{"id":14858,"date":"2021-11-06T11:21:41","date_gmt":"2021-11-06T10:21:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.beveswelt.de\/?p=14858"},"modified":"2021-11-06T12:40:58","modified_gmt":"2021-11-06T11:40:58","slug":"europas-beste-mannschaft-piraeus-sge","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.beveswelt.de\/?p=14858","title":{"rendered":"Europas beste Mannschaft: Pir\u00e4us &#8211; SGE"},"content":{"rendered":"<p>Flughafen Athen. In einer guten Stunde wird der Flieger Richtung Frankfurt abheben, wir sitzen am Gate B13. Ein paar Meter hinter uns an einer Bar hockt die Fatboys Gang bei einem Sch\u00f6ppchen, Gerre schlurft vorbei, w\u00e4hrend Basti noch versucht, \u00fcber die Warteliste in den Flieger zu kommen. Die Eintracht hat gespielt. In Pir\u00e4us. Und wir waren dort.<!--more--><\/p>\n<p>Begonnen hat alles schon zwei Wochen zuvor. Damals ging unser Flieger nach Athen, just an dem Tag, an dem die Eintracht gegen Pir\u00e4us spielen sollte. In Frankfurt. Wir hatten kurz entschlossen eine Reise auf eine kleine Insel gebucht und dabei nicht bedacht, dass am Abflugtag das Europapokalspiel von Eintracht Frankfurt gegen Olympiakos Pir\u00e4us stattfinden wird. Damals schauten wir die Partie auf einer abgeranzten Dachterrasse auf einem Tablet bei milden Temperaturen in der N\u00e4he des F\u00e4hrhafens von Pir\u00e4us. Das war ein Erlebnis der besonderen Art. Einen Tag sp\u00e4ter brachte uns die F\u00e4hre auf unsere Insel. Dazu an anderer Stelle mehr.<\/p>\n<p>Zw\u00f6lf erholsame Tage sp\u00e4ter schippern wir zur\u00fcck nach Pir\u00e4us, sa\u00dfen zuvor noch an der kleinen Hafenbucht in Kamares, lauschten den Wellen und gleiten nun in die Dunkelheit \u00fcber die \u00c4g\u00e4is Richtung betriebsamer Zivilisation. Dario fragt nach, wo wir stecken, doch wir sind noch immer unterwegs. Mit einiger Versp\u00e4tung erreichen wir den Hafen in Pir\u00e4us &#8211; und die Hektik des rasenden Lebens hat uns nach zw\u00f6lf Tagen Inselstille wieder. So sch\u00fctteln wir die Taxifahrer ab, die uns einen Lift anbieten und wandern vorbei an F\u00e4hren, hupenden Autos und knatternden Scootern Richtung S-Bahn. Warten ewig an den Ampeln und m\u00fcssen bei Gr\u00fcn doch aufpassen, nicht \u00fcber den Haufen gefahren zu werden. Nat\u00fcrlich landen wir zun\u00e4chst an der Metro, doch nach ein paar Metern entdecken wir den Eingang zur einger\u00fcsteten S-Bahn-Station, l\u00f6sen zwei Tickets Richtung Athener Innenstadt und rattern durch die Nacht. Eine halbe Stunde sp\u00e4ter landen wir an der Station Omonia. Jetzt k\u00f6nnen wir umsteigen, ein Taxi nehmen oder laufen. Wir entscheiden uns f\u00fcr Letzteres \u2013 es sollte sich als kleiner Fehler herausstellen, der Weg zieht sich, es geht recht streng bergauf. Pia zieht ihr Rollk\u00f6fferchen hinter sich her, mein Rucksack h\u00e4ngt nach dem langen Tag schwer auf meinem R\u00fccken. Durch die Stra\u00dfen schieben sich Automassen, Roller bahnen sich br\u00fcllend ihre Wege dort, wo nur irgendwie Platz ist, irgendeiner hupt immer. Nach den Tagen auf der Insel ein echter Kulturschock, die letzten Meter ziehen sich. \u00dcberall sitzen Menschen in Kneipen, die H\u00e4userw\u00e4nde voller Graffiti, Leben. M\u00fcde und abgek\u00e4mpft erreichen wir nach 20 Minuten Fu\u00dfmarsch unsere Unterkunft, die in der f\u00fcnften Etage liegt, der Aufzug rasselt nach oben, das Zimmer ist sauber und wir k\u00f6nnen von der dazugeh\u00f6renden Dachterrasse einen spektakul\u00e4ren Ausblick \u00fcber die Athener Nacht genie\u00dfen. Angekommen. Wieder einmal.