{"id":13142,"date":"2018-10-27T11:00:13","date_gmt":"2018-10-27T09:00:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.beveswelt.de\/?p=13142"},"modified":"2018-10-27T11:31:14","modified_gmt":"2018-10-27T09:31:14","slug":"fussball-3000","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.beveswelt.de\/?p=13142","title":{"rendered":"Fu\u00dfball 3000"},"content":{"rendered":"<p>Es ist noch gar nicht so lange her, da war ich der festen \u00dcberzeugung, die Eintracht wird heuer gegen den Abstieg spielen. Und die ersten Spiele n\u00e4hrten diese \u00dcberzeugung. 0:5 gegen die Bayern, 1:2 in Ulm, ein angeschlagener Torh\u00fcter, ein \u00fcberspielter Rebic. Dazu kamen die Abg\u00e4nge von Hradecky, Mascarell, Boateng, Wolf und Barkok &#8211; und von den Neuzug\u00e4ngen schaffte es in Ulm au\u00dfer Torro keiner in die Startelf. Obendrein befand sich ein Fu\u00dfballgott in unfreiwilliger Fr\u00fchrente.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Die alles umfassende Euphorie des alles \u00fcberstrahlenden Pokalsieges wich recht bald einer Ern\u00fcchterung &#8211; und in der Tat purzelte die Eintracht nach und nach auf Platz 15 und stand vor dem richtungsweisenden Spiel gegen Hannover auf der Kippe. Mit Danny Blum hatte ein weiterer Spieler die Eintracht verlassen. Dazu fielen Chandler und Salcedo f\u00fcr einen l\u00e4ngeren Zeitraum aus. Der 15. gegen den 16. &#8211; eine Heimniederlage und die Reise w\u00fcrde nach unten gehen, die Stimmung kippen. Immerhin wurde mit der Verpflichtung von Kevin Trapp die perfekte Verst\u00e4rkung f\u00fcr Frederic R\u00f6nnow geholt, aber klar: Die Spirale des Misserfolges l\u00e4chelte h\u00e4misch aus dem Hintergrund. Dankenswerter Weise konnte mit dem \u00fcberraschenden Ausw\u00e4rtssieg in Marseille ein Ausrufezeichen gesetzt werden, der Fu\u00dfballgott war in Marseille ein Frankfurter, einer der wenigen, die ins Stadion durften. Wir schauten in die R\u00f6hre, in einer Taverne am Meer in Korfu.<\/p>\n<p>Das Spiel gegen Hannover ist schlappe vier Wochen her, die Frankfurter Fu\u00dfballwelt eine andere. Hannover 96 wurde humorlos mit 4:1 nach Hause geschickt, es begann der Stern von Evan Ndicka zu leuchten, nachdem Lucas Torro schon recht bald erkennen lie\u00df, dass er Mascarell durchaus ersetzen kann. Makoto Hasebe war zur\u00fcck in der Mannschaft, f\u00fcr mich einer der zentralen Spieler der SGE, der H\u00e4rte mit Eleganz verbindet, gepaart mit einer \u00dcbersicht, die dem geschultem Auge eigen ist und Kevin Trapp wurde der R\u00fcckhalt, den man erwarten durfte. Der Blick ging nach oben &#8211; und Richtung Europa League. Das Heimspiel gegen Lazio Rom stand vor der T\u00fcr, ein Festtag f\u00fcr die gesamte Eintracht, f\u00fcr ganz Frankfurt &#8211; zun\u00e4chst auch v\u00f6llig unabh\u00e4ngig vom Ergebnis. Zuvor hatte die Eintracht ja die Tickets f\u00fcr den Europacup im Paket verkauft, zu fairen Preisen, ohne dass die Gegner feststanden &#8211; sie gingen weg wie warme Semmeln. Nat\u00fcrlich war das Stadion ausverkauft, strahlte im festlichen Glanze auch ob der Choreographie &#8211; und was wurde es f\u00fcr ein rauschhafter Abend. 