{"id":14955,"date":"2022-02-20T18:21:43","date_gmt":"2022-02-20T17:21:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.beveswelt.de\/?p=14955"},"modified":"2022-02-20T18:53:32","modified_gmt":"2022-02-20T17:53:32","slug":"sge-vs-1-fc-koeln-feat-ylenia-und-zeynep","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.beveswelt.de\/?p=14955","title":{"rendered":"1.FC K\u00f6ln vs SGE feat Ylenia und Zeynep"},"content":{"rendered":"<p>Immerhin 500 Eintrachtler durften zum Ausw\u00e4rtsspiel der SGE nach K\u00f6ln, das ist nicht gerade viel, aber wenigstens etwas &#8211; und wir hatten Gl\u00fcck und bekamen Tickets, wof\u00fcr wir uns extra auf den Seiten des 1. FC K\u00f6ln registrieren mussten, geschenkt. Hauptsache wir sind mal wieder unterwegs. Und das waren wir auch. Am Abend zuvor machte ich noch ein kleine Nachtf\u00fchrung durch unser Stadion.<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\nIn den vergangenen Tagen wehte ein Sturm \u00fcber Deutschland hinweg, Z\u00fcge fielen aus, Kinder mussten nicht in die Schule, doch der Dacia stand vollgetankt bereit. Ein Verm\u00f6gen floss in den Tank &#8211; doch da wir zu viert waren, sollte die Fahrt mit dem PKW im End weitaus g\u00fcnstiger werden als mit der Bahn. P\u00fcnktlich um halb zw\u00f6lf trudelt G\u00f6tz bei uns ein, keine halbe Stunde sp\u00e4ter holen wir Kathrin in Kalbach ab und rollen gem\u00e4chlich auf die A661. Nat\u00fcrlich gem\u00e4chlich, mit dem 75-PS Kombi und vier Personen kommt es anders gar nicht in Frage, zumal wir anschlie\u00dfend durch den Taunus fahren und bei jeder Steigung die Taunus-Radler schnurstracks an uns vorbei ziehen. Wir h\u00e4tten auch erst bei Bad Camberg auf die A3 auffahren k\u00f6nnen, doch die Gefahr, durch umgest\u00fcrzte B\u00e4ume am Weg gehindert zu werden, erscheint uns riskanter als auf dem k\u00fcrzeren Weg \u00fcber K\u00f6nigstein und Eppstein. So tuckern wir ungehindert \u00fcber Berg und Tal und entern bei Sonnenschein nahe Niedernhausen die A3. Pia hatte in weiser Voraussicht meine Sonnenbrille eingepackt, ein in den vergangenen Wochen fast vergessenes Utensil. Von Zeit zu Zeit schallen Ges\u00e4nge durch das Auto: &#8222;Sieben Tage brennt der K\u00f6lner Dom &#8230;&#8220;, dann pluggert ganz brav leise Musik aus den Lautsprechern &#8211; auf dem Highway to K\u00f6ln.<\/p>\n<p>Der Verkehr auf der A3 ist \u00fcberschaubar, ab und an verlasse ich sogar die rechte Spur, um einen LKW zu \u00fcberholen, linker Hand der Limburger Dom und ehe wir uns versehen, erblicken wir den K\u00f6lner Dom &#8211; als wir \u00fcber die Severinsbr\u00fccke &#8222;Deutschlands sch\u00f6nste Stadt&#8220; (Eigenwerbung) erreichen. Ein paar Minuten sp\u00e4ter parken wir den Wagen an einem kleinen Kanal in Alt-Lindenthal, schwenken kurz das Eintracht-F\u00e4hnchen und wandern auf die D\u00fcrener Stra\u00dfe auf der Suche nach einer Gastwirtschaft und entdecken die Adler-Apotheke &#8211; ein Zeichen? Ja, aber kein Gutes. Im Haus Schwan werden wir f\u00fcndig, gutb\u00fcrgerliches Ambiente, freundliche Bedienung. Unaufgefordert wandern die kleinen K\u00f6lsch-Gl\u00e4schen auf unsere Pl\u00e4tze, anschlie\u00dfend Schnitzel, Currywurst oder Kartoffelpuffer. Man h\u00e4tte hier versacken k\u00f6nnen &#8211; und wie sich nach Spielende herausstellte, vielleicht auch sollen. Aber wir sind wegen der Eintracht hier und machen uns pappsatt auf den Weg Richtung Stadion, wobei die Bedienung uns noch zufl\u00fcstert: &#8222;Hoffentlich gewinnt ihr&#8220;. Dies sieht der Wirt naturgem\u00e4\u00df anders, doch guter Dinge wandern wir durch den nahe gelegenen Park. Zeichen des Sturms liegen auf den Wegen, G\u00e4nse, Samstagspaare und Passanten sind unterwegs und so erreichen wir \u00fcber die Sportanlagen und das Landhaus Kuckuck wenig sp\u00e4ter das M\u00fcngersdorfer Stadion, welches heutzutage RheinEnergieSTADION hei\u00dft.