{"id":14898,"date":"2021-11-24T07:27:06","date_gmt":"2021-11-24T06:27:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.beveswelt.de\/?p=14898"},"modified":"2021-11-27T09:21:59","modified_gmt":"2021-11-27T08:21:59","slug":"auswaertssieg-freiburg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.beveswelt.de\/?p=14898","title":{"rendered":"Ausw\u00e4rtssieg! #Freiburg"},"content":{"rendered":"<p>Ein warmer Sommertag, gem\u00fctlich spazieren wir an der Dreisam entlang \u2013 und in der H\u00f6he erhebt sich der Schwarzwald. Am Wasserh\u00e4suchen noch ein Road-Beer, um sp\u00e4ter im G\u00e4steblock nichts vom Spiel zu sehen. So war es fr\u00fcher einmal beim Fu\u00dfball in Freiburg. Heute ist dies anders.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Pia und ich hatten die Tickets f\u00fcr das Ausw\u00e4rtsspiel in Freiburg schon recht fr\u00fch geordert. In den Tagen danach schossen die Covid-Infektionszahlen in ungeahnte H\u00f6hen, so dass uns leise Zweifel kamen, ob diese Ausw\u00e4rtsfahrt wirklich eine gute Idee ist. Da uns zwischendrin jedoch die Auffrischungsimpfung begegnete, die Veranstaltung drau\u00dfen ist und wir bei allen anderen Ausw\u00e4rtsspielen dieses Jahr oben im Stehblock gen\u00fcgend Platz hatten, gingen wir die Sache an. Au\u00dferdem war ich neugierig auf das neue Freiburger Stadion. Dass Heike und Frank mitkamen, rundete die Angelegenheit ab.<\/p>\n<p>P\u00fcnktlich um 9:20 Uhr holt uns Heike ab, ich besorge mir noch ein P\u00e4ckchen Tabak \u2013 dann geht es weiter zu Frank, um anschlie\u00dfend an einem grauen Sonntagmorgen auf die Autobahn zu rollen. Neblig ist&#8217;s\u2018s in den H\u00fcgeln des Odenwaldes, viel Verkehr nicht unterwegs, wir verquatschen die Zeit, tanken in Lahr, kommen gut durch und befahren in Freiburg Neuland. Erstmals spielt die Eintracht im neuen Stadion an der Messe, da m\u00fcssen wir uns selbst ob der Begebenheiten vor Ort erst einmal schlau machen. Nah der Messe wird es \u00f6de, LKWs parken am Stra\u00dfenrand und die ersten Freiburger spazieren Richtung Stadion, erstaunlich ob der fr\u00fchen Uhrzeit und der K\u00e4lte. Wir tasten uns vorsichtig Richtung Parkplatz, derer es einige gibt. Kurzerhand entscheiden wir uns, wenige Meter vor der Endhaltestelle der Stra\u00dfenbahn zu parken \u2013 doch wirken kostenfreie Parkpl\u00e4tze in Freiburg h\u00f6chst verd\u00e4chtig. Tats\u00e4chlich, ein kleines Schild verweist auf LKW-Parkpl\u00e4tze, so switchen wir kurzerhand um und stellen uns auf den Park-und-Ride Parkplatz unmittelbar daneben \u2013 und wir tuen gut daran. Ein vorbeikommender Freiburger erz\u00e4hlt uns, dass sie genau an dieser Stelle vergangene Woche abgeschleppt h\u00e4tten. Richi kommt vorbei und auch ihn bewahren wir vor einem optionalen Drama.<\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend z\u00f6ckeln wir mit der Stra\u00dfenbahn in die City, drehen unsere Runde ums M\u00fcnster, sehen den nebligen Schwarzwald, wasserleere B\u00e4chle und geschlossene Wirtsh\u00e4user. Der Weihnachtsmarkt hat ob des Totensonntags ebenfalls geschlossen, was einen musizierenden Indiojungen nicht davon abh\u00e4lt, fr\u00f6hliche Weisen zu intonieren. Da die Zeit f\u00fcr einen ausgiebigen Restaurantbesuch zu knapp wird, machen wir uns gem\u00e4chlich auf den R\u00fcckweg, ergattern in der Bahn, die an jeder Station immer voller