<\/p>\n<p>Nach einer kurzen Pause brechen wir noch einmal auf Richtung City. Vor \u00fcber zehn Jahren war ich mit der Reisegruppe der Fan geht vor schon einmal hier, den gro\u00dfen Syntagma-Platz mit dem Parlamentsgeb\u00e4ude erinnere ich noch gut, die fotogene Wachabl\u00f6sung der W\u00e4chter, die gegen\u00fcberliegende mond\u00e4ne Einkaufsstra\u00dfe, die Bettler. Und wir begreifen, dass Polizei und Wasserwerfer nicht wegen uns hier sind, sondern das Parlament bewachen. Wir treiben m\u00fcde und ziellos durch die Stadt, sind verwirrt ob der Betriebsamkeit, die sich ob der Jahreszeit und der sp\u00e4ten Stunde f\u00fcr Athener Verh\u00e4ltnisse noch in Grenzen h\u00e4lt. Mit einem Dosenbier in der Hand schleichen wir durch die Gassen, bis wir an einen gro\u00dfen Platz kommen. Menschen sitzen an den reich gedeckten Tischen \u2013 und wir ersp\u00e4hen an einem der Tische tats\u00e4chlich Dario und Stefan. Sie sind die ersten Frankfurter, die uns begegnen \u2013 und wir begegnen den beiden immer, wenn wir mit der Eintracht auf Reisen sind. Die ungeplanten Treffen zwischen uns und der Familie Minden sind inzwischen Tradition \u2013 und gewisserma\u00dfen die Grundbedingung f\u00fcr ein erfolgreiches Spiel der Eintracht. Aber dass wir uns kurz nach der Ankunft in einer nahezu Millionenstadt als erste begegnen, das ist schon kein Zufall mehr. Am Tisch sitzt noch eine illustre Ansammlung Eintrachtler, ein gro\u00dfes Hallo, ein Ouzo, dann tapern wir weiter, sind heute zu keinen Eskapaden mehr in der Lage. Selbst den geplante Weg Richtung Akropolis brechen wir ab. Auf den Treppenstufen nach oben erklingen griechische Melodien, Kellner r\u00e4umen die Tische ab, f\u00fcr manche G\u00e4ste ist es eine pittoreske Nacht bei griechischem Wein, uns fallen die Augen zu. Ein Taxi bringt uns f\u00fcr f\u00fcnf Euro zur\u00fcck in unsere Unterkunft, eine Cigarette auf der Dachterrasse. Gute Nacht Athen.<\/p>\n<p>Der n\u00e4chste Morgen beginnt mit einem spektakul\u00e4rem Athenblick auf dem Balkon, schon fr\u00fch brechen wir auf, jetzt kommt uns der Weg gar nicht mehr so steil vor. Unfassbare Rollermengen quetschen sich an uns vorbei, Autos warten hupend an den Ampeln, die B\u00fcrgersteige sind zuweilen recht holprig, \u00fcberall kleine Stra\u00dfencaf\u00e9s, in der Innenstadt joggt Matze an uns vorbei, derweil es uns Richtung Akropolis zieht. An der gleichen Stelle wie gestern bittet uns ein Kellner zum Fr\u00fchst\u00fcck, eine Idee, die wir dankend ablehnen. Daf\u00fcr weist er uns freundlich den Weg. Wieder geht es steile Stufen nach oben, wenigstens ist es ruhig. Katzen d\u00f6sen in der Sonne, eine deutsche Reisegruppe wird gef\u00fchrt, wir umrunden die H\u00e4nge des Gel\u00e4ndes und landen am Haupteingang, auch