{"id":15540,"date":"2022-08-23T13:04:05","date_gmt":"2022-08-23T11:04:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.beveswelt.de\/?p=15540"},"modified":"2022-08-23T14:24:29","modified_gmt":"2022-08-23T12:24:29","slug":"supercup-in-helsinki","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.beveswelt.de\/?p=15540","title":{"rendered":"Supercup in Helsinki"},"content":{"rendered":"<p>Die Fl\u00fcge und die Unterkunft waren gebucht, bevor klar war, dass die Eintracht das Supercup-Finale erreichen w\u00fcrde. Von daher hielten sich die Kosten in Grenzen. Vor drei Jahren war ich schon einmal in <a href=\"https:\/\/www.beveswelt.de\/?p=13652\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Helsinki<\/a>, damals auf dem Weg nach Tallinn und ohne Pia. Jetzt sind wir wieder zusammen unterwegs. Zum Spiel der Eintracht gegen Real Madrid.<!--more--><\/p>\n<p>Wir fahren mit der S-Bahn am Yeboah-Haus in Niederrad vorbei und sind mal wieder viel zu fr\u00fch am Flughafen. Der Shuttlezug bringt uns zu Terminal 2, dort ist die Lage \u00fcberschaubar, und wir sind nicht die einzigen Eintrachtler, die nach Helsinki wollen. Hie und da ein Gude, sogar ein gro\u00dfes Lob kassiere ich f\u00fcr meine Reiseaufzeichnungen der vergangenen Jahre. Der Flug ist nahezu ausgebucht, Pia und ich sitzen nebeneinander und schweben in Richtung Finnland. Literarischer Begleiter ist die Autobiografie von Bruce Dickinson, dem S\u00e4nger von Iron Maiden, der so ganz nebenbei auch Pilot ist. Aber leider nicht auf unserem Flug, der wie die Zeit vergeht. Als wir ankommen verweist eine digitale Werbetafel auf das bevorstehende Spiel.<\/p>\n<p>Nach einer kleinen Verwirrung sitzen wir in der Bahn und gleiten durch Vororte zum Bahnhof. Ich bin m\u00fcde, abends zuvor gings sp\u00e4t ins Bett und dazu habe ich wochenlang durchgearbeitet Der Blick schweift aus dem Fenster, ich kann nicht abspeichern, welche Landschaft vorbeizieht \u2013 bis wir kurz vor dem Ziel am Vergn\u00fcgungspark und am T\u00f6\u00f6l\u00f6nlahti vorbei zum Bahnhof sausen. In Finnland ist es ein bisschen k\u00fchler als zuhause \u2013 das ist angenehm. Wir suchen \u00fcber die Citymapper App unsere Stra\u00dfenbahn, die zu unserer Unterkunft f\u00e4hrt \u2013 und nachdem wir uns \u00fcber die Fahrtrichtung klar geworden sind, rasseln wir mit der Linie drei n\u00f6rdlich des Viertels Kallio. Pia hat ihren kleinen Rucksack neben sich stehen. Als er leicht verrutscht, blockiert er unbemerkt die Lichtschranke der T\u00fcr. Urpl\u00f6tzlich steht der Fahrer neben ihr und h\u00e4lt ihr eine Standpauke. Auf finnisch. Die Haltestelle liegt direkt vor unserer Haust\u00fcr, wie auch eine Baustelle. Es gibt viele Baustellen in Helsinki. Unsere Vermieterin Salla ist schon vor Ort; mit einem Aufzug alter Schule geht es hoch in die vierte Etage, die Kids unserer Vermietern sausen die Stufen nach oben und kommen zeitgleich an. Salla ist ebenso freundlich wie die kleine Altbauwohnung, sie dr\u00fcckt uns den Schl\u00fcssel in die Hand und zieht ihrer Wege.<\/p>\n<p>Die Airbnb-Unterkunft hat alles, was wir brauchen, vor allem einen K\u00fchlschrank f\u00fcr Dosenbier, Sch\u00f6ppchen in Kneipen sind irrsinnig teuer. Dennoch sitzen die Leute davor, als wir zu einem ersten Rundgang aufbrechen. Die Stra\u00dfenz\u00fcge \u00e4hneln sich, langgezogene Wohnbl\u00f6cke mit sechsst\u00f6ckigen H\u00e4usern s\u00e4umen die breiten Stra\u00dfen, dazwischen schiebt sich unabl\u00e4ssig die gr\u00fcn-gelbe Stra\u00dfenbahn \u00fcber die Gleise, die Stimmung ist entspannt. Im Supermarkt um die Ecke besorgen wir uns ein paar Lebensmittel und ziehen weiter in Richtung des T\u00f6\u00f6l\u00f6nlahti. Dieser See inmitten der Stadt war schon bei meinem letzten Trip nach Helsinki Mittelpunkt meiner Abende vor Ort. Wir \u00fcberqueren die Gleise, auf denen wir vorhin angekommen sind. Direkt am See liegt ein kleines Caf\u00e9, wir setzen uns und blicken \u00fcbers Wasser. Endlich Ruhe. Zumindest beinahe. Musik dringt zu uns her\u00fcber, als wir uns schlau machen, bekommen wir mit, dass Justin Bieber ein Freiluftkonzert gibt, dessen T\u00f6ne wir h\u00f6ren.