{"id":15182,"date":"2022-05-26T18:32:39","date_gmt":"2022-05-26T16:32:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.beveswelt.de\/?p=15182"},"modified":"2022-06-11T08:24:07","modified_gmt":"2022-06-11T06:24:07","slug":"road-to-sevilla-teil-ii-sevilla","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.beveswelt.de\/?p=15182","title":{"rendered":"Road to Sevilla. Teil II &#8211; Sevilla"},"content":{"rendered":"<p>Kaum waren wir in Fuseta angekommen, mussten wir auch schon wieder los. Wir lie\u00dfen den gr\u00f6\u00dften Teil unserer Habseligkeiten in der Unterkunft und spazierten mit leichten Gep\u00e4ck in Richtung Bahnhof. Kein W\u00f6lkchen tr\u00fcbte den klarblauen Himmel, die Station Fuseta \u2013 Montcarapacho lag wie gemalt im Morgenlicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><!--more--><\/p>\n<p>Einige Fahrg\u00e4ste warteten schon auf den fr\u00fchen Zug. Ich war ein bisschen traurig, Fuseta zu verlassen \u2013 andererseits wartete auf uns das Finale des Europapokals. Eintracht Frankfurt gegen Glasgow Rangers. Allein schon der Gedanke wirkte surreal. Was haben wir die Fahrten nach Europa zelebriert. Damals, nach Kopenhagen oder Istanbul, als nur eine \u00fcberschaubare Anzahl von Fans sich auf die Reise gemacht hatte. Der Strand von Tel Aviv, die orangene Meute in Bordeaux, die Tragik gegen Porto. Unbeschwerte Badetage auf Zypern. Die r\u00f6mischen Nazis von Lazio, Eistage in Charkiw, der nunmehr so zerst\u00f6rten Stadt in der Ukraine. Sp\u00e4ter dann der Sieg in Mailand, der Spaziergang in Lissabon am Tejo entlang. Das Drama bei Chelsea. Und die Heiterkeit in Tallinn, Volleyball in Vaduz, Stra\u00dfburg, mein Geburtstag in Guimaraes, L\u00fcttich, Arsenal \u2013 bis hin zum abrupten Ende in Salzburg. Dann der erneute Anlauf. Die Busfahrt mit Freunden nach Antwerpen. Der Urlaub auf Sifnos mit dem Abschluss in Pir\u00e4us. Camp Nou. 48 Stunden London West Ham non Stop. Bilder schmolzen in meinem Hirn zu einer einzigen bunten Melange des Unterwegsseins, die Ansammlung von Momenten, in denen das Leben besonders ist. Die Ger\u00fcche, Augenblicke, Begegnungen der Welt. Und jetzt hatte es die Eintracht tats\u00e4chlich ins Endspiel geschafft. Rom, Mailand oder London<\/p>\n<p>Unser Zug war nicht nur unp\u00fcnktlich. Er kam gar nicht. Diese Erkenntnis \u00fcbermittelte uns ein freundlicher Portugiese, nachdem wir eine halbe Stunde vergeblich gewartet hatten. Der Streik ging weiter \u2013 auch heute sollten keine Z\u00fcge fahren. Zumindest in Richtung Faro. Die Strecke in die andere Richtung wurde erstaunlicher Weise bedient. So bestellten wir uns ein zweites Mal ein Uber und sausten die Strecke, die wir vorgestern erst befahren hatten, diesmal in Richtung Faro. Am Busterminal war die Reise f\u00fcrs Erste zu Ende. Die ersten Caf\u00e9s hatten ge\u00f6ffnet \u2013 und die ersten Schotten sa\u00dfen an den Tischen und tranken Bier. Pia ganz in Schwarz mit ihrem Eintracht-G\u00fcrtelt\u00e4schen, ich in wei\u00dfem Hemd und kurzer schwarzer Cargohose. In einer Nebenstra\u00dfe entdeckten wir ein kleines Fr\u00fchst\u00fcckscaf\u00e9, wir setzten uns drau\u00dfen hin, orderten Croissants, Pasteis und Galaos und hockten inmitten der Rangersfans, deren Anzahl eine Ahnung vermittelte, was uns in Sevilla erwarten w\u00fcrde. Die Jungs, und es waren nur Jungs, waren freundlich \u2013 und wenn sie sprachen, verstand ich nichts. Nat\u00fcrlich kamen wir ins Gespr\u00e4ch. \u201eJa, ihr seid mehr. Ja, ihr seid lauter. Und ihr k\u00f6nnt mehr trinken. Aber am Ende holen wir den Pokal\u201c, so meine Worte \u2013 und sie lachten. Dann wanderten wir zur\u00fcck