hier kaum Betrieb. Eine Gruppe gelangweilter Sch\u00fcler wartet auf den Anblick alter Steine, irgendwo entdecken wir einen Eintracht-Rucksack, eine amerikanische Reisegruppe hat sich mit billigen goldenen Lorbeerkr\u00e4nzen versorgt, um die monunmentale Tour standesgem\u00e4\u00df verkleidet anzutreten und w\u00e4hrend Pia Richtung Toilette marschiert, erkl\u00e4rt mir eine \u00e4ltere Frau auf englisch aus einem Kassenh\u00e4uschen heraus die Geschichte der Akropolis. Wie auf Knopfdruck sprudelt es aus ihr heraus, ich komme kaum zu atmen, wage es nur schweren Herzens, sie zu unterbrechen, hat sie doch zu allem auch noch Verwandtschaft in Darmstadt. Sch\u00f6ne Gr\u00fc\u00dfe. Ich rei\u00dfe mich los, wir wandern wieder Richtung Altstadt, begegnen der Reisegruppe Medien der Eintracht, Akropolis Adieu.<\/p>\n<p>Jetzt treiben wir durch die Plaka, Souvenirl\u00e4den an allen Ecken und Enden, ich interessiere mich eher f\u00fcr Streetart, es ist warm und meine kurze Hose ist hinten eingerissen. Athen erwacht. Noch sind einige L\u00e4den geschlossen, aber Krach machen k\u00f6nnen sie auch jetzt schon. Die Athener. Am Parlament stehen die Wachen stramm, in der Markthalle die Augen tausend toter Tiere, ein paar Schritte dahinter sitzt die Fatboy Gang in einem Caf\u00e9, kurzes Hallo, f\u00fcr l\u00e4ngere Unterhaltungen sind wir noch nicht in der Lage. Uns zieht es nach <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Exarchia\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Exarchia<\/a>, dem umtriebigen Studentenviertel, wir trinken Kaffee, essen warme Croissants und wandern zur\u00fcck in die Wohnung, ein letztes Ruhep\u00e4uschen vor dem Spiel. Weit der Blick \u00fcber die D\u00e4cher Athens. Matchday.<\/p>\n<p>Unser Mittagessen nehmen wir unten an der Stra\u00dfenecke ein, das vor allem von Griechen besuchte Restaurant ist eine gute Wahl, derweil wir uns mit Pauline zusammen organisieren. Sie hat im vergangenem Jahr in Thessaloniki studiert und steht jetzt vor ihrer R\u00fcckkehr nach Deutschland. Das Spiel aber will sie noch mitnehmen. So treffen wir uns wenig sp\u00e4ter am Parlamentsgeb\u00e4ude, die Wachabl\u00f6sung findet just im Moment statt und wir wandern durch den angrenzenden Park Richtung Treffpunkt der Eintrachtler. Da Pir\u00e4us ein hei\u00dfes Pflaster f\u00fcr Ausw\u00e4rtsfans ist, werden wir vom alten Olympiastadion mit Shuttlebussen ins Stadion kutschiert. Aber noch ist Zeit. Wir werfen einen Blick auf die alte 100 Meter Strecke und setzen uns mit einem Dosenbier in den Schatten. Langsam f\u00fcllt sich der Platz, Gude hier, Gude dort, Nadine kommt vorbei, sie hat unsere Tickets. Ich hatte ja schon einen Schreck bekommen als es hie\u00df, die Tickets werden mit der Post versandt, derweil wir auf einer kleinen Insel entspannten, meilenweit von unserem Briefkasten entfernt. Aber eins, zwei Mails gen\u00fcgten und alles lie\u00df sich l\u00f6sen. Danke daf\u00fcr. Auf die Tickets muss fein s\u00e4uberlich Name und Passnummer notiert werden, die seltenen Kulis machen die Runde, dann mahnt die Security zum Aufbruch, die Busse stehen bereit. Kurze Hektik kommt auf, die ersten beginnen