{"id":12857,"date":"2018-03-29T09:53:30","date_gmt":"2018-03-29T07:53:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.beveswelt.de\/?p=12857"},"modified":"2018-03-29T12:16:57","modified_gmt":"2018-03-29T10:16:57","slug":"london-2018-feat-george-michael","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.beveswelt.de\/?p=12857","title":{"rendered":"London 2018 feat. George Michael"},"content":{"rendered":"<p>Sonntag Morgen, eine Stunde Schlaf fehlt, die Zeitumstellung macht es auch in London m\u00f6glich &#8211; aber von wegen: Lazy on a sunday afternoon. Die gute Nachricht: Es regnet wieder nicht. Eine Schlechte gibt es nicht. Wir nehmen den 24er Bus um die Ecke, er f\u00e4hrt bis <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hampstead_Heath\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Hampstead Heath<\/a> durch, unser erstes Ziel f\u00fcr heute.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Wieder schweift der Blick aus dem Fenster, wir passieren Westminster Abbey und Trafalgar Square und fahren hoch nach Camden. Kurz vor Hampstead Heath rollen wir an einem Pub vorbei, The Fiddlers Elbow, der recht einladend erscheint, vor allem, da er Live Musik anbietet &#8211; ein Ort, den man sich merken kann. Weiter oben ist Endstation, Hampstead Heath.&nbsp; An die Haltestelle schlie\u00dft sich ein weitl\u00e4ufiger Waldpark an, Treffpunkt f\u00fcr Hundebesitzer, Jogger, Spazierg\u00e4nger und sogar Radfahrer d\u00fcrfen auf ausgewiesenen Wegen fahren. Die Entgegenkommenden tragen Gummistiefel, die Wege sind matschig und die f\u00fcr kleine blaue Bootchen gehaltenen Dinge auf dem ersten Teich entpuppen sich auf den zweiten Blick als technische Vorrichtungen. Nur wenige Kilometer von der pulsierenden City entfernt befinden wir uns in einem kleinen Naturidyll mit Viadukten, Trampelpfaden und einer bunten Tierwelt.<\/p>\n<p>Durch ein Gatter laufen wir in einen abgegrenzten Park, der Weg f\u00fchrt hoch nach <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kenwood_House\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kenwood<\/a>, einem pr\u00e4chtigen Geb\u00e4ude, einst in Privatbesitz des William Murray, 1st Earl of Mansfield, nun vom Nachbesitzer Lord Iveagh den Engl\u00e4ndern geschenkt. Auf der Vorderseite sitzen Menschen, trinken Kaffee oder Tee und genie\u00dfen einen Ausblick in die Ebene, im Dunst ragt die Skyline verschwommen in die H\u00f6he. The Shard, London Eye, Gherkin.<\/p>\n<p>Wir umrunden das Geb\u00e4ude, der hintere Teil scheint f\u00fcr Besucher offen, eine F\u00fchrung kostet 8 Pfund, wir werden aber darauf hingewiesen, dass der Eintritt kostenlos in. Und so reinigen wir unsere Schuhe und betreten das imposante Geb\u00e4ude. Im Kamin flackert ein gasbetriebenes Feuer, an den W\u00e4nden h\u00e4ngen Bilder von Vermeer und Rembrandt. Es ist ein kleines Museum, welches die Geschichte der einstigen Besitzer erz\u00e4hlt, wir durchschreiten Ankleider\u00e4ume, Bibliothekszimmer und Speiser\u00e4ume, reich verziert und vornehm gestaltet, aus den Fenstern der Blick in den Park. Urpl\u00f6tzlich befinden wir uns auf einer Zeitreise, in der auch die Geschichte der <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Dido_Elizabeth_Belle\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Dido Elizabeth Belle<\/a> erz\u00e4hlt wird; die Geschichte einer jungen Frau, die als Tochter eines englischen Offiziers und einer Sklavin auf die Welt kommt &#8211; und nahezu ihr gesamtes Leben auf Kenwood verbringt. Zwar genie\u00dft sie nicht die Privilegien der Herrschaften, wird aber trotz ihrer Hautfarbe und Herkunft als Familienmitglied anerkannt.