{"id":13021,"date":"2018-06-28T10:12:50","date_gmt":"2018-06-28T08:12:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.beveswelt.de\/?p=13021"},"modified":"2018-06-29T00:46:36","modified_gmt":"2018-06-28T22:46:36","slug":"eintracht-never-rests-zum-wm-aus-der-mannschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.beveswelt.de\/?p=13021","title":{"rendered":"Eintracht never rests &#8211; Zum WM-Aus der &#8222;Mannschaft&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>Jetzt ist es also passiert, die &#8222;Mannschaft&#8220; hat bei der WM in Russland &#8211; v\u00f6llig zu Recht &#8211; die Vorrunde nicht \u00fcberstanden. Sang- und klanglos ging die Truppe um Jogi L\u00f6w unter. Ich nehme dies zur Kenntnis, weder bin ich betr\u00fcbt, noch bin ich hocherfreut. Es ist mir schlicht egal. Wobei, so ganz kann ich mir eine kleine klammheimliche Freude nicht verkneifen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Das letzte Mal als ich so richtig mit der Nationalmannschaft mitfieberte war 1986, was war ich geknickt, als Burruchaga das 3:2 f\u00fcr Argentinien erzielte, zumal kurz zuvor Rummenigge und V\u00f6ller aus einem 0:2 noch ein 2:2 gemacht hatten. Seither h\u00e4lt sich meine Liebe zu Deutschland im Besonderen und zur Nationalmannschaft in Grenzen. Meist ist sie mir egal, wenn sie gut spielen oder ein paar gute Jungs dabei sind (Wer kann Podolski schon b\u00f6se sein?), oder wenn Spieler der Eintracht dabei sind, was selten genug vorkommt, dann dr\u00fccke ich ihnen die Daumen. Von daher ist meine Lieblingsgrafik auch die von der Rundschau ver\u00f6ffentlichte Frage nach dem Mexikospiel, wie es denn nun weitergehe:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.beveswelt.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/fr_grafik.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-13022 size-medium\" src=\"http:\/\/www.beveswelt.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/fr_grafik-300x246.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"246\" srcset=\"https:\/\/www.beveswelt.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/fr_grafik-300x246.jpg 300w, https:\/\/www.beveswelt.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/fr_grafik-768x629.jpg 768w, https:\/\/www.beveswelt.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/fr_grafik-732x600.jpg 732w, https:\/\/www.beveswelt.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/fr_grafik.jpg 802w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Ich hatte schon vor der WM mit der Truppe abgeschlossen. Mal abgesehen von der \u00fcberdrehten Marketingmaschinerie, dem bigotten DFB, den idiotischen Bildern von \u00d6zil und G\u00fcndogan mit Erdogan und der desastr\u00f6sen Kommunikation, missfielen mir vor allem Bierhoffs Aussagen \u00fcber den Ausgang des Pokalfinales, dieses &#8222;Wir&#8220;, welches gegen die Eintracht verloren hat, zumal ja schon im Jahr zuvor DFB-Pr\u00e4sident Grindel dem BVB den Sieg geg\u00f6nnt h\u00e4tte. Das Verhalten der Bayernspieler, die nach dem Pokalfinale der Eintracht keinen Respekt zollten, (au\u00dfer Neuer und Starke) tat ein \u00dcbriges. DAS sind nicht meine Jungs. Who cares.<\/p>\n<p>Die Warenproduzenten legten nach, von Klopapier bis Weingummi versuchten sie, jedes noch so fu\u00dfballferne Produkt zu schlandisieren, um auf den Zug aufzuspringen und vom &#8222;Fu\u00dfball&#8220; zu profitieren. Ich bin da schlicht und kaufe prinzipiell nichts dieser Art. <em>Football is for you an me and not for fucking industry, <\/em>ein einfacher Satz und widerspr\u00fcchlich sowieso, da <em>football <\/em>nunmal <em>fucking industry ist &#8211; <\/em>dennoch weigere ich mich, an Verbl\u00f6dungszeremonien teilzuhaben. Zumindest weitgehend. Dazu geh\u00f6rt auch dieses alberne Produkt &#8222;Fanclub Nationalmannschaft&#8220;. Agenturesk aufgezogene Selbstentm\u00fcndigung, glattgeschliffen bis zum Erbrechen, Humorbefreit und kritiklos &#8211; das exakte Gegenteil einer lebendigen und zuweilen auch \u00fcberdrehenden Fankurve. Wenn ich an die Bilder der Eintrachtkurve in Berlin denke, dieses in sich pulsierende Wesen tausender Individuen in seiner gesamten Lebendig- und Leidensf\u00e4higkeit, diese echte orgiastische Fassungslosigkeit nach dem finalen Treffer von Gacinovic nach Jahrzehnten des Darbens, dann geht mir das Herz auf. Oder tausende K\u00f6lner in London, die Gladbacher in Rom. Da brauchst du niemandem zu sagen, was er oder sie zu und zu lassen hat. Da brauchts keine Agentur, keine Inszenierung von oben. Fu\u00dfball.