{"id":13469,"date":"2019-03-01T15:33:32","date_gmt":"2019-03-01T14:33:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.beveswelt.de\/?p=13469"},"modified":"2019-03-01T16:05:50","modified_gmt":"2019-03-01T15:05:50","slug":"theresienstadt-spuren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.beveswelt.de\/?p=13469","title":{"rendered":"Theresienstadt &#8211; Spuren"},"content":{"rendered":"\r\n<p>Die Fanbetreuung der Frankfurter Eintracht, unterst\u00fctzt durch das Eintracht Museum, dem Fritz Bauer Institut und Maccabi Frankfurt richtet unter dem Motto <a href=\"https:\/\/www.eintracht.de\/news\/artikel\/eintracht-frankfurt-gedenkt-mit-veranstaltungsreihe-70325\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Frankfurt - Theresienstadt - Eine Spurensuche (opens in a new tab)\">Frankfurt &#8211; Theresienstadt &#8211; Eine Spurensuche<\/a> \u00fcber verschiedene Veranstaltungen den Blick auf das Ghetto Theresienstadt, einen der perfidesten Orte im Rahmen der von Nationalsozialisten geplanten und durchgef\u00fchrten Vernichtung der Juden.<\/p>\r\n<p><!--more--><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Theresienstadt, eine Festungsanlage mit Kasernen und Wohnananlagen 60 Kilometer n\u00f6rdlich von Prag, wurde bis 1790 zur Verteidigung des Kaiserreich \u00d6sterreichs gegen die Preu\u00dfen erbaut. Die Stadt bot den Nazis nach der Besetzung der Tschechoslowakischen Republik nahezu perfekte Bedingungen, ein j\u00fcdisches Ghetto zu errichten. Leicht bewachbar durch den Festungscharakter der Stadt, die heute Terezin hei\u00dft, wurden nach hier von Oktober 1941 bis Mai 1945 144.000 Menschen deportiert. Die meisten von ihnen aus B\u00f6hmen und M\u00e4hren, Deutschland und \u00d6sterreich. \u00dcber 33.000 starben hier, \u00fcber 87.000 wurden in die Lager im Osten transportiert &#8211; dies bedeutete f\u00fcr die meisten von ihnen der sichere Tod. Unter denen die \u00fcberlebten, war Helmut &#8222;Sonny&#8220; Sonneberg, der im Alter von 13 Jahren noch im Februar 1945 von Frankfurt aus nach Theresienstadt deportiert wurde. Heute kann er \u00fcber seine Erfahrungen von damals sprechen &#8211; und ist wesentlicher Bestandteil der Veranstaltungsreihe, der er sich als <a href=\"https:\/\/www.eintracht.de\/news\/artikel\/auftaktveranstaltung-von-theresienstadt-eine-spurensuche-70561\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Zeitzeuge  (opens in a new tab)\">Zeitzeuge <\/a>zur Verf\u00fcgung stellt.<\/p>\r\n<p>Theresienstadt war kein Vernichtungslager obgleich die Menschen dort unter unertr\u00e4glichen Bedingungen litten. Mangelern\u00e4hrung, Krankheiten, Enge, Ungeziefer, aber auch der Verlust der W\u00fcrde trugen ihren Teil dazu bei, dass dennoch \u00fcber 33.000 Menschen, vorwiegend Juden &#8211; aber auch Christen, die von den Nazis als Juden definiert wurden, dort starben. Es sollte ein Vorzeigeghetto werden, um bei internationalen Kontrollen die Beobachter in die Irre zu f\u00fchren &#8211; was auch gelang. Vorwiegend \u00e4lteren und prominenten Juden wurde seitens der Nazis die Illusion vermittelt, sie w\u00fcrden in eine Art Kurort reisen &#8211; unmittelbar nach Ankunft fand diese Illusion ihr Ende. Zwischen Oktober 1941 bis zur Befreiung im Mai 1945 existierte das Ghetto. In diesen Jahren wurden von hier \u00fcber 87.000 Menschen in die Vernichtungslager in den Osten transportiert, f\u00fcr diese eine Reise in den sicheren Tod. Wer im Ghetto verblieb, verf\u00fcgte meist \u00fcber einen &#8222;privaten&#8220; Breich von ca 2qm, dicht an dicht mit anderen: Die Pritsche.<\/p>\r\n<p>Dennoch etablierte sich in Theresienstadt trotz allem Elends auch in jenen Jahren ein allt\u00e4gliches Leben. Es gab eine Fu\u00dfballliga, Kulturveranstaltungen sowie ein Kaffeehaus, dies alles unter j\u00fcdischer Selbstverwaltung, kontrolliert und bestimmt von der SS. In diesem f\u00fcr maximal 15.000 Menschen konzipierten Ort, in dem zuvor h\u00f6chstens 7.000 Menschen lebten, dr\u00e4ngten sich im September 1942 \u00fcber 58.000 Menschen. <strong>28 SSler<\/strong> reichten zusammen mit an die 200 tschechischen Gendarmen aus, das Ghetto zu \u00fcberwachen.