<\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend umrunden wir den See, Jogger und Scooter sausen an uns vorbei, vorne am Bootsverleih d\u00fcmpeln zwei riesige aufblasbare Flamingos im Wasser und weiter hinten bietet sich am Rondell ein wunderbares Bild. Zu smoother Musik aus den aufgebauten Lautsprechern tanzen jede Menge Finnen jeglicher Couleur im klassischen Stil und haben sichtlich Spa\u00df, wir setzen uns auf die Stufen und schauen zu. Ich w\u00fcnschte, ich k\u00f6nnte ebenso selbstvergessen den Moment genie\u00dfen, eins mit sich sein. Wir treiben weiter, Plakate verweisen auf den Weg ins nahegelegene Olympiastadion und am oberen Eck des Sees dreht ein kleines Wasserrad stoisch seine Runden, eine Installation spendet Strom, hier kannst du dein Handy aufladen \u2013 wenn du ein Kabel dabei hast. Einige der pr\u00e4chtigen h\u00f6lzernen Villen am hinteren Ufer scheinen bauf\u00e4llig und die besten Tagen hinter sich zu haben, sie k\u00f6nnten Geschichten erz\u00e4hlen, ziehen es aber vor, zu verrotten, ich f\u00fchle mich ihnen verwandt.<br \/>\nLangsam legt sich der Abend \u00fcber Helsinki, wir verlassen den T\u00f6\u00f6l\u00f6nlahti \u00fcber die Eisenbahnbr\u00fccke und wandern \u00fcber die Metrostation Hakaniemi \u2013 in deren N\u00e4he wir schlechte Burger futtern \u2013 in Richtung des Yachthafens an einem weiteren See hinter den Gleisen. Auch hier wird ein Festivalgel\u00e4nde errichtet, es duftet nach frisch geschlagenem Holz.<\/p>\n<p>Wir werfen einen Wasserblick aufs \u00f6stliche Ufer, Menschenmengen tummeln sich vor dem Hilton Hotel, Polizei an allen Ecken und Enden \u2013 und wir erfahren, dass entgegen unserer Vermutung nicht Justin Bieber hier n\u00e4chtigt, sondern Real Madrid. Wir lassen das Hilton rechts liegen und wandern durch Baustellen an Uferwegen entlang Richtung Heimat. Ein voller Mond bescheint die Wege, Industriegeb\u00e4ude spiegeln sich im Wasser der Bucht, wir sind m\u00fcde und laufen heim. Unten hocken wir uns auf ein M\u00e4uerchen und rauchen noch eine Cigarette. Oben ist die Dusche winzig, eine umgebaute Toilette, die auch noch darin Platz findet. F\u00fcr uns reicht es.<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen besorgt Pia frische Zimtschnecken, wir fr\u00fchst\u00fccken zuhause und lauschen dem L\u00e4rm der Baustelle, dann brechen wir auf in den Tag. Die Stra\u00dfenbahn bringt uns nach Eira zum Stadtstrand nahe dem Hafen. Eine Kugel Eis kostet 4,50, das ist etwas \u00fcbertrieben. Wir schlendern am Ufer entlang, vor uns liegen etliche winzige Inselchen, Boote schippern \u00fcber das baltische Meer und die Sonne lacht \u00fcber uns, ein sch\u00f6ner Tag. Am Olympiaterminal wartet eine gigantische F\u00e4hre auf die \u00dcberfahrt nach Schweden \u2013 wir wandern durch die Markthalle vor zum Hafen. Dort warten Sightseeingboote auf Touristen, die ordentlich besetzt ablegen. Am offenen Markt verweisen orangene Pavillons auf Essensst\u00e4nde, die wei\u00dfen hingegen beherbergen Souvenirs. Weiter hinten auf der Halbinsel dreht sich ein Riesenrad gem\u00e4chlich in den Tag.<br \/>\nWir nehmen nicht das Riesenrad, sondern die Stra\u00dfenbahn und fahren in den Norden Richtung der Insel Seurasaari und wandern \u00fcber eine Br\u00fccke auf das Eiland. In einer Bucht rasten wir, leise ploppen die Wellen an die Ufersteine und verw\u00e4ssern die Gedanken an eine Gegenwart die so unwirtlich scheint und im Grunde jeden utopischen Entwurf verbietet. Ja, das Leben ist sch\u00f6n \u2013 wenn man es versteht, den Moment zu genie\u00dfen, wenn keine schwarzen Gedanken dir die Zeit zermalmen.