<\/p>\n<p>Wenige Schritte sp\u00e4ter sind wir wieder in der Wirklichkeit, oben im Norden haben wir den Park verlassen, ohne es jedoch wirklich zu wollen. Da wir auf dem Weg zun\u00e4chst keinen weiteren Eingang finden, laufen wir hinunter nach Highgate, einem noblen Londoner Stadtteil, dessen Friedhof Ber\u00fchmtheit erlangt hat, da hier Karl Marx begraben liegt. Da wir den guten alten Charly aber schon vor Jahren besucht haben, lassen wir ihn links liegen und spazieren durch Highgate, vorbei an Villen und feinen Wohnungen. Blumen auf einem Gr\u00fcnstreifen ziehen unsere Blicke auf sich, es scheint eine Gedenkst\u00e4tte zu sein.<\/p>\n<p>Beim N\u00e4herkommen best\u00e4tigt sich dieser Gedanke, und in der Tat: Tausende von Blumen, Bildern, flatternden Herzzetteln und Lichtern verweisen auf einen der Gro\u00dfen der Popmusik. Auf George Michael. Als er 2016 starb, legten Fans auf diesem Gr\u00fcnstreifen diese Gedenkst\u00e4tte an &#8211; und ein Blick ins Netz zeigt uns auch, weshalb. Im Haus gegen\u00fcber hat George Michael gelebt, und dieser Gr\u00fcnstreifen geh\u00f6rte quasi ihm. Bis heute pilgern Fans aus aller Welt hierher, um ihrem Helden zu gedenken. Die Nachbarschaft sah es zwischenzeitlich nicht so gerne, klar, wer will schon im Paradies den P\u00f6bel vor der Haust\u00fcr.<\/p>\n<p>Nach wenigen hundert Metern erreichen wir wieder Hampstead Heath. In diesem Bereich liegen etliche Seen, die auch als Badeseen genutzt werden, es gibt einen f\u00fcr M\u00e4nner und einen f\u00fcr Frauen. Hinter uns platscht es. W\u00e4hrend ich noch an den Fl\u00fcgelschlag eines Reihers im Wasser denke, spricht Pia aus, was das Ger\u00e4usch auch ausmachen k\u00f6nnte: &#8222;Wir sind hier in England, da baden sicher Leute&#8220;. Und so ist es. Bei milden 9 Grad springen drei Jungs ins Wasser, die Badesaison ist er\u00f6ffnet. England. Aber auch in den letzten Tagen ist uns aufgefallen, dass du Touristen an den Winterm\u00fctzen erkennst, die Engl\u00e4nder aber an den kurzen Hosen oder nackten Beinen.<\/p>\n<p>Wir verlassen Hampstead Heath an der Stelle, an der wir den Park auch betreten haben und halten uns diesmal zu Fu\u00df Richtung Camden. Auf dem Weg laufen wir wieder am Fiddlers Elbow vorbei, Musik dringt schon mittags nach drau\u00dfen, und je mehr wir uns vom vornehmen Norden entfernen, umso allt\u00e4glicher wird die Gegend. Mietwohnungen, hier und da ein zerfallenes Haus. Nahe des Camden Markets wird es umtriebiger, hierher zieht es Touristen in rauen Mengen. Unten am Markt oder Camden Lock tobt der B\u00e4r. Tag f\u00fcr Tag locken Hunderte von St\u00e4nden vor allem die Jugend zum Kauf. Indische T\u00fccher, Schmuck, CDs, Klamotten, hier gibt es alles, auch in den einstigen Pferdest\u00e4llen, die nun Marktst\u00e4nde beherbergen. Massen schieben sich durch die Gassen, Streetfood an allen Ecken und Enden. Und genau dies war unser Ziel, ein Sch\u00e4lchen mit vietnamesischen Nudeln sp\u00e4ter laufen wir runter an den Canal.