zum Busbahnhof, innen gelb gr\u00fcn gestrichen, und erkundigten uns nach der Abfahrtsspur. Nummer drei hie\u00df es. Direkt dahinter wartete eine kleine Bahnhofsgastst\u00e4tte auf Kundschaft, zwei \u00e4ltere Herrschaften, vermutlich ein Ehepaar, versorgte uns unaufgeregt mit Caf\u00e9 und Rissois. Um uns herum lauter Schotten, bis auf zwei bekannte Eintrachtgesichter. Und dann kam der Bus. Und mit ihm die Aufregung. Obgleich der Bus unsere Nummer auswies, wurden wir, und nicht nur wir, in einen anderen Bus geschickt, dessen Fahrer uns, und nicht nur uns, wieder auf den ersten Bus verwies. Ratlosigkeit allenthalben, es hob ein gro\u00dfes Geschnatter an, leichte Panik beschlich den einen oder die andere. Alles, was halbwegs offiziell aussah, wurde belagert und mit Fragen gel\u00f6chert, ein wildes Hin und Her \u2013 aber letztlich sa\u00df ein jede\/r auf einem Platz \u2013 wir ziemlich weit vorne mit Blick aus dem Panoramafenster. Eine dreiviertel Stunde nach dem geplanten Start, setzte sich der Bus in Bewegung, alle mussten Maske tragen, die Hitze war ertr\u00e4glich und so rollten wir durch Faro, sp\u00e4ter auf die N 125 und dann auf die Autobahn. Wir glitten an der Ria Formosa vorbei, hie und da winkte uns ein Storch aus seinem Nest \u2013 und kurz hinter Monte Gordo passierten wir die spanische Grenze. Bl\u00fchenden B\u00e4ume trennten die Fahrspuren der unterschiedlichen Richtungen, ich tr\u00e4umte lesend aus dem Fenster, Pia lauschte den Worten ihres H\u00f6rbuchs.<\/p>\n<p>Gute zweieinhalb Stunden sp\u00e4ter fuhren wir in Sevilla ein, \u00fcberquerten den Guadalquivir und landeten nach ein paar Schlenkern im Busbahnhof Plaza de Armas, der um einiges gr\u00f6\u00dfer schien als sein Pendant in Faro. Als wir den Bahnhof verlie\u00dfen, fielen uns drei Dinge auf. Die lastende Hitze, die trinkfreudigen Schotten und die leuchtend lila Bl\u00fcten der Jacarandab\u00e4ume, welche die Allee vor dem Busbahnhof s\u00e4umten. Unsere Unterkunft lag gute 900 Meter vom Bahnhof entfernt, wir schlenderten mit dem Navi in der Hand durch die verwinkelten Gassen, wenn sich Menschen auf den Stra\u00dfe zeigten, waren es Schotten, die bei Bier und Tapas in ihren blauen oder orangenen Trikots gut gelaunt den Tag begossen. Morgen findet wohl tats\u00e4chlich das Endspiel statt. Finale. Europacup. So ganz war diese Erkenntnis nicht bis in all meine Fasern durchgedrungen. Eintracht Frankfurt kann den so oft besungenen Europapokal nach Hause holen, das klingt so unwirklich. Europapokal ist der unl\u00e4ngst verstorbene J\u00fcrgen Grabowski. Ist Bernd Nickel, Fred Schaub, Bruno Pezzey. Sind krisselige schwarzwei\u00df-Bilder aus irgendeinem Ostblock Land. H\u00f6lzenbeins Sitzkopfballtor gegen Bukarest. Aber doch nicht morgen? An den Balkonen der Wohnh\u00e4user hingen die Fahnen von Betis Sevilla.<\/p>\n<p>Wir erreichten die Unterkunft nach einer Viertelstunde, klingelten und harrten der Dinge. Aber es geschah nichts. Kein Summen, kein freundliches Hallo, nichts. Auch war kein Hotelschild \u00fcber der T\u00fcr angebracht, einzig eine klickbare Nummerntafel, deren Code wir nicht hatten, verwies auf einen m\u00f6glichen Einlass. So standen wir in der Glut von Sevilla und blickten uns fragend an. Wir hatten die Unterkunft ja vor \u00fcber einem Jahr gebucht und in uns keimte die latente Angst, dass bei den derzeitigen astronomischen Preise unsere Zimmer wom\u00f6glich anderweitig vergeben waren. Andererseits hatte uns vor ein paar Tagen eine schmucklose Nachricht erreicht, dass weitere Infos am Anreisetag folgen w\u00fcrden. Wir hatten unsere Ankunftszeit vermittelt \u2013 14 Uhr, offizieller