<\/p>\n<p>Auf der Insel wartet ein Freilichtmuseum auf die Besucher, eine Art finnischer Hessenpark, wir durchschleifen die Wege und trinken am beschaulichen Caf\u00e9 noch einen Cappuccino, bevor es \u00fcber die Br\u00fccke wieder auf das Festland geht. Dort nehmen wir den Bus und ruckeln vorbei am Stadtstrand am westlichen Ufer zur\u00fcck in die Stadt. Das UEFA-Fanfest findet von uns keine Beachtung, wir machen einen Abstecher \u00fcber den Bahnhof zum Fantreff am Kaisaniemenpuisto. Ein eingez\u00e4unter staubiger Platz erwartet uns, nach einem Security-Kontrollpunkt d\u00fcrfen wir eintreten. Viel ist nicht los, die Essens- und Getr\u00e4nkest\u00e4nde verlangen ortstypische horrende Preise, von der B\u00fchne dr\u00f6hnt laute Musik vom Band, sp\u00e4ter verspricht Aufsichtsratsvorsitzender Philip Holzer, dass die Eintracht mit beiden Beinen auf dem Boden bleiben wird. Wir treffen Heike und Jost, die aus Tallinn gekommen sind und verquatschen die Zeit. Anschlie\u00dfend bringt uns die Bahn zur\u00fcck in die Unterkunft und wir bereiten uns auf das abendliche Spiel vor. Das hei\u00dft, wir ziehen uns zur Feier des Tages ein Trikot an und werfen ein paar Dosen Bier in den Rucksack. Dann ziehen wir los zum T\u00f6\u00f6l\u00f6nsee, hocken uns auf die Steine hinter den Geleisen und warten auf Frank, Heike und Jost, mit denen wir hier verabredet sind. Auch Susi und Andrej haben das Caf\u00e9 vor uns entdeckt. Ein kurzes Hallo, dann trennen sich die Wege vorerst wieder, auch unsere Freunde sind mittlerweile gekommen und nach ein paar B\u00fcchsen Bier brechen wir auf in Richtung Olympic Stadium, das keine zwei Kilometer entfernt liegt. Nat\u00fcrlich bleiben wir alle naslang stehen, um jemanden zu begr\u00fc\u00dfen. \u00dcber die Jahre habe ich unfassbar viele Menschen durch die Eintracht kennengelernt und fast alle sind mir freundschaftlich gesinnt, das ist sch\u00f6n, aber manchmal auch ein bisschen m\u00fchsam, da ich dann nur selten die Ruhe und die Zeit habe, mich allen ad\u00e4quat zu verhalten, auch mir selbst gegen\u00fcber. Kurz verliere ich Pia aus den Augen, selbstverst\u00e4ndlich bleibe ich wie fast immer in Europa bei Familie Minden h\u00e4ngen, die nahezu komplett angereist ist. Ansonsten geht der Einlass flott und unkompliziert vonstatten. Sogar mein Freund Kid ist hier, das freut mich sehr.<\/p>\n<p>Ich schl\u00e4ngele mich durch die Menge und ignoriere die Bierst\u00e4nde, 10 Euro der Schoppen ist nicht meine Kragenweite. Im Stadion herrscht Rauchverbot, auch dein Bier, so vorhanden, darfst du nicht mit in den Block nehmen. Ausw\u00e4rtsfahren \u2013 je n\u00e4her es Richtung Anpfiff geht, ist kein Spa\u00df, es sei denn, du nimmst dir Dinge raus. Ich z\u00fcnde mir eine Kippe an und setze mich auf meinen Platz in der f\u00fcnften Reihe. Ein paar Minuten sp\u00e4ter kommt Pia dazu. Die Sicht ist trotz olympischer Laufbahn gut. Wir sind viel zu fr\u00fch \u2013 und ganz ehrlich: Das Spiel interessiert mich nicht wirklich \u2013 obwohl ein Sieg der Eintracht immer passt. Wir schie\u00dfen unser obligatorisches Selfie das haben wir schon getan als es dieses Wort noch gar nicht gab, damals noch mit der kleinen Digitalkamera. Auf der Laufbahn liegt ein gro\u00dfes Banner von der UEFA mit dem Eintracht-Adler, Security in gelben Leibchen stehen vor der Kurve und haben nichts anderes zu tun, als uns zu beobachten. Ein P\u00e4rchen beschlie\u00dft, seine Pl\u00e4tze in der dritten Reihe zu beanspruchen, obgleich dort schon Leute sitzen. Es ist noch gar nicht solange her, da hat sich jede\/r dort hingestellt, wo er wollte. Aber da waren wir noch weitgehend unter uns. Das Flutlicht am Rande des Daches glei\u00dft in den