<\/p>\r\n<p>Wer heute Theresienstadt besucht, wird konfrontiert mit einem St\u00e4dtchen, in dem keine 2000 Menschen leben und dessen Struktur sich kaum ver\u00e4ndert hat. Spuren des Ghettos sind auf den ersten Blick kaum zu erkennen. Es gibt ein Ghettomuseum im ehemaligen Kinderheim L417, eine Ausstellung in der ehemaligen Magdeburger Kaserne sowie \u00f6ffentlich zug\u00e4nglich das Kolumbarium, die Leichenhalle und das Krematorium &#8211; letztere au\u00dferhalb der Festungsmauern. \u00dcber der Eger hinweg befindet sich die kleine Festung, die als Gef\u00e4ngnis auch f\u00fcr politische Gefangene diente. Im Oktober 2019 wird es \u00fcber die Eintracht eine Bildungseise nach Theresienstadt geben. Im Kolumbarium werden wir auch eine Gedenktafel anbringen. Anbei einige Bilder von der Vorabfahrt im Februar 2019. Auch wenn sie zuweilen idyllisch erscheinen m\u00f6gen; an diesem Ort war das Grauen zuhause. Das heutige Parkhotel war das SS Kameradschaftsheim, ebenso wie der Marktplatz war dieser Bereich f\u00fcr die H\u00e4ftlinge nicht zug\u00e4nglich. Erst 1944 mit der Versch\u00f6nerung wurde der Marktplatz zur Arbeitsst\u00e4tte. Die Kirche blieb verschlossen, das Kreuz aber weithin sichtbar. Am Denkmal an der Eger wurde die Asche von 22.000 Juden aus Angst vor Entdeckung der Greueltaten in den Fluss gesch\u00fcttet, eine Arbeit, die ebenso wie den Bau des Krematoriums die Deportierten \u00fcbernehmen mussten.<\/p>\r\nngg_shortcode_0_placeholder","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Fanbetreuung der Frankfurter Eintracht, unterst\u00fctzt durch das Eintracht Museum, dem Fritz Bauer Institut und Maccabi Frankfurt richtet unter dem Motto Frankfurt &#8211; Theresienstadt &#8211; Eine Spurensuche \u00fcber verschiedene Veranstaltungen den Blick auf das Ghetto Theresienstadt, einen der perfidesten Orte im Rahmen der von Nationalsozialisten geplanten und durchgef\u00fchrten Vernichtung der Juden.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":13491,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[9,10,1964,12],"tags":[1823,2228,1955,1949],"class_list":["post-13469","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-eintracht-frankfurt","category-photographie","category-terezin-auschwitz","category-wortwelt","tag-eintracht-frankfurt","tag-helmut-sonneberg","tag-terezin","tag-theresienstadt","post-preview"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.beveswelt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/13469","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.beveswelt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.beveswelt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.beveswelt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.beveswelt.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=13469"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/www.beveswelt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/13469\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":13495,"href":"https:\/\/www.beveswelt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/13469\/revisions\/13495"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.beveswelt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/13491"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.beveswelt.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=13469"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.beveswelt.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=13469"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.beveswelt.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=13469"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}