Check-in war eine Stunde sp\u00e4ter. Kaum wollten sich die ersten Sorgenfalten ins Gesicht schieben, ploppten drei Nachrichten in meinem Handy auf. Auf Spanisch. Aber wir konnten den News immerhin den Code entnehmen, den wir sofort ausprobierten. Mit leichtem Summen \u00f6ffnete sich die T\u00fcr \u2013 und wir standen im angenehm k\u00fchlen Erdgeschoss eines zweist\u00f6ckigen Hauses. Der Schl\u00fcssel f\u00fcr unser Zimmer hing am Schl\u00fcsselbrett, gegen\u00fcber wartete ein K\u00fcche mit allem auf, was das reisende Herz begehrt. Wasserkocher, K\u00fchlschrank, sowie ein Tisch mit vier St\u00fchlen. Sogar Kaffee und Tee stand bereit. Wir schleppten uns die Stufen nach oben, mit jedem Schritt wurde es w\u00e4rmer, bis wir vor unserer T\u00fcr standen. Der Schl\u00fcssel passte, der Raum war klein, aber mit eigener Dusche, das Bett ordentlich gemacht \u2013 clean and tidy aber warm. Wir lie\u00dfen das Fenster zur Stra\u00dfe geschlossen. Ein paar Schritte nebenan ging es auf die f\u00fcr alle G\u00e4ste offen stehende Dachterrasse. Sonnenschirme spendeten Schatten, w\u00e4hrend sich eine leere W\u00e4scheleine \u00fcber die Terrasse spannte. Hinten in der Ecke gab es eine Hand- bzw. Fu\u00dfbrause. Alsbald lernte ich, den Wasserstrahl zun\u00e4chst ins Leere laufen zu lassen, die ersten Strahlen waren durch die Sonne richtig hei\u00df, genau wie die vom Licht beschienenen Bodenfliesen. Ich setzte mir in der K\u00fcche einen Tee auf und hockte mich dann oben unter den Sonnenschirm in den Schatten. Pia platzierte derweil ihre Kosmetika auf dem Nachttisch und setzte sich bald dazu. Ol\u00e1 Sevilla. Hier sind wir. Unten auf der Stra\u00dfe war es ruhig, die gegen\u00fcberliegenden H\u00e4user hielten die Fenster geschlossen. Auf der W\u00e4scheleine baumelte mein Eintracht-Tallinn-Schal. Einziger Wermutstropfen war der Verlust meiner roten Sonnenbrille, der sich schon in Portugal angebahnt hatte. Kaum in Sevilla angekommen, brach der B\u00fcgel endg\u00fcltig ab. Die Brille flog in den M\u00fclleimer \u2013 und ich hatte einen Auftrag: Mir genau die gleiche Brille zu besorgen. Zur Not f\u00fcr ein paar Euro bei einem der hoffentlich zahlreichen Schwarzh\u00e4ndler. Doch ganz so einfach sollte es nicht werden.<\/p>\n<p>Gegen drei Uhr ging es frisch geduscht zur\u00fcck auf die Stra\u00dfe. An allen Ecken und Enden wimmelte es von Schotten, t\u00f6nten Ges\u00e4nge durch die Gassen, die Stimmung war gleichwohl turbulent wie friedlich, hie und da erblickten wir einige Eintrachtler in wei\u00dfen Shirts, so lautete auch diesmal das Motto der Fahrt: Alle in Wei\u00df nach Sevilla. Wir werteten den Anblick des nahen Plaza de La Concordia als Zeichen des kommenden Sieges, zumal der Platz des Herzogs Victoria nur einen Steinwurf daneben lag. Wir schoben uns durch die Gassen, tranken unterwegs Wasser und Coke, die wir uns in den meist von Asiaten gef\u00fchrten kleinen M\u00e4rkten besorgten. In jedem einzelnen schaute ich zudem nach Sonnenbrillen. Es gab sie in allen Farben und Gr\u00f6\u00dfen \u2013 nur eben nicht in rot. So trotteten wir weiter, verirrten uns zwischen Gesch\u00e4ften mit geschlossenen Rolll\u00e4den, Pl\u00e4tzen mit erhabenen Kirchen, Bars und Schotten. Ein Gassenwirrwarr, das dem unge\u00fcbten Auge stets gleich aussah und doch so verschieden schien. Es hie\u00df, fr\u00fcher oder sp\u00e4ter landest du an der Kathedrale \u2013 und so kam es auch. Zuvor entdeckten wir noch eine Stra\u00dfenbahn, lackiert in den Farben des Finales, garniert mit dem Wappen der Eintracht und dem der Rangers sowie einen silber gl\u00e4nzenden Uefa-Cup, der die Bummelnden zu Fotos verlockte. Hier