nachtblauen Himmel, ich gehe noch einmal raus, bleibe alle paar Schritt bei jemandem h\u00e4ngen. Als ich wiederkomme, hat sich die Situation dezent ver\u00e4ndert. Ein paar Ultras stehen jetzt vorne in der ersten Reihe, ein Hauch Normalit\u00e4t zieht ein. Das P\u00e4rchen, welches seine Pl\u00e4tze beansprucht hatte, macht sich vom Acker. Auch die beiden Selfiespezialisten nebenan ziehen weiter, ansonsten bleibt es ruhig: Keine Trommeln, keine Fahnen. Hie und da gibt es ein bisschen Gezacker wegen Bier im Block. Die Eintracht, erstmals ohne Kostic, der zu Juventus wechseln wird, h\u00e4lt sich wacker und die schlimmsten Bef\u00fcrchtungen, nach dem 1:6 gegen die Bayern noch eine weitere Klatsche zu kassieren, bewahrheiten sich nicht. Real Madrid siegt durch Alaba sowie Benzema mit 2:0, sichert sich den Supercup und tanzt durch den Goldregen.<\/p>\n<p>Auf die SGE wartet die Berliner Hertha am kommenden Wochenende, das wird schwer genug und somit machen wir uns vom Acker und marschieren mit Heike und Jost in Richtung des T\u00f6\u00f6l\u00f6nsees. Dort trennen wir uns und fallen nach einem Sch\u00f6ppchen recht m\u00fcde in die Koje.<br \/>\nMorgens weckt uns der liebgewonnene Baul\u00e4rm und wir rasseln mit der Bahn auf Richtung Esplanade und Hafen. Von dort bringt uns das Linienboot nach Suomenlinna, der Himmel ist bedeckt und wir schippern an kleinsten Inselchen vorbei an der Silja F\u00e4hre zur Anlegestelle auf der Festungsinsel. Dort verteilen freundliche Finninnen Wegf\u00fchrer und so lassen wir uns \u00fcber die Insel treiben, schlendern an gem\u00fctlichen Baustellen vorbei und machen hier ein Kaffeep\u00e4uschen und legen uns dort auf die jetzt sonnenbeschienenen Felsen. Es ist ein sch\u00f6ner, unaufgeregter Tag, die alten gusseisernen Kanonen bleiben ruhig, ein Hauch von Bullerb\u00fc weht durch die Zeit, als uns ein Postauto \u00fcberholt und die 850 Einwohner mit Stromrechnungen und \u00e4hnlichem versorgt.<\/p>\n<p>Nachmittags tuckern wir wieder zur\u00fcck, essen Rentierfrikadellen samt Kartoffeln und besorgen uns ein paar Souvenirs. Anschlie\u00dfend nehmen wir eine n\u00e4chste F\u00e4hre, ausschlie\u00dflich, um auf dem Wasser unterwegs zu sei. So steigen wir am Endpunkt gar nicht aus, sondern fahren schnurstracks wieder retour. Der Fahrtwind l\u00e4sst die Haare im Winde wehen, die Vikingf\u00e4hre im Hafen erscheint gigantisch. Oben am Dom haben wir Gl\u00fcck, Glockengel\u00e4ut reist von einer Kirche zur anderen. Jeden Tag um 17:49 Uhr ert\u00f6nt der &#8222;Sound of the Senate Square&#8220; und erfreut das Ohr.<\/p>\n<p>Noch einmal bringt uns die Trambahn in die Unterkunft in der Castr\u00e9ninkatu, die Stra\u00dfennamen werden wie immer sowohl auf finnisch als auch auf schwedisch angezeigt. Schwedisch verstehe ich bedeutend besser, vielleicht geht es den Finnen genauso. Anschlie\u00dfend bringt uns das B\u00e4hnchen in die N\u00e4he des westlichen Stadtstrandes Hietaniemen, der Weg f\u00fchrt uns durch den gleichnamigen Friedhof an die K\u00fcste unterhalb des Strandes, in einiger Entfernung zieht sich eine Autobahnbr\u00fccke \u00fcber das Wasser, in dem sich eine G\u00e4nsefamilie tummelt. Wir wandern der untergehenden Sonne entgegen, ab und ziehen Joggende vorbei, es ist eine abendliches Idyll und f\u00fcr den Hauch eines Momentes kehrt Ruhe ein, vor allem als wir uns auf die Steinfelsen setzen und den Sonnenuntergang beobachten. Hinter uns steckt eine Schere im Fels, doch da wir nicht K\u00f6nig von Finnland werden wollen, lassen wir das Mini-Excalibur stecken. Unten am Strand wirft ein Mann sein Schlauchboot an und peitscht \u00fcbers Wasser. So legt sich die Nacht \u00fcber unseren letzten Abend, wir blicken noch einmal aufs Wasser und wandern am Ufer und den Friedhof, dessen Tore noch ge\u00f6ffnet haben zur\u00fcck zur Haltestelle. Von dort bringt uns ein Bus ruckelig nach Hause.