{"id":12755,"date":"2018-03-14T08:53:47","date_gmt":"2018-03-14T07:53:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.beveswelt.de\/?p=12755"},"modified":"2018-03-14T08:53:47","modified_gmt":"2018-03-14T07:53:47","slug":"dortmund-och-noe-oder","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.beveswelt.de\/?p=12755","title":{"rendered":"Dortmund. Och n\u00f6, oder?"},"content":{"rendered":"<p>&#8222;F\u00e4hrst du manchmal ausw\u00e4rts?&#8220; &#8222;Jo, klar.&#8220; &#8222;Bist du am Sonntag in Dortmund?&#8220; &#8222;Ne, noch keinen Plan.&#8220; &#8222;Wollen wir zusammen fahren?&#8220; &#8222;K\u00f6nnen wir machen, hast du Tickets?&#8220; &#8222;Nein, noch nicht.&#8220; &#8222;Ich k\u00fcmmer&#8216; mich drum.&#8220; Eine halbe Stunde sp\u00e4ter: &#8222;Tickets habe ich, wir k\u00f6nnen also los.&#8220;<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Ziemlich genau so hat es sich zugetragen, vor ein paar Tagen im Treppenhaus eines Wohnhauses im Frankfurter Nordend. Und so starteten ein junger Mann aus der Rugby-Abteilung der Eintracht und ein leicht angegrauter Herr aus dem Eintracht Museum am Sonntag gegen 13:00 guter Dinge Richtung Dortmund. Zuvor wurde noch brav die staatsb\u00fcrgerliche Pflicht erf\u00fcllt und ein H\u00e4kchen bei der B\u00fcrgermeisterwahl gemacht und sogar noch im Freien gefr\u00fchst\u00fcckt. Auf der Berger Stra\u00dfe hingen noch etliche Wahlplakate von Oberst Stein, der vor wenigen Wochen beim ersten Wahlgang kl\u00e4glich gescheitert ist. Er wollte der Stadt ihre W\u00fcrde zur\u00fcck geben und f\u00fcr Sauberkeit sorgen. W\u00fcrde er den alten Papierm\u00fcll entsorgen, w\u00e4re ein Anfang gemacht.<\/p>\n<p>Kurz nach 13:00 Uhr also rollte ein schwarzer Kleinwagen auf die Autobahn, der Fr\u00fchling winkte dezent zu uns her\u00fcber und wir schwatzten \u00fcber Gott und die Eintrachtwelt und \u00fcber Batshuayi, der beim BVB zun\u00e4chst einschlug wie ein Gro\u00dfer, um dann mit Toren sparsamer zu werden. Wir \u00fcberholten die Busse aus Stadtallendorf und die Nieder Bube, hielten kurz an der Rastst\u00e4tte Siegerland, lauschten dem Detonieren einiger B\u00f6ller und erreichten Dortmund nach etwas mehr als 2 Stunden und 15 Minuten. Hinter dem Westfalenstadion auf Parkplatz F1 stellten wir die Kiste ab und wanderten Richtung Stadion, vorbei an der TSC Eintracht von 1848.<\/p>\n<p>Die Fans str\u00f6mten in Scharen, hell leuchteten das Borusseum und der Fanshop in den Tag, Bratwurst, Bier, Pfandflaschensammelstellen, und immer wieder ein Gude hier und Gude dort. Am Stra\u00dfenrand lungerten ein paar Polizisten herum, alles recht unspektakul\u00e4r, f\u00fcr etwas Aufregung sorgte nur die Ankunft der Ultras, der ein oder andere wurde recht unwirsch darauf hingewiesen, doch im Pulk zu bleiben &#8211; wobei ein paar Meter weiter ohnehin der Eingang war.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend sich die allermeisten Eintrachtler brav am Einlass anstellten, war zwei Meter um die Ecke ein weitere Einlass, der weitestgehend ignoriert wurde, praktisch f\u00fcr uns, so waren wir schnell drin und enterten den Stehplatzbereich, der eine Stunde vor Anpfiff schon recht ordentlich gef\u00fcllt war. Traditionell fanden wir unseren Platz recht weit oben, am Rande des Treppenbereichs, der gelb markiert war. Ein eifriger Ordner wies emsig darauf hin, dass der markierte Bereich frei bleiben m\u00fcsse, ein hilfloses Unterfangen, den unerl\u00e4sslich str\u00f6mten die Fans in den Block 61, schoben und dr\u00fcckten sich in die Reihen, mal mehr, mal weniger freundlich.<\/p>\n<p>Drunten wurde routiniert das Rahmenprogramm abgespult, von &#8222;You&#8217;ll never walk alone&#8220; bis zum Fahnenschwenken auf dem Rasen, derweil Stadionsprecher Norbert Dickel immer was zu erz\u00e4hlen hatte, eingeblendet auf den Anzeigemonitoren. Eigentlich ist es ja manchmal ganz nett, die Atmosph\u00e4re im Stadion zu schnuppern, doch bei all dem Geschiebe und Gedr\u00e4nge bist du doch permanent damit besch\u00e4ftigt, deinen Platz zu verteidigen oder zu z\u00e4hlen, wie viele dir auf die Zehen gelatscht sind. So unterschiedlich sind die Menschen, die einen bitten darum, durchgelassen zu werden, die anderen rempeln dich weg, um zwei Minuten sp\u00e4ter zur\u00fcck zu kehren und dich erneut wortlos weg schieben. Kurz vor Anpfiff standen die zu sp\u00e4t gekommenen quasi im Treppenhaus, wie gesagt, es war recht voll.