{"id":12805,"date":"2018-03-27T14:02:20","date_gmt":"2018-03-27T12:02:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.beveswelt.de\/?p=12805"},"modified":"2018-03-29T12:15:45","modified_gmt":"2018-03-29T10:15:45","slug":"london-2018-feat-brick-lane","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.beveswelt.de\/?p=12805","title":{"rendered":"London 2018 feat. Brick Lane"},"content":{"rendered":"<p>Und wieder einmal laufen wir die paar Meter runter zur Stra\u00dfenbahnhaltestelle, es ist vier Uhr morgens, Frankfurt erwacht. P\u00fcnktlich rumpelt die Bahn heran, umsteigen an der Konsti, mit der S-Bahn vorbei am Yeboah-Haus in Niederrad, Stadion, Airport&nbsp; &#8211; und alsbald sitzen wir im Flieger nach London. British Airways &#8211; hier kostet sogar der Kaffee im Flieger Geld.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Meist nehmen wir ein angek\u00fcndigtes Konzert zum Anlass, nach London zu fliegen, vor einigen Jahren waren dies stets die seltenen Konzerte von Carter USM und nach dem grandiosen finalen Konzert 2014 in Brixton besuchten wir Maximo Park und And also the trees im vergangenen Jahr. F\u00fcr M\u00e4rz 2018 hatte Jim Bob, S\u00e4nger von Carter, ein Gig im Shepherd&#8217;s Bush Empire angek\u00fcndigt &#8211; und somit freuten wir uns auf ein neues Abenteuer.<\/p>\n<p>Nach mehrmaligen Besuchen in London hat man ja schon einiges gesehen, die Sehensw\u00fcrdigkeiten abgeklappert, wobei ich nie vergessen werde, als ich das erste Mal vor Big Ben stand oder die Tower Bridge von nahem sah. Dennoch zieht es immer wieder an alte Stellen, gleicherma\u00dfen lockt die Aufgabe, Neues zu entdecken. Das ist auch ganz gut so, dieses Jahr war der sonst so golden leuchtende Glockenturm komplett einger\u00fcstet, wer hier also derzeit zum ersten Mal steht, wird zur Zeit arg entt\u00e4uscht sein, das klassischste aller Londoner Wahrzeichen versteckt sich hinter Bauger\u00fcsten, Big Ben ist nicht einmal zu erahnen.<\/p>\n<p>Sind wir in den vergangenen Jahren mit der Tube durch London gerauscht, abgesehen davon, dass wir zig Kilometer gelaufen sind, so haben wir mittlerweile die Busse entdeckt und gecheckt, welcher Bus wo hin f\u00e4hrt, wo er h\u00e4lt und wie das Procedere funktioniert. Immer hilfreich in allen \u00f6ffentlichen Verkehrsmitteln ist dabei die Oyster Card. Busfahren in London ist dadurch wirklich g\u00fcnstig, sofern man eine durchgehende Strecke erwischt, umsteigen wird im Gegensatz zur Tube extra berechnet. Und da wir klassische Touristen sind, st\u00fcrmen wir immer nach oben in die Doppeldecker und hoffen, vor der Fensterfront zu sitzen &#8211; so ist jede Busfahrt eine kleine Stadtrundfahrt und die Stadt erschlie\u00dft sich noch einmal anders als in den dunklen R\u00f6hren der Subway.<\/p>\n<p>Nach dem Abladen des \u00fcberschaubaren Gep\u00e4cks im altbekannten Hotels im Warwick Way, ein paar Hundert Meter s\u00fcdlich der Victoria Station und einem gro\u00dfen Hallo mit der Hotelf\u00fchrerin, die uns immer begr\u00fc\u00dft und die stets Pia aber nicht mich erkennt, wandern wir um die Ecke zum Fr\u00fchst\u00fcck. In nahezu allen touristischen Bereichen &#8211; und das ein gro\u00dfer Zirkel rund um die Victoria Station &#8211; harren tausende von Pret a manger oder Nero Cafes auf Kundschaft, das