kosteten die Sonnenbrillen auch nicht mehr f\u00fcnf Euro sondern zw\u00f6lf, was aber auch egal war, da es sowieso keine rote gab. Ich kniff die Augen zusammen und marschierte weiter. M\u00e4chtig wuchs die Kathedrale in die H\u00f6he, schwarz-gelbe Pferdekutschen, die Gondeln Sevillas, warteten auf betuchte Touristen, um sich klappernder Hufe durch die Altstadt kutschieren zu lassen und uns zog es an den Fluss. Das touristische Pflichtprogramm war absolviert, jetzt versprachen wir uns auf der anderen Seite weniger Get\u00fcmmel und im Schatten des Ufers vielleicht auch eine frische Brise. Unterwegs trafen wir Anjo, der uns freundlich begr\u00fc\u00dfte und n\u00e4mliches erz\u00e4hlte. Ein paar Schritte weiter besorgten wir uns in einem Tourist-Office einen Stadtplan, den die gleicherma\u00dfen h\u00fcbsche wie offenherzige Angestellte uns wortreich \u00fcberreichte. Dabei hielt sie ihren recht offenen Busen kokett mit einer Hand notd\u00fcrftig bedeckt, als sie sich zu uns her\u00fcber beugte. \u201eHier ist die Kathedrale,\u201c erkl\u00e4rte sie, \u201edort ein Museum und hier \u2026\u201c fuhr sie kenntnisreich fort, w\u00e4hrend ich auch auf die Karte blickte, eine Br\u00fccke in unmittelbarer N\u00e4he erkannte und mich freundlich bedankte. Sie l\u00e4chelte. Pia auch. Rote Sonnenbrillen gab es aber auch hier nicht.<\/p>\n<p>So trieben wir \u00fcber die Br\u00fccke Puente de San Telmo auf die weniger belebte Seite des Flusses. Ein paar Schiffe lagen vor Anker, in einiger Entfernung entdeckten wir eines jener Kreuzfahrtschiffe, die ich aus tiefstem Herzen verachtete. Hier in Triana war von der hektischen Betriebsamkeit wenig zu sp\u00fcren, die Einheimischen waren meist unter sich. Erst sp\u00e4ter realisierte ich, dass wir im Grunde nicht am Flussufer waren, sondern nur an einem innerst\u00e4dtischen Seitenarm des Guadalquivir, was der Szenerie aber keinen Abbruch tat. An der Kirche Santa Ana rasteten wir im gleichnamigen Caf\u00e9, tranken einen Caf\u00e9 con Leche mit Blick auf die Kirche, schlenderten ein paar Meter nach oben, wo zwei, drei Restaurants recht einladend winkten und wir beschlossen, des Abends hier erneut aufzuschlagen. Und so schlenderten wir weiter, erfreuten uns an den kalten Wasserdampf spr\u00fchenden Ventilen an den Sonnend\u00e4chern der Restaurants, warfen hie und da einen Blick in verschiedene L\u00e4den, rauchten eine Cigarette am Fluss und marschierten \u00fcber die \u00fcberdachte Br\u00fccke Puente Cristo de la Expiraci\u00f3n (El Cachorro) zum Busbahnhof weiter bis zur Unterkunft in der Calle Pascual de Gayangos. Wann jedoch welche L\u00e4den offen hatten, bleib uns bislang allerdings im Detail verborgen. Nur wenn sie ge\u00f6ffnet hatten, sa\u00dfen dort Schotten und tranken.<\/p>\n<p>In unserer Unterkunft selbst war es ruhig, auch die Dachterrasse hatten wir f\u00fcr uns. Ich br\u00fchte mir einen Tee, duschte meine F\u00fc\u00dfe ab und setzte mich lesend in den Schatten. Cesaria Evora sang dazu \u00fcber ihre Heimat, den Kap Verden. Das Lied, welches sich im <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Piscina_Municipal_de_Montju%C3%AFc\">Piscina Municipal de Montju\u00efc<\/a> in Barcelona in mein Leben eingebrannt hatte.<\/p>\n<p>\u201eDort oben am Himmel bist du ein Stern, der nicht gl\u00e4nzt<\/p>\n<p>Hier im Meer bist du ein Sandkorn, das nicht nass ist<\/p>\n<p>Verstreut in der Welt drau\u00dfen &#8211; Nur Felsen und Meer\u201c<\/p>\n<p>Sodade. Sehnsucht.