<\/p>\n<p>Am Abreisetag lungern wir in der Wohnung rum, bis es an der Zeit ist, das allerletzte Mal das Haus zu verlassen. Wir lassen den Schl\u00fcssel auf dem Tisch liegen, ziehen die Haust\u00fcr ein letztes Mal zu, der Aufzug bringt uns aus der vierten Etage nach unten und wir marschieren mit unserem Gep\u00e4ck noch einmal zum Caf\u00e9 am T\u00f6\u00f6l\u00f6nsee. Ein finaler Blick, dann schlendern wir zum Bahnhof runter und fahren zum Airport. Eben sind wir auf den Gleisen in die Stadt geglitten, jetzt haben wir Erinnerungen im Gep\u00e4ck, die Zeit, die so schnell vergeht, gef\u00fcllt mit Momenten. Nat\u00fcrlich sind wir viel zu fr\u00fch am Flughafen, die Abfertigung geht flott, ich pendele zwischen einem Sitzplatz und dem unwirtlichen Raucherraum, zumal unser Flug sich versp\u00e4tet. Flughafenstunden sind verwesende Zeit, die auch vergeht. Auf dem R\u00fcckflug sitzen Pia und ich getrennt, dabei habe ich Gl\u00fcck und hocke am Notausgang. Neben mir sitzt eine S\u00fcdkoreanerin aus G\u00f6ttingen, die w\u00e4hrend des Fluges ebenfalls von ihrer Familie getrennt wurde. Wir kommen ins plaudern, quatschen \u00fcber Bum kun Cha und Du Ri, \u00fcber das geteilte Land und die Zeit vergeht wie im Flug. Das hat Spa\u00df gemacht, danke daf\u00fcr. In Frankfurt sind Pia und ich wieder vereint, wir nehmen die S-Bahn zur Konsti, dort die 12 ins Nordend \u2013 und ich k\u00f6nnte schon wieder weg.<\/p>\n<p>Wobei dies in n\u00e4chster Zeit nicht mit der Eintracht sein wird, meine europ\u00e4ischen Reisen haben f\u00fcrs Erste ein Ende gefunden, die Champions-League wird voraussichtlich zumindest ausw\u00e4rts ohne mich stattfinden. Mir fehlt die Lust auf das Reisegehassel, ich bin nicht bereit, die aberwitzigen Flug- und Hotelpreise zu zahlen, die schon in den vergangenen Monate nur zu umgehen waren, so du gewitzte Alternativen finden konntest. Wir haben sie gefunden, damit soll es genug sein. Ich bin Europapokal-Sieger mit der Eintracht. Was will ich mehr?<br \/>\nWenn sich die Dinge \u00e4ndern sollten, sehen wir weiter. Irgendwas ist ja immer. Und bleibt mir gesund.<\/p>\n<div id=\"metaslider-id-15543\" style=\"width: 100%;\" class=\"ml-slider-3-108-0 metaslider metaslider-flex metaslider-15543 ml-slider has-dots-nav ms-theme-default\" role=\"region\" aria-label=\"Helsinki\" data-height=\"525\" data-width=\"700\">\n    <div id=\"metaslider_container_15543\">\n        <div id=\"metaslider_15543\" class=\"flexslider\">\n            <ul class='slides'>\n                <li style=\"display: block; width: 100%;\" class=\"slide-15561 ms-image \" aria-roledescription=\"slide\" data-date=\"2022-08-23 12:43:21\" data-filename=\"01-525x393.jpg\" data-slide-type=\"image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.beveswelt.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/01-525x393.jpg\" height=\"525\" width=\"700\" alt=\"\" class=\"slider-15543 slide-15561 msDefaultImage\" title=\"01\" \/><\/li>\n                <li style=\"display: none; width: 100%;\" class=\"slide-15562 ms-image \" aria-roledescription=\"slide\" data-date=\"2022-08-23 12:43:22\" data-filename=\"02.jpg\" data-slide-type=\"image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.beveswelt.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/02.jpg\" height=\"525\" width=\"700\" alt=\"\" class=\"slider-15543 slide-15562 msDefaultImage\" title=\"02\" \/><\/li>\n                <li style=\"display: none; width: 100%;\" class=\"slide-15563 ms-image \" aria-roledescription=\"slide\" data-date=\"2022-08-23 12:43:22\" data-filename=\"03.jpg\" data-slide-type=\"image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.beveswelt.