Angebot ist ordentlich und preislich im Rahmen, aber es sind Ketten. Nebenan findet sich meist ein kleinerer Laden, Inhabergef\u00fchrt, indem es sich gleichfalls gut fr\u00fchst\u00fccken l\u00e4sst. Support your local store, hei\u00dft das Motto und alsbald wandern wir gest\u00e4rkt \u00fcber den Tarchbrook Street Market Richtung Themse. Egal wo du bist, wenn du nicht wei\u00dft, wohin, geh ans Wasser. Ziele haben wir au\u00dfer dem Jim Bob Konzert am morgigen Samstag keine, M\u00f6glichkeiten aber gibt es viele, wir entscheiden von Moment zu Moment. Und so werfen wir einen Blick auf den verh\u00fcllten Big Ben und entscheiden uns f\u00fcr die erste Busfahrt Richtung Liverpool Street, die 11 f\u00e4hrt genau dorthin, vorbei an der Downing Street, Trafalgar Square und der St Pauls Cathedral .<\/p>\n<p>Der rote Doppeldecker, nunmehr hochmodern mit Video\u00fcberwachung, schiebt sich zwischen Hunderten anderen Bussen und Tausenden von schwarzen Cabs durch die Stra\u00dfen; die schlechteste Idee in London ist die, mit dem Auto mal kurz irgendwo hin zu wollen. Abgesehen davon, dass es keine Parkpl\u00e4tze gibt, ist immer Rush Hour. Radfahrer zw\u00e4ngen sich zwischen all den Cabs und Vans und Cars \u00fcber die Stra\u00dfen, die Londoner City ist eine Mischung aus Wolkenkratzern, Baustellen, Stra\u00dfen, Gesch\u00e4ften und Pubs. Im Umkreis von mehreren Kilometern w\u00fcrdest du kein alleine Kind auf die Stra\u00dfe schicken, der Alltag ist gepr\u00e4gt von Verkehr, Business und Touristen und es scheint von Jahr zu Jahr chaotischer, in jeder Nische wird gebaut. Um ein normales Wohnviertel zu entdecken, muss man weit fahren, die Gentrifizierung erstickt jeglichen entspannten Alltag. Aber irgendwo hier zu wohnen ist f\u00fcr einen normalen Geldbeutel sowieso unerschwinglich, die Mietpreise der Wohnungen werden in den Leuchtannoncen der Makler in Wochenpreisen angegeben.<\/p>\n<p>Nahe der Liverpool Station steigen wir aus und wandern kurz zu den Hallen des <a href=\"https:\/\/www.leadenhallmarket.co.uk\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Leadenhall Market<\/a>, ein imposantes Geb\u00e4ude, das einen Blick lohnt. Wir spazieren weiter ins East End Richtung <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Brick_Lane\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Brick Lane<\/a>, eine alte Stra\u00dfe, in der einst Ziegelsteine gebrannt wurden &#8211; von daher der Name. Hier finden sich heute vor allem Indische\/Bangladesh Restaurants, Vintagel\u00e4den und Streetart. In den Hinterh\u00f6fen finden sich kleine und gr\u00f6\u00dfere M\u00e4rkte, Agenturen und an den Ecken stehen Touristen, die an einer F\u00fchrung teilnehmen. Mehr oder minder fachkundig wird ihnen die an den W\u00e4nden zu findende Streetart erkl\u00e4rt, ein Geheimtipp ist die Brick Lane schon lange nicht mehr und auch die zig Curryl\u00e4den leben nicht von dem zuf\u00e4lligen Entdecken, sondern von den Reisef\u00fchrern. \u00dcberall wird mit dem besten Curry in London geworben, locken fragw\u00fcrdige Rabatte, und wie in Indien \u00fcblich tritt beim geringsten Interesse ein Jemand vor die T\u00fcr und versucht dich zu einem Besuch zu \u00fcberreden. Lebendig ist es hier aber schon und wie so oft, lohnt ein Abstecher in die Seitenstra\u00dfen, Eisenbahnbr\u00fccken, besprayte W\u00e4nde, der Geruch von Gras und ein etwas schmuddeliger Alltag erwarten dich, und ein riesiger Freakgarten mit handgezimmerten H\u00fctten und Beeten.