<\/p>\n<p>P\u00fcnktlich um 18 Uhr ging es los, Batshuayi beim BVB zun\u00e4chst auf der Bank, die anderen gelben aber spielten \u00e4hnlich wie beim Pokalfinale munter drauf los und ehe sich die Eintracht halbwegs sortiert hatte, f\u00fchrte Dortmund mit 1:0, Marco Russ hatte eine scharfe Hereingabe von Pulisic ins eigene Tor gelenkt. Es sollte noch weitere 20 Minuten dauern, ehe die Eintracht sich berappelte und ins Spiel fand. Auch in Halbzeit zwei hielt die Eintracht dagegen, spielte engagiert und druckvoll, weitere Parallelen zum Pokalfinale waren nicht von der Hand zu weisen. Hatte de Guzmann schon nach dem Wechsel den diesmal gl\u00fccklosen Rebic ersetzt, so kam in der 67. Minute Jovic f\u00fcr den erneut sch\u00e4chelnden Haller. Und Jovic machte seinem Ruf als treffsicherer Joker alle Ehre und belohnte die Eintracht f\u00fcr ihren unb\u00e4ndigen Willen mit dem 1:1. Und w\u00e4hrend wir noch feierten, traf der gleichfalls eingewechselte Batshuayi zur erneuten F\u00fchrung des BVB. Wie gewonnen, so zerronnen &#8211; Sprichw\u00f6rter haben ihren Ursprung bei der Eintracht.<\/p>\n<p>Doch die SGE lie\u00df sich nicht aus der Bahn werfen, k\u00e4mpfte und kombinierte, nunmehr mit Blum f\u00fcr Salcedo. Es lief bereits die Nachspielzeit und just Blum war es, der nach Hereingabe von da Costa den viel umjubelten Ausgleich erzielte &#8211; in der 92.! UFFBASSE schallte es von den R\u00e4ngen &#8211; und als h\u00e4tte man es geahnt. Statt die letzten Sekunden herunter zu spielen, lie\u00df die Eintracht die Dortmunder kommen. Und Batshuayi, nat\u00fcrlich Batshuayi, drosch die Kugel in den letzten Sekunden des Spiels zur erneuten und diesmal finalen F\u00fchrung ins Herz der Eintracht. Unmittelbar darauf pfiff Aytekin das Spiel ab, die Eintracht hatte verloren, finstere Schw\u00e4rze in mir. Ich hasse solche Momente und ich wei\u00df, so ich am n\u00e4chsten Morgen aufwache, wird mein erster Gedanke: Verloren! sein.<\/p>\n<p>Bedr\u00f6ppelt schlichen wir zum Parkplatz zur\u00fcck, erreichten erstaunlich problemlos die Autobahnzufahrt, mussten dort noch etwas warten, um auf den Highway zu gelangen, immer wieder schoben sich Autos, die nicht warten wollen, in die Schlange, doch irgendwann hatten wir es geschafft und rollten durch die Dunkelheit Richtung Frankfurt. Wir hatten sogar Gl\u00fcck und fanden zu sp\u00e4ter Stunde noch einen Parkplatz in unserer Stra\u00dfe. Immerhin, das ist hier nicht selbstverst\u00e4ndlich. Und so verabschiedeten wir uns im Treppenhaus, wo alles angefangen hatte. Stefan marschierte noch ein paar Stufen nach oben, ich fiel Pia in die Arme. &#8222;Was ne schei\u00dfe,&#8220; so der einm\u00fctige Tenor. Es war wie so oft eine l\u00e4ssige Ausw\u00e4rtsfahrt &#8211; wenn nur der Fu\u00dfball nicht w\u00e4re. Es war der Tag, an dem Peter Feldmann mit \u00fcber 70% der Stimmen erneut zum Frankfurter Oberb\u00fcrgermeister gew\u00e4hlt wurde.<\/p>\nngg_shortcode_0_placeholder\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;F\u00e4hrst du manchmal ausw\u00e4rts?&#8220; &#8222;Jo, klar.&#8220; &#8222;Bist du am Sonntag in Dortmund?&#8220; &#8222;Ne, noch keinen Plan.&#8220; &#8222;Wollen wir zusammen fahren?&#8220; &#8222;K\u00f6nnen wir machen, hast du Tickets?&#8220; &#8222;Nein, noch nicht.&#8220; &#8222;Ich k\u00fcmmer&#8216; mich drum.&#8220; Eine halbe Stunde sp\u00e4ter: &#8222;Tickets habe ich, wir k\u00f6nnen also los.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":12777,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[19,9,10],"tags":[2167,754,1823,1246],"class_list":["post-12755","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-auswarts","category-eintracht-frankfurt","category-photographie","tag-batshuayi","tag-borussia-dortmund","tag-eintracht-frankfurt","tag-peter-feldmann","post-preview"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.beveswelt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12755","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.beveswelt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.beveswelt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.beveswelt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.beveswelt.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=12755"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.beveswelt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12755\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":12778,"href":"https:\/\/www.beveswelt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12755\/revisions\/12778"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.beveswelt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/12777"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.beveswelt.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=12755"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.beveswelt.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=12755"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.beveswelt.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=12755"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}