{"id":13763,"date":"2019-08-24T13:18:43","date_gmt":"2019-08-24T11:18:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.beveswelt.de\/?p=13763"},"modified":"2019-08-24T14:19:47","modified_gmt":"2019-08-24T12:19:47","slug":"eintracht-frankfurt-europapokal-strassburg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.beveswelt.de\/?p=13763","title":{"rendered":"Eintracht Frankfurt, Europapokal &#8211; Stra\u00dfburg"},"content":{"rendered":"<p>Pia, Steffen und ich hatten Gl\u00fcck, wir konnten jeweils einen der raren Pl\u00e4tze in einem der Busse der Fanabteilung ergattern. Denn letztlich waren es zwei Busse, die uns am Bahnhof bzw Stadion einsammelten &#8211; und sich an einem sch\u00f6nen Donnerstag im August gegen 12:00 Uhr Richtung Stra\u00dfburg aufmachten. High noon. Europacup in diesem Jahr.<\/p>\n<p><!--more-->Unsere R\u00e4der hatten wir brav in einem Hof in der M\u00fcnchner angeschlossen, am Treffpunkt nat\u00fcrlich ein gro\u00dfes Hallo, wir waren eine kunterbunte Ansammlung von Wahnsinnigen, die sich wieder einmal unter der Woche aufmachten, um die Eintracht in Europa zu begleiten. Nat\u00fcrlich war der Andrang weit gr\u00f6\u00dfer, als letztlich bew\u00e4ltigt werden konnte, Tickets f\u00fcr das Spiel der Eintracht bei Racing Stra\u00dfburg waren rar, die geringe Kapazit\u00e4t des Meinau Stadions lie\u00df aber nicht mehr zu. Immerhin hatten sich etliche Eintrachtler schon zuvor auf den Weg ins Elsass gemacht, um vor Ort Tickets zu besorgen, und zumindest bis Dienstag hat es auch geklappt. Europacup macht erfinderisch.<\/p>\n<p>Bei strahlendem Sonnenschein rollen wir auf die Autobahn, nach dem Spiel in Vaduz wieder einmal eine Ausw\u00e4rtsreise, die uns nicht an den Rande von Asien f\u00fchrt, sondern nur knappe 230 Kilometer von Frankfurt entfernt ins benachbarte Frankreich. Im Vorfeld wurde das Spiel ja hei\u00df gekocht, von Betretungsverboten in Eintrachtoutfit gewisser Bezirke war die Rede, und die Freundschaft zwischen Racing und dem KSC bekannt, derweil unser Nachwuchs ja bekanntlich mit den Karlsruhern nicht ganz so eng ist. Aber aufpassen musst du ja eh immer und nichts wird so hei\u00df gegessen, wie es gekocht wird.<\/p>\n<p>Eigentlich wollten die beiden Busse ja Kolonne fahren, ein Vorhaben, welches irgendwie nicht ganz so geklappt hat. W\u00e4hrend die einen Richtung Hockenheim fahren, halten wir am Rasthof Bruchsal. Nat\u00fcrlich war Familie Minden an Bord, Stefan hat die Reiseleitung inne, und alle naslang werden Informationen gesammelt. Wie sieht&#8217;s an der Grenze aus, was machen die anderen? Respekt haben alle vor den n\u00e4chsten Stunden. Wie reagiert die Polizei, gibt es irgendwo Alarmsignale? Aber die Lage scheint weitgehend entspannt, in den Sitzen hinter uns feiern die Griesheimer. Noch am Stadion fiel Dario der t\u00e4towierte Busfahrer von Bus 1 auf, der uns auch schon nach Vaduz gebracht hatte. Wobei, genauer gesagt fiel ihm ein Tattoo ins Auge, das Symbol des italienischen Faschismus. Treuherzig erkl\u00e4rte der Fahrer, das Tattoo sei in Gedenken an seinen Gro\u00dfvater und h\u00e4tte mit Politik nichts zu tun. Nun gut, so wie mein Hakenkreuz auf der Stirn. Sagen wir so, bei der n\u00e4chsten Fahrt mit der Eintracht d\u00fcrfte der Fahrer sein Tattoo abkleben. Und das ist auch gut so.