aus Angst, keinen Platz mehr zu bekommen, die Nerven zu verlieren. Aber nat\u00fcrlich finden alle ihren Platz. Charlotte und Moritz fragen noch nach, ob es irgendwo Tickets gibt, aber wir m\u00fcssen leider passen. Jetzt geht es los, die Busse starten, wenden \u2013 und bleiben stehen. Nat\u00fcrlich, es zieht sich. Es zieht sich immer. Das ist der vielleicht unsportlichste Teil eines Ausw\u00e4rtsspiels, die Anreise und der Einlass ins Stadion. Meist ist es eng, die Zeit dehnt sich, nichts geht voran. So auch hier. Und als die Reise endlich losgeht, winkt uns der anarchische Athener Berufsverkehr. Meter um Meter k\u00e4mpfen wir uns Richtung Pir\u00e4us, vorbei an Rotlichtetablissements, an Autobahnen und Rollermassen. Einer hat seine Tickets im Hotel liegen lassen. Das ist jetzt eher ung\u00fcnstig.<\/p>\n<p>Doch auch die ungem\u00fctlichste Reise findet irgendwann ihr Ende, an graffitiverzierten Mauern und Autowracks vorbei schiebt sich die Kolonne auf den G\u00e4steparkplatz, die roten Tr\u00e4ger des Karaiskakis-Stadion ragen vor uns in die H\u00f6he. Auch das Einparken zieht sich, doch endlich spucken die Busse die Eintrachtler aus. W\u00e4nde, Z\u00e4une, und ein einziges Einlasst\u00f6rchen umgeben uns, Zeit f\u00fcr Cigaretten und Plauderei \u2013 bis wir uns in der Masse maskenbewehrt Richtung Einlass schieben. Jetzt parkt auch noch hinter dem Zaun der Olympiakos Bus. Wildes Gejohle. Es dauert ewig, bis wir dran sind. Ger\u00fcche, Gespr\u00e4chsfetzen, leichte Schieberei. Mensch f\u00fcr Mensch wird durchgelassen, Covid-Check, Passcheck, Ticketcheck, Securitycheck, Feuerzeug weg. Anf\u00e4ngerfehler. Ich hasse alles. W\u00e4re lustig, mal den Einlass beim Sportpresseball auf diese Art zu organisieren. Aber mit uns kann man es ja machen.<\/p>\n<p>Wir nehmen die Stufen nach oben, der G\u00e4steblock ist ein sch\u00e4biges, sich nach oben \u00f6ffnendes Dreieck, linker Hand durch eine Trib\u00fcne begrenzt, wenn du dort stehst, siehst du gar nichts, in der letzten Reihe Polizei. Wir finden annehmbare Pl\u00e4tze mit wohlfeiler Sicht. Bier gibt\u2018s nur unter der Hand, Feuer bei einigen wenigen Cleveren. Kurz vor Spielbeginn ist das Stadion gut besetzt, die UEFA h\u00e4lt ihr \u00fcberfl\u00fcssiges Prozedere ab, der Rasen wird gew\u00e4ssert und wir br\u00fcllen irgendwas mit \u201eEintracht\u201c. Und Charlotte und Moritz haben tats\u00e4chlich noch Tickets bekommen, lachend wandern sie nach oben. Unsere Jungs ohne Kostic und Hinteregger in schwarz, Pir\u00e4us in rot-wei\u00df. Eine Choreo mit rot wei\u00dfen F\u00e4hnchen sorgt f\u00fcr Europapokalflair. Auf der Heimkurve lesen wir \u201eGate 7\u201c und auf der Trib\u00fcne \u201eEmpire\u201c, dann fliegen die F\u00e4hnchen auf den Boden, das Spiel beginnt. \u201eAllez, allez, allez, Eintracht Frankfurt, Eintracht Frankfurt\u2026\u201c skandieren wir, bis der erste halbwegs vern\u00fcnftige Spielzug von Olympiakos den Gastgeber in F\u00fchrung bringt. Alles wie immer in dieser Saison \u2013 doch wir werden kurz darauf eines Besseren belehrt, kaum ist die Eintracht mal im Strafraum von Pir\u00e4us, f\u00e4llt ein paar Minuten sp\u00e4ter der Ausgleich. Kamada. Wir fallen \u00fcbereinander und supporten vor uns hin. Das Schiedsrichtergespann pfeift \u00e4hnlich uninspiriert wie die Eintracht kickt, nach vorne so gef\u00e4hrlich wie Torben mit seiner kaputten Wasserpistole nach hinten halbwegs solide und mit Kevin Trapp. Halbzeit.