wird, noch einen Sitzplatz, bis wir \u00fcber die Uni das Stadion erreichen. Messe, Flughafen, Stadion, Parkpl\u00e4tze, Beton. Wir k\u00f6nnten hier auch in Mainz oder Augsburg oder Sinsheim sein. Rote Busse stehen in Reih und Glied und warten auf etwas, der Beton ist abwaschbar, klinisch, und Menschen wandern Richtung Stadion, ein seelenloses Etwas am Rande der Welt. Gelbe Leuchtbuchstaben verk\u00fcnden den Namen. <em>Europa Park Stadion<\/em>. Rein theoretisch gibt es keinen Grund, an diesem Ort zu sein. Au\u00dfer nat\u00fcrlich Eintracht Frankfurt.<\/p>\n<p>Wir marschieren Richtung G\u00e4steeingang, der Einlass ist brauchbar organisiert, erst erfolgt der Impfcheck, anschlie\u00dfend wird abgetastet, dann der Ticketcheck. Geht schnell und ohne Gedr\u00e4ngel. Immerhin \u2013 und einen reinen Fraueneingang hat es auch. Drinnen gibt es erst einmal eine Wurst, die, als ich sie erhalte, eiskalt ist. Der Stehblock ist unten und ziemlich klein und \u00fcber Geb\u00fchr schon 30 Minuten vor Anpfiff gef\u00fcllt &#8211; viel zu voll f\u00fcr meinen Geschmack, f\u00fcr Corona-Zeiten sowieso. Masken sind eher selten, ein \u201eOben\u201c gibt es quasi nicht und ich ersp\u00e4he keinen f\u00fcr mich akzeptablen Platz. Letztlich werden wir bei den Rolli-Fahrern, die in \u00fcberschaubarer Anzahl vor Ort sind, hinter den Stehpl\u00e4tzen halbwegs f\u00fcndig. Durch den Treppenaufgang im R\u00fccken steht niemand hinter uns \u2013 dennoch saust meine Laune Richtung K\u00f6lner Keller. Der Stehblock wird erst recht ein Spa\u00df, so eines Tages der Zaun voller Banner h\u00e4ngt und f\u00fcnf Schwenkfahnen 90 Minuten durch geschwenkt werden. Heute ist es nur eine \u2013 und alleine die geht mir auf die Nerven. Zudem ist es kalt.<\/p>\n<p>Kurz und gut, ich hasse alles und frage mich, weshalb ich nicht bei einer Tasse Tee auf dem Sofa liege, ein St\u00fcckchen Schokolade dazu. Dann sehe ich Pia, Heike und Frank \u2013 und denke mir alles wird gut, zumal ich mich auf einen einzelnen Sitz direkt vor mir stelle und der Platz \u00fcber mir gerade so reicht. Au\u00dferdem trage ich die Gewissheit in mir, dass die Eintracht heute gewinnt. Zur Sicherheit habe ich f\u00fcr Freiburg getippt. Dann geht\u2018 los, die Eintracht in schwarz, Freiburg in rot. Das Stadion selbst sieht aus wie ein Stadion, recht gro\u00df die Heimtrib\u00fcne, Petersen spielt nicht und Hinteregger auch nicht. Und w\u00e4hrend ich noch so vor mich hingrummel, zoppelt es an meiner Jacke. Als ich nicht reagiere, zoppelt es st\u00e4rker, bis ich ein bisschen den Halt verliere. Denke noch, da begr\u00fc\u00dft mich jemand aber aufdringlich, bis ich einem Ordner ins Auge blicke, der mich halb vom Stuhl zieht. Anfassen geht gar nicht, also zack auf 180. Pia h\u00e4ngt an mir und nicht nur sie, ich tobe noch ein bisschen, der Ordner besinnt sich und bevor die Sache eskaliert, vertragen wir uns einvernehmlich. Feisal dr\u00fcckt mir ein Bier in die Hand und alsbald kehrt Ruhe ein. Ich verbiege meinen Kopf, um die Fahne zu umblicken, Freiburg macht das Spiel \u2013 und die Eintracht ein Tor. Menschen fallen \u00fcbereinander, ich ducke mich weg. High Five und die gabllte Faust muss reichen. Lindstr\u00f6m wars gewesen. Dann fluppt noch ein Kostic-Freisto\u00df zum 0:2 kurz vor dem Pausenpfiff ins Netz. Halbzeit, die Eintracht f\u00fchrt. Ich werde milder.