<\/p>\n<p>Linker Hand wachsen die H\u00fcgel des Schwarzwaldes in die H\u00f6he, aus den Boxen klingt ein Best of Abi 1984, bei Baden Baden treffen beide Busse wieder aufeinander, um sich gleich darauf wieder zu verlieren. Kurz darauf verlassen wir die Autobahn und gleiten \u00fcber die Landstra\u00dfe nach Kehl, einen \u00fcberschaubaren Ort am Rhein, der Grenze zu Stra\u00dfburg. Dort soll nach unseren Informationen der Fanmarsch beginnen, dort soll unser erster Halt sein, der n\u00e4chste dann am Stadion. Schon am ersten Kreisel im Ort werden wir von der Polizei angehalten, na das kann ja heiter werden. Doch au\u00dfer dem Hinweis, dass ein Parkplatz besetzt sei und einigen anderen Infos k\u00f6nnen wir unsere Fahrt unbehelligt weiter fort setzen. So kann&#8217;s weiter gehen.<\/p>\n<p>Kurz darauf spuckt uns der Bus in Kehl aus &#8211; mit der Ansage, letztlich vor dem Stadion auf uns zu warten, was ganz praktisch ist, da wir vorerst inkognito unterwegs sein wollten, im Stadion jedoch nicht. Und so machen sich Pia, Steffen und ich auf den Fu\u00dfweg nach Stra\u00dfburg, lassen Fanmarsch Fanmarsch sein und spazieren durch die Fu\u00dfg\u00e4ngerzone. Mit einem Eis in der Hand geht&#8217;s \u00fcber die Rheinbr\u00fccke, vorbei an einem kleinem Containerhafen. Die Sonne lacht, klarblau der Himmel und wir treiben per pedes Richtung Universt\u00e4t, unbehelligt von Gott und der Welt. Unser eigentliches Ziel ist ja das M\u00fcnster, aber der Weg zieht sich, so bleiben wir in einer Bar h\u00e4ngen. Zu Essen gibt&#8217;s zwar noch nichts, aber happy hour f\u00fcr Bier, der halbe Liter f\u00fcr 2,90 Euro, so setzen wir uns hin, treffen noch auf Annette und Bodo, schwatzen mit dem Wirt und nehmen dann die Stra\u00dfenbahn Richtung Stadion, mit der wir dann auch f\u00fcr 1,60 hoch rumpeln.<\/p>\n<p>Da wir nicht genau wissen, wo unsere Pl\u00e4tze liegen, steigen wir an der ersten Haltestelle am Stadion aus und laufen geradewegs KSC und Racing Ultras in die H\u00e4nde. Die lassen uns links liegen, wof\u00fcr wir recht dankbar sind und spazieren hoch zum G\u00e4steeingang. Unterwegs treffen wir nat\u00fcrlich noch die FUSSBALL 2000 Gang. Unser Bus parkt noch nicht im K\u00e4fig, sondern ein paar Meter entfernt, so trinken wir noch ein Sch\u00f6ppchen, ehe wir uns an der Polizei vorbei in den wahren G\u00e4stebereich schieben. \u00dcberall nat\u00fcrlich ein Gude wie, die Einlassnummer geht l\u00e4ssiger als gedacht, nur unser Block ist schon m\u00e4chtig gef\u00fcllt. Wir schieben uns nach oben, stehen irgend wann im Weg, bis jemand ruft: &#8222;Hier ist noch Platz&#8220;. Prima, wir also hoch in die allerletzte Reihe und schon sind wir in bester&nbsp; Gesellschaft. Genau vor uns stehen Basti und Kristian, nebenan winkt Anno, daneben Filzi, hintendran Ernst und direkt neben uns steht der alte Bockenheimer Haudegen Tommy. Naja, ihr wisst ja wie das ist, kann mir die ganzen Pappenheimer ja gar nicht alle merken, die Woche f\u00fcr Woche unterwegs sind. Gr\u00fc\u00dfe an alle.<\/p>\n<p>Das Stadion erinnert mich ein wenig an Bochum, das ist immer ein gutes Zeichen. Schon eine halbe Stunde vor Anpfiff singen wir uns in Trance, dies sollte mehr oder weniger bis zum Schlusspfiff und noch danach so weitergehen. Die Stra\u00dfburger begr\u00fc\u00dfen uns mit einer blauen Choreo, dann raucht und blitzt es ein bisschen, inmitten wehen die Fahnen, zuweilen verdecken sie mir die Sicht auf&#8217;s Spielfeld, was ich ja gar nicht mag. Heute geht&#8217;s, die Atmosph\u00e4re passt. Ganz ausverkauft ist das Meinau Stadion nicht, aber alle die vor Ort sind, machen ordentlich Rabbatz, diesmal auch die Fans der Heimmannschaft, so etwas ist man ja gar nicht mehr gew\u00f6hnt. Es ist auf jeden Fall eine grandiose Fu\u00dfballatmo, <em>ein Leben f\u00fcr den Support<\/em> w\u00fcrde Flo sagen, der heuer nicht dabei ist.