<\/p>\n<p>Auch die zweite H\u00e4lfte blubbert vor sich hin, Pir\u00e4us bleibt immer wieder gef\u00e4hrlich, die Eintracht h\u00e4lt wacker aber gl\u00fccklos dagegen, doch Feuer ist nicht im Spiel. Nicht auf den R\u00e4ngen, nicht in meiner Hosentasche und nicht auf dem Rasen. Olympiakos startet auf den R\u00e4ngen immer mal wieder einen formidablen Wechselgesang, aber die rechte H\u00f6lle ist das auch nicht. Einen Wechselgesang, den wir \u00fcbrigens mit einem gepflegten \u201eAuf die Fresse\u201c beantworten. Der Block neben uns ist auch mit Eintrachtlern besetzt, der daneben ist gesperrt und im 24er recken einige Olympiakoniken die Mittelfinger uns entgegen. Die Zeit pl\u00e4tschert dahin, H\u00f6hepunkt des Spiels ist zweifelsfrei der Volleyschuss unseres Trainers, der w\u00fctend den Ball Richtung Trib\u00fcne kickt. Beste Aktion. Europacup in diesem Jahr.<\/p>\n<p>Wir konzentrieren uns alsbald auf die 90.Minute. Gegen Fenerbace z\u00e4hlte der Elfer nicht, in Antwerpen bekamen wir einen, den Paciencia zum Siegtreffer verwandelte und heute? Passiert in der 90. nicht viel. Aber zwei Minuten sp\u00e4ter kombiniert sich die Eintracht \u00fcber N\u00b4Dicka und Lindstr\u00f6m nach vorne und Hauge schiebt die Kugel ins Tor. Wir drehen durch, das ist doch unfassbar. Da irrlichtert die Eintracht eine komplette zweite Halbzeit durch Zeit und Raum, hat Gl\u00fcck, dass sie nicht zur\u00fcck liegt \u2013 und geht kurz vor dem Abpfiff in F\u00fchrung. Wir liegen uns in den Armen, br\u00fcllen \u201eAusw\u00e4rtssieg\u201c und hoffen noch, dass die Ecke von Pir\u00e4us entsch\u00e4rft wird. \u201ePfeif ab, du Luftbumb\u201c \u2013 ein Ruf, der nur wenig sp\u00e4ter erh\u00f6rt wird. Das Spiel ist aus. Die Eintracht hat gewonnen. Alles Leiden, hoffen, bangen, verzweifelte Abwinken hat ein Ende. AUSW\u00c4RTSSIEG!<\/p>\n<p>Eine gute halbe Stunde singen wir ununterbrochen \u201eEuropas beste Mannschaft\u201c, wir singen uns in einen Rausch, vor unserer Trib\u00fcne wird die Mannschaft gefeiert, vor unserer Trib\u00fcne finden die Interviews statt. Wir singen weiter. Immer weiter. Das Stadion ist leer, fast leer, im 24er Block werfen ein paar Unzufriedene Wasserflaschen in unsere Richtung, die im leeren 25er landen, wir singen. Zwischendrin \u201eOli, trink nen Ouzo\u201c, als Oliver Glasner interviewt wird. Und dann \u201eIm Herzen von Europa\u201c. J\u00f6rg dr\u00fcckt mir seinen Eintracht-Schal in die H\u00e4nde. Wir stehen im nahezu leeren Stadion, alle Mann und alle Frauen und die Eintracht-Hymne erklingt aus allen Kehlen und schreibt sich f\u00fcr alle Zeiten in die Stadionmauern ein. Vergessen die beschissene Anreise, vergessen der unw\u00fcrdige Einlass, vergessen das Gekicke. \u201eEintracht vom Main, nur du sollst heute siegen\u201c. Und das hat sie. Unsere Eintracht.