<\/p>\n<p>Der Regents Canal flie\u00dft hier vorbei, wir laufen an ihm entlang Richtung Zoo. Hausboote lagern fest vertaut am Ufer, Plastikreste schwimmen im Wasser, immer wieder schippert ein Bootchen den Kanal entlang, mal mit Musikbegleitung, mal ohne. Im Zoo, der knapp 30 Pfund Eintritt kostet, lassen sich Hy\u00e4nen und Warzenschweine blicken &#8211; die aber sicher nicht soviel bezahlt haben. Hinter dem Zoo kommst du \u00fcber eine Br\u00fccke in den Regents Park, eine weitere Gr\u00fcnanlage mit Fu\u00dfballfeldern und gepflegtem Gr\u00fcn. Wenn du den Park im S\u00fcden wieder verl\u00e4sst, landest du in der Baker Street. Nach wenigen Metern sehen wir eine lange Schlange, Menschen stehen an, um einen Blick ins Sherlock Holmes Museum zu werfen, hier in der Baker Street 221b. Wer es bis zum Eingang geschafft hat, kann sich mit Mr. Watson fotografieren lassen. Wir laufen die Baker Street nach unten, passieren die Oxford Street und schlendern am Hyde Park Corner vorbei Richtung Hotel. Schon wartet der letzte Abend auf uns &#8211; und da uns gestern das Shabab in Shepherd&#8217;s Bush so gut gefallen hat, entschlie\u00dfen wir uns, noch einmal den 148 Bus zu nehmen.<\/p>\n<p>Wieder geht es am Hyde Park entlang, vorbei am Speakers Corner, vorbei an Notting Hill. An der Tube Station Shepherd&#8217;s Bush steigen wir aus, und schlendern die Uxbridge Road entlang. Shops und Gesch\u00e4fte haben offen, einen Pret a manger findest du hier nicht, aber Burger, Pubs, Gem\u00fcsel\u00e4den; ein herrlich normaler mulitkultureller Alltag an einem Sonntagabend in der untergehenden Sonne. Im Shepherd&#8217;s Bush Empire findet heute ein anderes Konzert statt, Jim Bobs Auftritt ist Vergangenheit &#8211; und was wir vor 24 Stunden hier zum ersten mal sahen, die Ank\u00fcndigung des Konzertes, ist nun Teil unserer Erinnerung, es ist ja alles so schnell vorbei. Doch entsch\u00e4digt uns das Abendessen im Shabab, wir werden wieder erkannt und freuen uns, dass wir da sind.<\/p>\n<p>Kurz darauf bringt uns der 148er wieder zur\u00fcck zur Victoria Station. Es ist nun dunkle Vornacht, Rollkoffer klappern \u00fcber die Wege, wir sind nach ein paar Minuten wieder im Hotel, schauen uns auf dem TV die Bilder der letzten Tage an und fallen zum letzten Mal f\u00fcr diese Tour in einen Londoner Schlaf. Keine 24 Stunden sp\u00e4ter werden wir wieder in Frankfurt sein. Aber noch haben wir einen halben Tag, mal schauen, wo es hingeht.<\/p>\nngg_shortcode_0_placeholder\n<p><a href=\"https:\/\/www.beveswelt.de\/?p=12805\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">London 2018 Tag 1<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.beveswelt.de\/?p=12831\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">London 2018 Tag 2<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.beveswelt.de\/?p=12907\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">London 2018 Tag 4<\/a><\/p>\n<h1 id=\"firstHeading\" class=\"firstHeading\" lang=\"en\">&nbsp;<\/h1>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sonntag Morgen, eine Stunde Schlaf fehlt, die Zeitumstellung macht es auch in London m\u00f6glich &#8211; aber von wegen: Lazy on a sunday afternoon. Die gute Nachricht: Es regnet wieder nicht. Eine Schlechte gibt es nicht. 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