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/03.jpg\" height=\"525\" width=\"700\" alt=\"\" class=\"slider-15543 slide-15563 msDefaultImage\" title=\"03\" \/><\/li>\n                <li style=\"display: none; width: 100%;\" class=\"slide-15564 ms-image \" aria-roledescription=\"slide\" data-date=\"2022-08-23 12:43:22\" data-filename=\"04.jpg\" data-slide-type=\"image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.beveswelt.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/04.jpg\" height=\"525\" width=\"700\" alt=\"\" class=\"slider-15543 slide-15564 msDefaultImage\" title=\"04\" \/><\/li>\n                <li style=\"display: none; width: 100%;\" class=\"slide-15565 ms-image \" aria-roledescription=\"slide\" data-date=\"2022-08-23 12:43:22\" data-filename=\"05.jpg\" data-slide-type=\"image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.beveswelt.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/05.jpg\" height=\"525\" width=\"700\" alt=\"\" class=\"slider-15543 slide-15565 msDefaultImage\" title=\"05\" \/><\/li>\n                <li style=\"display: none; width: 100%;\" class=\"slide-15566 ms-image \" aria-roledescription=\"slide\" data-date=\"2022-08-23 12:43:23\" data-filename=\"06.jpg\" data-slide-type=\"image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.beveswelt.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/06.jpg\" height=\"525\" width=\"700\" alt=\"\" class=\"slider-15543 slide-15566 msDefaultImage\" title=\"06\" \/><\/li>\n                <li style=\"display: none; width: 100%;\" class=\"slide-15567 ms-image \" aria-roledescription=\"slide\" data-date=\"2022-08-23 12:43:23\" data-filename=\"07.jpg\" data-slide-type=\"image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.beveswelt.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/07.jpg\" height=\"525\" width=\"700\" alt=\"\" class=\"slider-15543 slide-15567 msDefaultImage\" title=\"07\" \/><\/li>\n                <li style=\"display: none; width: 100%;\" class=\"slide-15568 ms-image \" aria-roledescription=\"slide\" data-date=\"2022-08-23 12:43:23\" data-filename=\"08.jpg\" data-slide-type=\"image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.beveswelt.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/08.jpg\" height=\"525\" width=\"700\" alt=\"\" class=\"slider-15543 slide-15568 msDefaultImage\" title=\"08\" \/><\/li>\n                <li style=\"display: none; width: 100%;\" class=\"slide-15569 ms-image \" aria-roledescription=\"slide\" data-date=\"2022-08-23 12:43:23\" data-filename=\"09.jpg\" data-slide-type=\"image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.beveswelt.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/09.jpg\" height=\"525\" width=\"700\" alt=\"\" class=\"slider-15543 slide-15569 msDefaultImage\" title=\"09\" \/><\/li>\n                <li style=\"display: none; width: 100%;\" class=\"slide-15570 ms-image \" aria-roledescription=\"slide\" data-date=\"2022-08-23 12:43:24\" data-filename=\"10.jpg\" data-slide-type=\"image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.beveswelt.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/10.jpg\" height=\"525\" width=\"700\" alt=\"\" class=\"slider-15543 slide-15570 msDefaultImage\" title=\"10\" \/><\/li>\n                <li style=\"display: none; width: 100%;\" class=\"slide-15571 ms-image \" aria-roledescription=\"slide\" data-date=\"2022-08-23 12:43:24\" data-filename=\"11-698x524.jpg\" data-slide-type=\"image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.beveswelt.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/11-698x524.jpg\" height=\"525\" width=\"700\" alt=\"\" class=\"slider-15543 slide-15571 msDefaultImage\" title=\"11\" \/><\/li>\n                <li style=\"display: none; width: 100%;\" class=\"slide-15572 ms-image \" aria-roledescription=\"slide\" data-date=\"2022-08-23 12:43:24\" data-filename=\"12.jpg\" data-slide-type=\"image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.beveswelt.