4:1 hie\u00df es am Ende, Danny da Costa traf gleich doppelt &#8211; hilfreich nat\u00fcrlich dabei die beiden Feldverweise f\u00fcr Lazio. Mit sechs Punkten aus zwei Spielen f\u00fchrte die SGE die Gruppe an &#8211; gegen Teams wie Olympique Marseille und Lazio Rom. Alleine dies war schon unfassbar. Ich begann leise an der These des Kampfes um den Klassenerhalt zu zweifeln. Umso tragischer die Geschichte des Lucas Torro. Nach dem Spiel wurde bekannt, dass ein Bruder kurz zuvor \u00fcberraschend verstorben war &#8211; und Torro sich dennoch daf\u00fcr entschied, zu spielen. Tr\u00e4nen flossen nach dem Spiel &#8211; auch gut zu sehen in der bemerkenswerten Doku von Nitro \u00fcber die internationale Saison der Eintracht.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich braucht es das Gl\u00fcck des T\u00fcchtigen. Schon im n\u00e4chsten Spiel in Hoffenheim &#8211; wo die Eintracht nur h\u00f6chst selten gut aussah, schien die Eintracht eine 2:0 F\u00fchrung leichtfertig zu verspielen. Zun\u00e4chst flog der Torsch\u00fctze Ante Rebic v\u00f6llig zu Recht mit gelbrot vom Platz, dann folgte der Anschlusstreffer und das gro\u00dfe Zittern. Doch Kevin Trapp hielt den Sieg fest. Es war der zweite Ausw\u00e4rtssieg im Kraichgau, den ersten, ein grandioses 4:0, feierten wir am 1. September 2012 &#8211; ebenfalls mit Trapp im Tor. Am Ende der Saison stand der sechste Platz und der Einzug in den Europacup.<\/p>\n<p>Kaum hatte sich die Eintracht also berappelt und blickte nach oben, kam die D\u00fcsseldorfer Fortuna ins heimische Stadion &#8211; ein Wiedersehen mit dem langj\u00e4hrigen Eintrachttrainer Friedhelm Funkel. Was folgte war ein n\u00e4chster historischer Abend. Hatte zuvor der D\u00fcsseldorfer Spieler Jean Zimmer kund getan, dass er die Eintracht so gar nicht mag, so d\u00fcrfte nach gespielten 90 Minuten diese Aussage weiterhin bestand haben. Zimmer sah kein Land, wie fast die gesamte Fortuna &#8211; doch es begann kurios. Die Eintracht dr\u00fcckte, erspielte sich Chancen &#8211; doch sie traf nicht. So k\u00f6nnen Spiele kippen, dr\u00fcckende \u00dcberlegenheit, ein Konter und zack, vorbei. Aber diesmal sa\u00df der Fu\u00dfballgott beim Videobeweis. Knapp 20 Minuten waren gespielt, Jovic hatte gerade ein gute Chance vergeben, als Schiedsrichter Deniz Aytekin zum TV schritt. Videobeweis &#8211; und niemand im Stadion, wusste weshalb. In der just vergangenen Szene gab es nichts, was auch nur im Ansatz f\u00fcr eine Interpretierung der Szenen sprechen h\u00e4tte k\u00f6nnen. Aber es gab Elfmeter f\u00fcr die Eintracht. Dem\u00fctig nahmen wir ihn hin &#8211; Haller traf und die Eintracht f\u00fchrte. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass in der vorvergangenen Szene ein Handspiel eines D\u00fcsseldorfers recht lange ungeahndet blieb, da der Ball nicht im Aus war. Erst dann konnte die Szene \u00fcberpr\u00fcft werden. Es wird der Tag kommen, da bist du schon zu Hause und musst nochmal zur\u00fcck ins Stadion, weil doch noch etwas passiert. Sei&#8217;s drum, jetzt klingelte es im Minutentakt &#8211; am Ende stand ein sensationelles 7:1 f\u00fcr Eintracht Frankfurt &#8211; und Luka Jovic hatte mit f\u00fcnf Treffern gleich zwei Rekorde aufgestellt. Niemals zuvor war es einem Spieler der Eintracht gelungen, f\u00fcnf Tore in einem Bundesligaspiel zu erzielen, vier Treffer, jeweils von Tony Yeboah und R\u00fcdiger Wenzel, waren bis dato das h\u00f6chste der Gef\u00fchle. Und Jovic ist der j\u00fcngste Spieler, dem f\u00fcnf Tore in einem Spiel gelungen sind. Die Eintracht stand tabellarisch nun vor den Bayern (mit Ex-Trainer Niko Kovac) und Lukas Trikot wanderte schnurstracks ins Eintracht Museum. F\u00fcnf ist Tr\u00fcmpf.