<\/p>\n<p>Und dann geht&#8217;s los, die Eintracht in Schwarz-Wei\u00df, Stracing in Blau-Wei\u00df und der Schiri in Stabilo Boss rosa. Die erste Halbzeit ist aus Frankfurter Sicht ein arges Gew\u00fcrge, unsere Pokalhelden Gacinovic und Rebic bekommen gar nichts gebacken, sind aber nicht die einzigen. Stra\u00dfburg ist clever und giftig &#8211; und geht folgerichtig in F\u00fchrung, worauf sie direkt vor unserer Kurve jubeln. Ahhhhh, nach der ganzen Liebelei mit Tallinn und Vaduz endlich Hass.<\/p>\n<p>In Halbzeit zwei kommen mit Paciencia und Rode f\u00fcr die Pokalhelden zwei frische Spieler. Und die Eintracht macht Druck. Kamada gibt den Okocha, aber der Ball geht daneben. Unten regt sich alles auf: Hand, das war Hand. Ich hab&#8217;s dank der Fahnen nicht gesehen, klar, wer will schon Fu\u00dfball gucken, wenn man auch supporten kann. Hallo, hier, ich.<\/p>\n<p>Irgendwann gibt es neben mir Grumpel, zwei Jungs bekommen sich in die Wolle, ich versuche kurz, den Sozialarbeiter zu geben, dies klappt auch halbwegs und weiter wird gesungen. <em>Oh Eintracht Frankfurt, Europapokal, wir singen weiter, der Rest ist egal<\/em>. Zumindest fast. Trotz \u00dcberlegenheit f\u00e4llt aber kein Tor f\u00fcr uns, ab und an m\u00fcssen wir die Luft anhalten, um nicht noch einen zweiten Gegentreffer zu fangen, zumindest dies gelingt. Und so kassiert die Eintracht mal wieder eine Niederlage, gar nicht mal unverdient, das R\u00fcckspiel wird eine hei\u00dfe Kiste. So oder so.<\/p>\n<p>Nach Abpfiff m\u00fcssen wir noch etwas im Stadion bleiben, aber aus unserer Sicht bleibt weiterhin alles entspannt. Sp\u00e4ter landen wir bei unserem Bus, treffen unsere Museumkollegen, die es auf unterschiedlichen Wegen auch bis hierher geschafft hatten. Maj und Sebastian waren mit dem Auto hier, Pauline mit einem Fanbus. Als einzige Frau im Bus, das ist auch nicht immer ein Spa\u00df. Jungs, lasst unsere M\u00e4dels in Ruhe.<\/p>\n<p>Bald sitzen wir wieder im Bus, rollen auf eine Autobahn in Frankreich, die Fahrt zieht sich, auch eine Burger Braterei am Rastplatz in Deutschland hat schon zu, da muss ein Twix weiter helfen. Mittlerweile pennt der halbe Bus, der Tag fordert seinen Tribut. Am Stadion verl\u00e4sst uns ein Teil der Mitfahrer, der Rest f\u00e4llt an der S\u00fcdseite in die Frankfurter Nacht. Pia und ich schleppen uns hoch zu den Fahrr\u00e4dern und radeln m\u00fcde hoch ins Nordend. In drei Stunden klingelt mein Wecker, der Alltag wartet &#8211; aber das darf er auch. Und im R\u00fcckspiel biegen wir das Ding noch um. Europa ist einfach unsere sportliche Heimat. Allez allez allezhooo &#8230;<\/p>\nngg_shortcode_0_placeholder\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Pia, Steffen und ich hatten Gl\u00fcck, wir konnten jeweils einen der raren Pl\u00e4tze in einem der Busse der Fanabteilung ergattern. Denn letztlich waren es zwei Busse, die uns am Bahnhof bzw Stadion einsammelten &#8211; und sich an einem sch\u00f6nen Donnerstag im August gegen 12:00 Uhr Richtung Stra\u00dfburg aufmachten. High noon. 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