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/12.jpg\" height=\"525\" width=\"700\" alt=\"\" class=\"slider-15543 slide-15572 msDefaultImage\" title=\"12\" \/><\/li>\n                <li style=\"display: none; width: 100%;\" class=\"slide-15573 ms-image \" aria-roledescription=\"slide\" data-date=\"2022-08-23 12:43:24\" data-filename=\"13.jpg\" data-slide-type=\"image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.beveswelt.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/13.jpg\" height=\"525\" width=\"700\" alt=\"\" class=\"slider-15543 slide-15573 msDefaultImage\" title=\"13\" \/><\/li>\n                <li style=\"display: none; width: 100%;\" class=\"slide-15574 ms-image \" aria-roledescription=\"slide\" data-date=\"2022-08-23 12:51:11\" data-filename=\"14.jpg\" data-slide-type=\"image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.beveswelt.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/14.jpg\" height=\"525\" width=\"700\" alt=\"\" class=\"slider-15543 slide-15574 msDefaultImage\" title=\"14\" \/><\/li>\n                <li style=\"display: none; width: 100%;\" class=\"slide-15575 ms-image \" aria-roledescription=\"slide\" data-date=\"2022-08-23 12:51:11\" data-filename=\"15.jpg\" data-slide-type=\"image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.beveswelt.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/15.jpg\" height=\"525\" width=\"700\" alt=\"\" class=\"slider-15543 slide-15575 msDefaultImage\" title=\"15\" \/><\/li>\n            <\/ul>\n        <\/div>\n        \n    <\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Fl\u00fcge und die Unterkunft waren gebucht, bevor klar war, dass die Eintracht das Supercup-Finale erreichen w\u00fcrde. Von daher hielten sich die Kosten in Grenzen. Vor drei Jahren war ich schon einmal in Helsinki, damals auf dem Weg nach Tallinn und ohne Pia. Jetzt sind wir wieder zusammen unterwegs. Zum Spiel der Eintracht gegen Real [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":15578,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[19,9,10,12],"tags":[1823,1329,2241,413,437,2476,2244,2475],"class_list":["post-15540","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-auswarts","category-eintracht-frankfurt","category-photographie","category-wortwelt","tag-eintracht-frankfurt","tag-europacup","tag-helsinki","tag-pia","tag-real-madrid","tag-seurasaari","tag-suomenlinna","tag-supercup","post-preview"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.beveswelt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/15540","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.beveswelt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.beveswelt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.beveswelt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.beveswelt.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=15540"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/www.beveswelt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/15540\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":15586,"href":"https:\/\/www.beveswelt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/15540\/revisions\/15586"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.beveswelt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/15578"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.beveswelt.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=15540"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.beveswelt.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=15540"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.beveswelt.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=15540"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}