<\/p>\n<p>Ich gehe zum Fu\u00dfball, um die Zeit um mich herum zu vergessen, eins zu werden mit dem Spiel. Supporten, Verzweifeln, Leiden und Jubeln. Aber nicht, um 45 Minuten rumzudenken. Immerhin, wir steigern uns in die zweite Halbzeit rein, das Gef\u00fchl kommt \u2013 und irgendwann bin ich drin. Vergesse alles, fokussiere mich aufs P\u00f6beln und Singen. Die Eintracht steht unter Druck, Freiburg fehlt das Torgl\u00fcck zum Gl\u00fcck, und so ballern <em>wir<\/em> uns mit Gl\u00fcck und Verstand in die letzten Minuten. Einem Freibuger Treffer w\u00fcrde todsicher noch der zweite folgen, doch da der erste nicht f\u00e4llt und der Schri irgendwann abpfeift, bleibt es beim 0:2. Vorher sangen wir noch \u201eIm Herzen von Europa\u201c, jetzt br\u00fcllen wir \u201eAusw\u00e4rtssieg\u201c, feiern die Mannschaft und machen uns vom Acker. Meine H\u00e4nde sind zu kalt, um zu drehen, wir marschieren mit vielen anderen Richtung Messe, bleiben zuweilen stehen, weil irgendwo vorne eine Bahn einen \u00dcbergang passiert, quetschen uns zwischen den Z\u00e4unen hindurch und landen nach einer Weile am Auto. Gott, was war das f\u00fcr ein wichtiger Ausw\u00e4rtssieg. Daf\u00fcr stehen wir gerne eine gute Stunde auf dem Parkplatz, so wirklich viel bewegt sich n\u00e4mlich nicht. Insgesamt ein sehr \u00fcberschaubares Konzept f\u00fcr ein nagelneues Stadion. Dann geht es schlie\u00dflich \u00fcberraschend flott weiter. Wir entscheiden uns, nicht Richtung Autobahn zu fahren (dort geht es eher z\u00e4h vorw\u00e4rts), sondern Richtung Z\u00e4hringen. Das geht wesentlich fixer, zumal ich aus Versehen (Ehrenwort) auf der Busspur lande, den kleinen Stau an der Ampel \u00fcberhole, als ich es merke, mich ganz vorne einordne und noch ehe der Hintermann \u201eF\u00fcchsle\u201c sagen kann, bei Gr\u00fcn schon wieder weit vorne liege. Manchmal muss man nur auf Zack sein. Also eigentlich immer.<\/p>\n<p>Heike hat derweil ein griechisches Restaurant ausbaldowert, welches wir in wenigen Minuten erreichen und sogar einen Parkplatz vor Ort finden. Es macht einen gem\u00fctlichen Eindruck, f\u00fcr uns wird sogar noch trotz Vollreservierung Platz geschaffen und alsbald sitzen wir bei Spezi (ich) und Ouzo (alle anderen) und sind zufrieden. Souvlaki, Bifteki und Gyros wird aufgetischt, die Bedienung ist ausgesprochen unpr\u00e4tenti\u00f6s freundlich und wir sind h\u00f6chst zufrieden. Mit gef\u00fclltem R\u00e4nzlein verabschieden wir uns und tuckern durch die dunkle bald regenfeuchte Nacht. Im Auto ist es ruhig, die Scheibenwischer schwappen stoisch \u00fcber die Scheibe. Lahr, Offenburg, Baden Baden, Mannheim, Darmstadt. Gute zwei Stunden sp\u00e4ter sind wir wieder in Frankfurt und rollen \u00fcber die Miquelallee Richtung Eschersheim. Nach weiteren 10 Minuten verabschieden wir uns und nach noch weiteren 10 Minuten liege ich im Bett. So bald zieht mich eher wenig nach Freiburg, aber Unterwegssein ist dann doch immer sch\u00f6n. Man erlebt ja immer was, auch wenn wegen des verfickten Virus das alles nicht wirklich klasse ist. Aber die Erinnerungen bleiben. Und die Hoffnung. Ausw\u00e4rtssieg!<\/p>\nngg_shortcode_0_placeholder\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein warmer Sommertag, gem\u00fctlich spazieren wir an der Dreisam entlang \u2013 und in der H\u00f6he erhebt sich der Schwarzwald. 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