<\/p>\n<p>Ganz behutsam drehte sich der Tag in den Abend, wir verlie\u00dfen unsere Unterkunft, die Stra\u00dfe, in der sie lag, f\u00fchrte schnurstracks zum Fluss und wir \u00fcberquerten die dritte Br\u00fccke des heutigen Tages, bis wir wieder am Platz Santa Ana landeten und einen freien Platz unter freiem Himmel in der gut besuchten Taberna la Plazuela fanden. Um uns herum sa\u00dfen vorwiegend Spanier in aufgeregte Gespr\u00e4che vertieft, die Kellner waren flott und auf den ersten Blick ein wenig zu besch\u00e4ftigt, sie wuselten umher, brachten unentwegt kleine Cervezas und gro\u00dfe Tapas an die Tische, bis auch wir zufrieden unsere Bouquerones und Salat futterten. Hie und da bellte ein Hund. Kaum hatten wir bezahlt, entdeckten uns Hal und Monika. Hal organisiert seit Jahren die Schiffe auf den Europapokalfahrten, also setzten die beiden sich zu uns. Wir orderten eine erneute Runde Cerveza und unterhielten uns noch eine ganze Weile \u00fcber Gott und die Fu\u00dfballwelt mitten in Triana\/Sevilla. Es war einer jener unbeschwerten Sommerabende in einer fremden Stadt, die so leicht vor\u00fcberzogen und doch nachhaltig in Erinnerung bleiben werden. Auf der anderen Seite des Flusses sangen die Schotten.<\/p>\n<p>Der R\u00fcckweg f\u00fchrte uns in der Dunkelheit vorbei an der sich herrlich im Wasser spiegelnden Puente de Isabel II, die sich in weiten B\u00f6gen \u00fcber den Fluss zog. Pl\u00f6tzlich flammten auf der innerst\u00e4dtischen Seite der Br\u00fccke Feuerwerksraketen auf, Blaulicht funkte in die Finsternis und etliche Menschen, kleine schwarze Punkte in kurzen Hosen, flitzten die Stra\u00dfe entlang, die parallel einige Meter \u00fcber dem Uferweg entlang f\u00fchrte. Einige dieser Punkte h\u00fcpften rennend von der Stra\u00dfe auf den Uferweg und humpelten gest\u00fctzt von Kollegen m\u00fchsam weiter, die springenden Menschen erinnerten uns an Bilder von der Titanic. Nur dass es nichts ins Wasser ging, sondern auf den harten Betonboden des Uferwegs. Gute Besserung. Wir wanderten unseres Weges, entdeckten einen dieser britischen Plastikhelme, die \u2013 wie wir nun wissen, aus nicht flammbaren Material sind \u2013 und wanderten zur\u00fcck in die Unterkunft. Jetzt konnten wir das Fenster \u00f6ffnen, frische Nachtluft str\u00f6mte ins Zimmer, w\u00e4hrend wir noch einen Absacker auf der Dachterrasse nahmen. Von der Stra\u00dfe drang ab und an die englische Stimme Googles zu uns, die fachgerecht einen Weg erkl\u00e4rte. Manch einer der Heimkehrer nutzte die ganze Breite der Stra\u00dfe, aber daf\u00fcr war sie auch da. Dann fielen wir in die Betten und schlummerten einen traumlosen Schlaf. Der letzte Schlaf vor dem gro\u00dfen Finale in Sevilla. Mittlerweile konnten wir auch die digitalen Tickets, die uns die alle Daten unkontrolliert abgreifende App der Uefa aufgen\u00f6tigt hatte, vitalisieren. Wir hatten es tats\u00e4chlich geschafft: Wir lagen am Abend des Endspiels in den vor \u00fcber einem Jahr reservierten Betten in Sevilla. Eintracht Frankfurt international!<\/p>\n<p>ngg_shortcode_0_placeholder<a href=\"https:\/\/www.beveswelt.de\/?p=15159\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Teil I der Reise<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.beveswelt.de\/?p=15206\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Teil III der Reise<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.beveswelt.de\/?p=15238\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Teil IV der Reise<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kaum waren wir in Fuseta angekommen, mussten wir auch schon wieder los. Wir lie\u00dfen den gr\u00f6\u00dften Teil unserer Habseligkeiten in der Unterkunft und spazierten mit leichten Gep\u00e4ck in Richtung Bahnhof. 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