<\/p>\n<p>Es folgte ein weiterer grandioser Abend, es ging Schlag auf Schlag. Im dritten Europa League Spiel erwartete Eintracht Frankfurt Apollon Limassol, der vermutlich leichteste Gegner der Gruppe. Aber Limassol musste sich nur knapp Lazio geschlagen geben und hatte zudem einen 0:2 R\u00fcckstand gegen Marseille egalisiert. Waren sich viele Experten vorher einig, dass Limassol und die Eintracht Platz drei und vier ausspielen werden, so hatten beide nun noch die Chance auf den Einzug in die n\u00e4chste Runde &#8211; und die Eintracht nutzte diese Chance weidlich. Und wieder half das Gl\u00fcck des T\u00fcchtigen. Zwar war die SGE nach einer wunderbaren Choreographie hoch \u00fcberlegen, doch es brauchte die Hilfe von Limassols Torh\u00fcter Bruno Vale, der einen harmlosen Schuss von Filip Kostic ins Tor kullern lies. Ein wuchtiger Kopfball von Haller brachte das 2:0, das auch bis zum Schlusspfiff Bestand hatte, die Eintracht lie\u00df etliche Chancen ungenutzt &#8211; und f\u00fchrt nun die Gruppe ohne Punktverlust an. Bei einem weiteren Sieg in Limassol w\u00e4re die SGE durch. Apropos Kostic &#8211; auch ein Wechsel, der zun\u00e4chst nicht gerade f\u00fcr Begeisterungsst\u00fcrme in Frankfurt gesorgt hat. Abgestiegen mit Stuttgart, abgestiegen mit dem HSV &#8211; und nun bei uns auf der linken Seite nahezu unverzichtbar. Sachen gibt&#8217;s.<\/p>\n<p>So hat sich binnen vier Wochen die Eintrachtwelt komplett gedreht &#8211; und im Eintracht Museum murmelte ein ehemaliger Deutscher A-Jugendmeister, der vom Fach viel versteht, (obgleich er geb\u00fcrtiger \u00d6sterreicher ist) unter vorgehaltener Hand von der Deutschen Meisterschaft. Und wenn wir schon bei \u00d6sterreich sind, dann d\u00fcrfen wir Adi H\u00fctter nicht vergessen, den Trainer der Eintracht, der die Arbeit eines Niko Kovac fortsetzt und perfektioniert &#8211; auch wenn sich das Personal gewandelt hat. Und wenn man sich die Truppe so anschaut, eine Offensive, die etliche Statistiken anf\u00fchrt, ein Torh\u00fcter, der zum Nationalteam geh\u00f6rt, eine Defensive um den alten Haudegen Abraham mit dem blutjungen Ndicka&nbsp; &#8211; dann k\u00f6nnte man schon ins Tr\u00e4umen geraten. Und wenn&#8217;s nicht f\u00fcr den Titel reicht (was zugegebener Ma\u00dfen vermessen w\u00e4re), dann immerhin zum Fu\u00dfball 3000. Und das ist doch auch schon mal was.<\/p>\nngg_shortcode_0_placeholder\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist noch gar nicht so lange her, da war ich der festen \u00dcberzeugung, die Eintracht wird heuer gegen den Abstieg spielen. Und die ersten Spiele n\u00e4hrten diese \u00dcberzeugung. 0:5 gegen die Bayern, 1:2 in Ulm, ein angeschlagener Torh\u00fcter, ein \u00fcberspielter Rebic. 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