqueren, ein paar Jungs auf kleinen E-Scootern sausen an mir vorbei, dann sehe ich die Leuchtbuchstaben des Hotels gr\u00fcn leuchten. Greet. Geschafft. Selten war ich so froh, heile nach Hause gekommen zu sein. Es ist mittlerweile kurz nach halb drei. Zeitgleich trifft Mario ein, der es auch ins Hotel gepackt hat.<\/p>\n<p>Oben angekommen gebe ich Entwarnung, aber an Schlaf ist vorerst nicht zu denken. Am Fenster rauche ich eine Zigarette, schaue auf den nahezu menschenleeren Platz und checke die letzten News. Anschlie\u00dfend stelle ich mir den Wecker. Auf 8.30 Uhr. Und sicherheitshalber auf 8:45 und 9 Uhr. Und dann falle ich in einen tiefen, traumlosen Schlaf, der gef\u00fchlt nach wenigen Sekunden endet. Es IST 8 Uhr 30. Ich stehe auf und dusche. Eiskalt.<\/p>\n<p>Das Fr\u00fchst\u00fccksbuffet ist charmant, die freundlichen Angestellt:innen pressen Orangen aus, zaubern Crepes und schneiden dunkles Brot in dicke Scheiben. Dazu gibt es appetitliche Salami, zarten Schinken und Joghurt oder Nutella. Wenig sp\u00e4ter checke ich aus. Das gestern georderte Taxi ist p\u00fcnktlich um 10:15 Uhr vor Ort und schon rauschen wir wieder durchs Gewimmel zum Hotel der anderen. Wenig sp\u00e4ter sitzen wir im Bus auf den alten Pl\u00e4tzen und verlassen Marseille, diese r\u00e4udig-widerspr\u00fcchliche Stadt auf einem Weg, den wir besser auch auf der Hinfahrt genommen h\u00e4tten. Bald hat uns die Autobahn wieder, Kilometer um Kilometer spulen wir ab, unterbrochen durch etliche Pausen, im Bus herrscht angenehme Stille, ich h\u00f6re mein Buch zu Ende, immer wieder fallen mir die Augen zu. Bei Besancon klatscht der Regen auf die Scheibe, kurz vor der Grenze verlassen wir wegen einer Sperrung die Autobahn, erreichen Deutschland, tanken ein letztes Mal vor Freiburg. Offenburg, Karlsruhe, Heidelberg. Ein finaler Stopp in Bensheim, dann endlich die letzten Kilometer, bis wir \u00fcber die Messe Richtung Hauptbahnhof rollen. Ich verabschiede mich hastig und eile zur S-Bahn, die nur wenig sp\u00e4ter einf\u00e4hrt und mich an der Konsti entl\u00e4sst. Nebenan scheint ein kleiner Streit mit den Worten \u201eIch bin nicht mehr gewaltt\u00e4tig, ich versuche Respekt zu zeigen\u201c sich den Ende entgegen zu neigen. Auf der Rolltreppe sprich mich der Typ an: \u201eWas meinste?\u201c und ich antworte: \u201eWar v\u00f6llig okay. Cool.\u201c<\/p>\n<p>Mit dem Nachtbus, der alsbald kommt, fahre ich hoch an die Weidenbornstra\u00dfe und steige todm\u00fcde aus. Es regnet. Ich laufe m\u00fcde durch den nachtdunklen G\u00fcnthersburgpark. Es sind die letzten Meter einer Tour, die mich binnen 53 Stunden nach Marseille und zur\u00fcck gebracht hat. Pia schl\u00e4ft, doch als ich den Schl\u00fcssel umdrehe, ist sie sofort hellwach. \u201eDa bin ich wieder\u201c sage ich. Sie f\u00e4llt mir um den Hals: \u201eDas ist sch\u00f6n!\u201c<\/p>\n<div id=\"metaslider-id-15591\" style=\"width: 100%;\" class=\"ml-slider-3-108-0 metaslider metaslider-flex metaslider-15591 ml-slider has-dots-nav ms-theme-default\" role=\"region\" aria-label=\"Marseille\" data-height=\"525\" data-width=\"700\">\n    <div id=\"metaslider_container_15591\">\n        <div id=\"metaslider_15591\" class=\"flexslider\">\n            <ul class='slides'>\n                <li style=\"display: block; width: 100%;\" class=\"slide-15604 ms-image \" aria-roledescription=\"slide\" data-date=\"2022-09-16 08:57:17\" data-filename=\"12.jpg\" data-slide-type=\"image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.beveswelt.de\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/12.jpg\" height=\"525\" width=\"700\" alt=\"\" class=\"slider-15591 slide-15604 msDefaultImage\" title=\"12\" \/><\/li>\n                <li style=\"display: none; width: 100%;\" class=\"slide-15605 ms-image \" aria-roledescription=\"slide\" data-date=\"2022-09-16 08:57:17\" data-filename=\"01-700x525.jpg\" data-slide-type=\"image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.beveswelt.de\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/01-700x525.jpg\" height=\"525\" width=\"700\" alt=\"\" class=\"slider-15591 slide-15605 msDefaultImage\" title=\"01\" \/><\/li>\n                <li style=\"display: none; 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