<\/p>\n<p>Aber f\u00fcr ein paar Fotos lohnt die Gegend allemal, und wer auf Vintageklamotten steht, wir hier f\u00fcndig. Ich k\u00f6nnte also mit einer Melone, einem Nylon Trainingsanzug in t\u00fcrkis gepaart mit HSV-Trikot und Chelseaboots aus so einem Laden herauskommen &#8211; und w\u00fcrde entweder sogar von meiner Trinkhalle verjagt oder lande auf dem Cover der Vogue. Einige der Streetart-Motive habe ich schon im vergangenen Jahr oder noch fr\u00fcher fotografiert, einige sch\u00f6ne wurde leider durch simple Tags verunziert, aber klar: Es gibt einen Markt f\u00fcr die Kunst, von der die K\u00fcnstler meist recht wenig haben &#8211; und diese Entwertung der Bilder entnimmt sie dem Markt. Nur bei dem Bild von Charlie Burns ist es schade, eine gro\u00dfartige Erinnerung an einen Menschen, der hier sein Leben verbracht hat, vor ein paar Jahren gestorben ist und der auf einer Seitenstra\u00dfe verewigt wurde. Einen <a href=\"http:\/\/spitalfieldslife.com\/2012\/03\/27\/so-long-charlie-burns\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Artikel<\/a> \u00fcber ihn habe ich schon 2014 verlinkt.<\/p>\n<p>Wir entscheiden uns f\u00fcr ein paar Fish&#8217;n&#8217;Chips bei Poppies in der Hanbury Street, st\u00f6bern im Rough Trade Platten- und Buchladen und wandern langsam runter zur Tower Bridge, zum London Tower, und nehmen von dort die Tube Richtung Heimat. Abends ziehen wir noch einmal zu Fu\u00df los, vorbei am St. James&#8217;s Park Richtung Picadilly Circus. Wir winken der Queen, die wohl heute Abend zu Hause ist und \u00fcberqueren sp\u00e4ter den Trafalgar Square. Und w\u00e4hrend Pia im Lillywhite am Picadilly Circus nach Mitbringseln sucht, beobachte ich das leuchtbunte Nachttreiben an der nunmehr hochmodernen Werbewand. Es blinkt und flackert \u00fcberall, Busse schieben sich durch die Dunkelheit, Menschenmengen auf den B\u00fcrgersteigen, bis Chinatown schaffen wir es, die Enten h\u00e4ngen in den Schaufenstern, die Restaurants sind riesig.<\/p>\n<p>Weiter unten im St. James&#8217;s Park ist es nachtruhig und wir sind m\u00fcde. Im Tesco holen wir uns ein paar Dosen Bier und hauen uns im Zimmer auf&#8217;s Bett, w\u00e4hrend die englische Nationalmannschaft in Holland gewinnt. Weitere spannende Tage werden folgen.<\/p>\nngg_shortcode_0_placeholder\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.beveswelt.de\/?p=12831\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">London 2018 Tag 2<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.beveswelt.de\/?p=12857\">London 2018 Tag 3<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.beveswelt.de\/?p=12907\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">London 2018 Tag 4<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Und wieder einmal laufen wir die paar Meter runter zur Stra\u00dfenbahnhaltestelle, es ist vier Uhr morgens, Frankfurt erwacht. P\u00fcnktlich rumpelt die Bahn heran, umsteigen an der Konsti, mit der S-Bahn vorbei am Yeboah-Haus in Niederrad, Stadion, Airport&nbsp; &#8211; und alsbald sitzen wir im Flieger nach London. 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