<\/p>\n<p>Wenn ich die Autos mit den F\u00e4hnchen am Fenster sehe, denke ich immer: Arsch mit Ohren und muss grinsen. Manchmal stelle ich mir vor, das sind genau die Leute, die die Foren volltrollen und sich an \u00d6zil abarbeiten. Nicht weil er augenscheinlich ein Volltrottel ist, sondern weil er ein t\u00fcrkischer Volltrottel ist. In ihren Augen. Jede\/r, der mit einem schwarzrotgoldenen Cowboyhut durch die Gegend l\u00e4uft, ist nicht satisfaktionsf\u00e4hig. Das f\u00e4ngt bei \u00e4sthetischen Gr\u00fcnden an und endet im sichtbar gewordenem Geist.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich gibt es auch die anderen, die, die ganz schlicht sagen: Ich komme aus Deutschland, das ist meine Mannschaft und deshalb unterst\u00fctze ich sie auch. Das ist v\u00f6llig legitim &#8211; mir aber sind zu viele Begleitger\u00e4usche dabei, die mir das Unternehmen &#8222;Nation&#8220; verg\u00e4llen, zu viele und zu vieles ist im Boot, mit dem ich nichts gemein habe, allen voran die uns\u00e4gliche BILD, dieses in jedem Sinne bigotten Blattes der gepflegten B\u00f6sartigkeit. Jogi L\u00f6w indes halte ich f\u00fcr einen guten Trainer und einen sympathischen Zeitgenossen, so ich das aus der Ferne beurteilen kann. Jetzt hat er Fehler gemacht &#8211; das wird er selbst am besten wissen.<\/p>\n<p>Aus dem so scheinbaren harmlosen Patriotismus des &#8222;Sommerm\u00e4rchens&#8220;, dieser vermeintlich schwarz-rot-goldenen Leichtigkeit, die in der Tat 2006 einerseits zu einem entspannten Sommer gef\u00fchrt hat, steckte schon damals der Keim des &#8222;Deutschland, Deutschland \u00fcber alles&#8220;, der in der AfD und Pegida aufgegangen ist, m\u00fcndend in der Ablehnung der Nationalmannschaft eines \u00d6zils, G\u00fcndogans oder Boatengs, da sie nicht deutsch genug ist. Nicht deutsch genug. Welch groteske Kategorie, erinnernd an Volljude, Halbjude, Geltungsjude. Aber machen wir uns nichts vor, die nationale Identit\u00e4t als eigene Selbsterh\u00f6hung zu protegieren ist kein deutsches Privileg; wir erleben es derzeit in \u00d6sterreich, Italien, Ungarn &#8211; wo auch immer. Es ist eigentlich eine Bankrotterkl\u00e4rung des eigenen Ichs, eine Reduktion eines vielseitigen Lebens auf das armseligste, der fleischgewordene Minderwertigkeitskomplex.<\/p>\n<p>Dabei geht es &#8222;blo\u00df&#8220; um Fu\u00dfball, der im besten Sinne alles nivellieren kann, was oftmals vermeintlich trennt. Hautfarbe, sozialer Status, finanzieller Status &#8211; auf dem Platz und auf den R\u00e4ngen k\u00f6nnte das alles egal sein, ein multikulturelle Truppe wurde Pokalsieger, auf den R\u00e4ngen drehten Million\u00e4re und Hartzer durch, die Gef\u00fchle fragen in solchen Momenten nicht nach Herkunft, Hautfarbe, Einkommen oder Geschlecht. Und sonst ist es eigentlich auch egal. Wie mir das Vorrundenaus der &#8222;Mannschaft&#8220; egal ist. Wobei es wohl folgerichtig ist, zu vieles liegt im Argen, in jeglicher Hinsicht, und von daher sind Momente der Besinnung nicht verkehrt. Freuen wir uns also auf eine heitere WM in Katar, wenn es hei\u00dft: &#8222;Missst\u00e4nde?&#8220; Haben wir nicht gesehen.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jetzt ist es also passiert, die &#8222;Mannschaft&#8220; hat bei der WM in Russland &#8211; v\u00f6llig zu Recht &#8211; die Vorrunde nicht \u00fcberstanden. Sang- und klanglos ging die Truppe um Jogi L\u00f6w unter. Ich nehme dies zur Kenntnis, weder bin ich betr\u00fcbt, noch bin ich hocherfreut. Es ist mir schlicht egal. 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