<\/p>\n<p>Dann werden die Ausg\u00e4nge ge\u00f6ffnet, wir str\u00f6men \u00fcber die Sitze nach unten, Platz 16 ist kaputt, treffen uns auf dem Parkplatz, suchen einen Platz in einem der Busse, werden f\u00fcndig und gleiten wenig sp\u00e4ter durch Pir\u00e4us, ein letzter Blick aufs Stadion, Highway, Athen, Olympiastadion bei Nacht. Dort hat noch ein Kiosk ge\u00f6ffnet, wir verabschieden uns von Pauline, die in die Dunkelheit verschwindet, treffen Katja und Alex, plaudern, trinken noch ein Bierchen, schlendern r\u00fcber zum Syntagma-Platz, sitzen auf dem M\u00e4uerchen und erinnern uns vergangener Reisen und Erlebnisse, bis es Zeit zum Aufbruch wird, es ist weit nach 2 Uhr. Ein Taxi bringt uns flott in unsere Unterkunft, eine Cigarette mit Blick auf die Athener Nacht. Ein letztes Einschlafen in Griechenland.<\/p>\n<p>Fr\u00fch am Morgen packen wir unsere 8-Kilogramm-Habseligkeiten zusammen, wandern ein paar Meter nach unten, g\u00f6nnen uns warme Croissants, frischen O-Saft und handgemachten Cappuccino, ein letzter Weg in die Unterkunft, eine letzte Taxifahrt, die sich trotz der kurzen Strecke zur Metro gewaltig zieht, dann verschluckt uns der U-Bahnschacht, nach 15 Minuten kommt die Bahn, 45 Minuten sp\u00e4ter sind wir wieder dort, wo wir vor \u00fcber zwei Wochen gelandet sind. Wir m\u00fcssen noch unsere Bordkarten holen, was ob Covid nicht digital m\u00f6glich war, doch vor uns ist niemand. Wir besorgen uns die Tickets, wandern zur Sicherheitskontrolle, Pias Abstecher zum Duty Free, meiner Richtung Raucherraum. Unort Raucherraum wie Freund Flo immer sagt. Das Boarding ist halbwegs p\u00fcnktlich und mehr oder minder zivilisiert, der Flieger ist voller Eintrachtler, so ganz anders als auf dem Hinflug, dann heben wir ab. Zu trinken gibt es eine winzige Flasche Wasser, zu essen ein Minit\u00e4felchen Schokolade \u2013 und nach zwei Folgen \u201eKastanienmann\u201c landen wir im November-Frankfurt \u2013 eine halbe Stunde vor der Zeit. Eine Cigarette, eine S-Bahnfahrt zur Konsti sp\u00e4ter, marschieren wir zur Stra\u00dfenbahnhaltestelle. Der Verkehr kommt uns unfassbar langsam und ruhig vor, als l\u00e4ge Watte \u00fcber allem \u2013 die beiden Tage in Athen haben einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Schon rumpelt die 12 an, wir steigen ein und oben am Park wieder aus. Nach ein paar Schritten sind wir wieder in unserer Stra\u00dfe. Tobi und Sarah kommen uns mit dem wenige Wochen alten Enno entgegen. Unsere Nachbarn. \u201eBoah, seht ihr braun und erholt aus\u201c meinen sie. Wir sind zuhause. Mit einem Packen voller Erinnerungen. An die Insel, von der sp\u00e4ter noch die Rede sein wird, von Athen und dem Spiel in Pir\u00e4us. Es ist sch\u00f6n, unterwegs zu sein, es ist sch\u00f6n, wieder zuhause anzukommen. Mein neuer Roller steht auch noch da. Hallo Frankfurt, da sind wir wieder.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Klickt auf ein Bild, dann \u00f6ffnet sich die Strecke. Allez, allez &#8230;<\/p>\nngg_shortcode_0_placeholder\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Flughafen Athen. In einer guten Stunde wird der Flieger Richtung Frankfurt abheben, wir sitzen am Gate B13. 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