<\/p>\n<p>Die Gesamtauslastung liegt heute coronabedingt bei 10.000 Zuschauern, von daher ist der Andrang \u00fcberschaubar. Da G\u00f6tz keine Eintrittskarte hat, wandern wir \u00fcber die Wiese Richtung Aachener Stra\u00dfe, G\u00f6tz ist guter Dinge, doch er ist nicht der einzige der sucht. Diverse Optionen im Internet haben sich zerschlagen, darunter auch ein Abzocker, der die gleichen Tickets gleich mehrfach angeboten hat. Leute, passt auf, was ihr macht. Unterwegs treffen wir nat\u00fcrlich einige bekannte Gesichter, Hauptgespr\u00e4chsthema ist gar nicht mal das bevorstehende Spiel, sondern die Vergabe der raren Tickets f\u00fcr das kommende Heimspiel gegen Bayern M\u00fcnchen. Viele, die in den vergangenen Monaten trotz Corona der Eintracht die Stange gehalten hatten, sind diesmal leer ausgegangen, die Bewerbungen f\u00fcr die Karten \u00fcberstiegen das 10.000er Kontingent bei Weitem. Fragt sich schon, ob die Leute die Eintracht sehen wollen, oder die Bayern, zumal in der ersten Bewerbungsphase nur die Dauerkarteninhaber angesprochen wurden. Macht euch mal Gedanken.<\/p>\n<p>Wir treiben uns mit G\u00f6tz noch ein Weilchen vor den Toren des Stadions herum, doch dann w\u00fcnschen wir ihm viel Gl\u00fcck und machen uns auf den Weg ins Innere. Einer der wenigen Vorteile der Pandemie ist, dass du in der Regel beim Einlass nicht viel Zeit brauchst, kein Gedr\u00e4nge kein Geschiebe, weder bei der Kontrolle des Impfnachweises, noch beim Passieren des Eingangs. Zwar konnten wir bei der Ticketbuchung nur definierte Pl\u00e4tze ausw\u00e4hlen, doch der Brauch will, dass sich ausw\u00e4rts jede\/r dort hin stellt, wo grade Platz ist. Unsere gebuchten Pl\u00e4tze waren ganz oben und wer mich ein bisschen kennt, wei\u00df, dass ich sowieso immer dort stehe. Von hier entdecken wir beim Blick durch die Glasscheiben G\u00f6tz, der noch immer die Hoffnung in sich tr\u00e4gt, eine Karte zu ergattern. Irgendwann verlieren wir ihn aus den Augen &#8211; sp\u00e4ter kommt die Nachricht aus einem K\u00f6lner Brauhaus, dass es dann doch nicht geklappt hat. Daf\u00fcr gesellt sich Frank, der mit der Fanabteilung gekommen ist zu uns. Sonst ist Frank immer einer der ersten im Stadion, diesmal musste er sich den Gesetzen der sp\u00e4ten Anreise unterordnen &#8211; aber ist angekommen und der Anpfiff l\u00e4sst noch ein Weilchen auf sich warten.<\/p>\n<p>Der K\u00f6lner Karneval wirft dieser Tage schon seine Schatten voraus, entsprechend das Unterhaltungsprogramm, wir ignorieren irgendetwas mit &#8222;Dreigestirn&#8220;, w\u00e4hrend die Stadionregie unabl\u00e4ssig irgendwelche Ver- und Gebote \u00fcber die Lautsprecher verk\u00fcndet. Maskenpflicht hier, Rauchverbot dort und auch \u00fcber die Z\u00e4une klettern d\u00fcrfen wir nicht. Das angek\u00fcndigte bundesweites Stadionverbot schwebt \u00fcber uns wie ein Damoklesschwert, dem wir trotzig widerstehen. Musik br\u00fcllt ins unsere Ohren, die Stadt mit K wird besungen und w\u00e4hrend wir noch \u00fcberlegen, ob Kassel oder Kathmandu, stohn se zu dir FC K\u00f6lle. Ehrlich, das ganze inszenierte Kaspereletheater mit \u00fcberh\u00f6htem Traditionsgehabe, gesponsert vom \u00f6rtlichen K\u00f6lschdealer samt marktschreierischem Animationsgetue wirkt auf mich nur noch \u00fcberzogen. Je gr\u00f6\u00dfer der ganze Ballon k\u00fcnstlich aufgeblasen wird umso l\u00e4cherlicher wirkt er. Das gilt beileibe nicht nur f\u00fcr K\u00f6ln. Dreht alle Regler einfach runter.<\/p>\n<p>Egal, das Spiel beginnt, da es ganz oben recht zugig ist, wandern wir ein paar Meter nach unten, K\u00f6ln zu Beginn ohne Modeste die Eintracht mit Kostic. Der EFFZEE scheint aufgeweckter, die Eintracht mit Chancen, die traditionell vergeben werden &#8211; von daher der Begriff &#8222;Traditionsverein&#8220;. Ich betrachte vertr\u00e4umt die rot-wei\u00df beleuchteten Pylonen an den Stadionecken, zaghafte Supportversuche versickern in der dr\u00e4uenden K\u00e4lte, und mit jeder Minute steigt die Erkenntnis, dass dieses Spiel trotz meines dezenten Optimismus vor Spielbeginn nicht gewonnen wird. In der Halbzeit gehe ich fest davon aus, dass Matthias Scherz in der 90. des Siegtreffer f\u00fcr K\u00f6ln erzielen wird, so wie gef\u00fchlt immer. Okay, er hat 2009 seine Zeit beim FC beendet, doch man wei\u00df ja nie.<\/p>\n<p>In der Halbzeit macht sich Kathrin auf den Weg zum Getr\u00e4nkestand und da sie nach einem Weilchen noch nicht wieder auftaucht, schaue ich, ob ich ihr beim Tragen helfen kann. Sie steht immer noch ganz hinten in der Schlange, die sie einmal gewechselt hat. Nat\u00fcrlich ziehen jetzt die Wartenden der anderen Schlange an ihr vorbei. Die Sache zieht sich, nebenan steht Gerre. Freudige Begr\u00fc\u00dfung. Dann will er Pia um den Hals fallen und merkt kurz vor dem Abschluss, dass es gar nicht Pia ist, die neben mir steht. Kurze Irritation, dann kommen unsere Getr\u00e4nke und wir k\u00e4mpfen uns nach oben, das Spiel l\u00e4uft schon. Aber es wird nicht viel besser. Nach einer guten Stunde wird Modeste eingewechselt und jedem hier ist klar, was passieren wird. Es wird hin und her gewechselt, doch bei uns im Sturm laufen nicht Ylenia oder Zeynep auf, von daher ist der K\u00f6lner Strafraum recht aufger\u00e4umt. Als sich das Spiel dem Ende zuneigt, passiert, was passieren musste. Kamada spielt den Ball beim Spielaufbau einem K\u00f6lner in die F\u00fc\u00dfe, dieser wiederum schickt Modeste auf die Reise und prompt steht es 1:0 f\u00fcr die K\u00f6lner. Da die viermin\u00fctige Nachspielzeit irgendwann austrudelt und nichts Nennenswertes mehr passiert, verliert die Eintracht das Spiel. Und wir stehen dumm da. Gelernt ist gelernt.<\/p>\n<p>Stande pede verlassen wir das weite Rund, beim Ausgang treffe ich noch auf die Fanbetreuung und w\u00e4hrend ich auf Kathrin und Pia warte, dr\u00fcckt mir Christian einen K\u00f6lner Karnevalsorden versehen mit den Wappen des FC und der Eintracht in die Hand, den er von einem K\u00f6lner bekommen hatte. Ich bin ja kein gro\u00dfer Sammler, aber im Eintracht-Museum haben wir solch ein Exponat noch nicht, dort ist es gut aufgehoben. Bald darauf ist unsere kleine Truppe wieder beisammen, und wir machen uns in der Dunkelheit auf den Weg zur Stra\u00dfenbahn. W\u00e4hrend die erste vor unserer Nase weg f\u00e4hrt, nimmt uns die zweite mit &#8211; und sechs Stationen sowie 10 Minuten Fu\u00dfweg sp\u00e4ter landen wir wieder am Dacia. Leicht bedr\u00f6ppelt und durchgefroren, aber wohlbehalten. Ein paar Minuten danach taucht auch G\u00f6tz wieder auf, in der Hand ein 5-Liter-F\u00e4sschen K\u00f6lsch einer kleinen K\u00f6lner Brauerei. Alles wird sachgerecht verstaut, dann geht\u2018s \u00fcber die Severinbr\u00fccke zur\u00fcck auf den Highway. Bald landen wir wieder auf der A3, es ist leise im Dacia, nur die Musik untermalt die Fahrt, mal ist es Xavier Rudd, mal Sea Power, die fr\u00fcher British Sea Power hie\u00dfen, mal sind es Tocotronic. Wir \u00fcberqueren die &#8222;Sieg&#8220;, halten ihr den Mittelfinger entgegen und k\u00e4mpfen uns tapfer durch den Westerwald. Jetzt liegt das pittoresk beleuchtete Limburg vor uns im Tal und schon n\u00e4hern wir uns Frankfurt.<\/p>\n<p>In Frankfurt bringen wir erst G\u00f6tz nach Hause, der mit seinem K\u00f6lsch-F\u00e4sschen in die Dunkelheit wandert und ein paar Minuten sp\u00e4ter verl\u00e4sst uns Kathrin, die gar nicht weit von uns entfernt wohnt, so dass wir nach einem Wimpernschlag den Dacia parken und alsbald die Treppen nach oben marschieren. Pia trinkt noch einen Absacker, ich mache mir einen Tee und so lassen wir den Tag noch einmal Revue passieren. Sch\u00f6n war es, wieder einmal waren wir unterwegs, sammelten Eindr\u00fccke und Erlebnisse, selten genug in den vergangenen 24 Monaten. Wenn nur der verdammte Fu\u00dfball nicht w\u00e4re.<\/p>\nngg_shortcode_0_placeholder\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Immerhin 500 Eintrachtler durften zum Ausw\u00e4rtsspiel der SGE nach K\u00f6ln, das ist nicht gerade viel, aber wenigstens etwas &#8211; und wir hatten Gl\u00fcck und bekamen Tickets, wof\u00fcr wir uns extra auf den Seiten des 1. FC K\u00f6ln registrieren mussten, geschenkt. Hauptsache wir sind mal wieder unterwegs. Und das waren wir auch. Am Abend zuvor machte [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":14956,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[19,9,10,21,12],"tags":[1572,1332,1823,2419,2418,413,2416,2417],"class_list":["post-14955","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-auswarts","category-eintracht-frankfurt","category-photographie","category-text","category-wortwelt","tag-1-fc-koeln","tag-dacia","tag-eintracht-frankfurt","tag-goetz","tag-kathrin","tag-pia","tag-ylenai","tag-zeynep","post-preview"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.beveswelt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/14955","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.beveswelt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.beveswelt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.beveswelt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.beveswelt.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=14955"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/www.beveswelt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/14955\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":14974,"href":"https:\/\/www.beveswelt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/14955\/revisions\/14974"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.beveswelt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/14956"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.beveswelt.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=14955"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.beveswelt.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=14955"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.beveswelt.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=14955"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}