{"id":12568,"date":"2017-11-21T10:24:18","date_gmt":"2017-11-21T09:24:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.beveswelt.de\/?p=12568"},"modified":"2017-11-21T10:24:18","modified_gmt":"2017-11-21T09:24:18","slug":"die-fabelhafte-welt-der-kari-rueslatten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.beveswelt.de\/?p=12568","title":{"rendered":"Die fabelhafte Welt der Kari Ruesl\u00e5tten"},"content":{"rendered":"<p>Noch vor einer Woche hatte ich nie und nichts von ihr geh\u00f6rt, ein kleiner Hinweis auf Facebook \u00fcber ihren Auftritt im <a href=\"http:\/\/www.bett-club.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bett<\/a> brachte mich dazu, mal in ein <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=PniHZ0qHOMg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Video<\/a> hinein zu schauen &#8211; und ich war geflasht von der norwegischen S\u00e4ngerin Kari Ruesl\u00e5tten. Einen Abend sp\u00e4ter hielt ich ein Ticket f\u00fcr das Konzert in der Hand.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Die folgenden Tage liefen ihre Songs mehr oder minder ununterbrochen, zu Hause, im Auto, wo auch immer. Angefangen mit ihrer ersten offiziellen Platte von 1997, <a href=\"http:\/\/www.karirueslatten.com\/product\/spindelsinn-cd\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Spindelsinn<\/a>, bis zum letzten Album, <a href=\"http:\/\/www.karirueslatten.com\/product\/silence-is-the-only-sound-cd\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Silence Is The Only Sound<\/a>, ver\u00f6ffentlicht im August 2017. Noch vor Spindelsinn erschienen ihre <a href=\"http:\/\/www.karirueslatten.com\/product\/demo-recordings-remastered-bonus-tracks\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Demo Recordings<\/a>. Begonnen hat ihre Karriere allerdings schon Anfang, Mitte der 90er als erste S\u00e4ngerin von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/The_3rd_and_the_Mortal\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">The 3rd an the Mortal<\/a>, Gothic Metal mit weiblichem Gesang der fr\u00fchen Stunde. Schon nach der ersten Platte und einer EP verlie\u00df sie die Band, um sich Solo Projekten zu widmen. Bis 2005 ver\u00f6ffentlichte sie f\u00fcnf Alben und drei EPs, dann wurde es ruhig um Kari &#8211; bis sie sich 2014 mit neuem Produzenten zur\u00fcck meldete und <i>Time To Tell<\/i> das Licht der Welt erblickte. 2015 folgte <em>To the North<\/em> und dieses Jahr <em>Silence is the only sound<\/em>. Und das alles ging an mir vorbei.<\/p>\n<p>Ihre Musik ist in erster Linie gepr\u00e4gt durch ihre Stimme, glasklar wie ein Nordlicht im verschneiten Norwegen, die Musik meist minimalistisch zwischen Folk und Indie, sph\u00e4risch und klar, m\u00e4rchenhaft, doch niemals s\u00fc\u00dflich. Verschneite W\u00e4lder, Aurora Borealis, Elfengesang in Klosterruinen, wohlige Melancholie, schmelzende Sehnsucht, Verlust und Sichfinden.<\/p>\n<p>Ich mag Frauengesang nicht zwingend und seltenst in meiner bevorzugten Richtung, dem Indiesound, oder Dark Wave &#8211; aber immer mal packt es mich. So bei <a href=\"http:\/\/loreenamckennitt.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Loreena McKennitt<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.heathernova.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Heather Nova<\/a> oder <a href=\"http:\/\/www.amymacdonald.co.uk\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Amy McDonald<\/a> &#8211; und die Musik von Kari Ruesl\u00e5tten erinnert zuweilen an alle drei, an Loreena erinnern auch die langen r\u00f6tlichen Haare &#8211; und doch ist die Welt der Kari Ruesl\u00e5tten ein ganz eigene.<\/p>\n<p>Es regnet auf dem Weg zum Bett hinten im Gallus, Schmidtstra\u00dfe, Regentropfen rollen \u00fcber die Scheibe, Nachtstadtlichter gl\u00e4nzen in die K\u00e4lte, sp\u00e4ter Berufsverkehr, Radfahrer ohne Licht, Autos ohne Blinker, niemand will bei diesem Wetter drau\u00dfen sein, die Welt hat es eilig. Ich parke kurz vor acht direkt vor dem Bett, Lichterketten leuchten in die unwirtliche Nacht, noch ist die T\u00fcr geschlossen, nur vier Menschen warten vor dem Einlass und ich ahne, dass das Bett nicht der allerbeste Ort f\u00fcr diesen Abend sein wird, zu gro\u00df f\u00fcr die wenigen Besucher &#8211; und in der Tat werden wir sp\u00e4ter nicht mehr, als 20, 30 Leute sein, die meisten m\u00e4nnlich, verteilt auf den Bierb\u00e4nken im Raum, es ist ruhig, leise Musik verk\u00fcrzt das Warten. Die B\u00fchne ist sp\u00e4rlich hergerichtet, Mikrofonst\u00e4nder, Effektger\u00e4te, kleine Boxen &#8211; irgendwas fehlt &#8211; sp\u00e4ter f\u00e4llt mir auf: Es ist ein Schlagzeug.<\/p>\n<p>P\u00fcnktlich um 20:30 betritt Jostein Ansnes die B\u00fchne, Produzent und Gitarrist der letzten Alben und heute neben Kari der einzige Musiker auf der B\u00fchne. Die Gitarre klingt metallen, vielleicht ein Tuck zu schneidend, der Eindruck legt sich aber schnell. Und dann betritt Kari die B\u00fchne, lange r\u00f6tliche Haare, schwarzes Kleid, schwarze Stiefel, unpr\u00e4tenti\u00f6s &#8211; und ihre Stimme beherrscht den Saal m\u00fchelos &#8211; aller Fokus liegt auf der Musik, auf der Stimme. Jostein spielt die Gitarre wie ein Werkzeug, unterschiedlichste Kl\u00e4nge werden gemalt, die Effektger\u00e4te kommen zum Einsatz, niemand spricht. Mein Nachbar ist extra aus Dortmund angereist, wer sie einmal gesehen hat, wird wieder kommen.<\/p>\n<p>Kurze Ansagen Karis verweisen auf die Entstehung der Songs, kokettsch\u00fcchtern, freundlich &#8211; ob du die Augen geschlossen oder offen hast, spielt keine Rolle. Sie spielen Songs der neuen Platte aber auch Lieder aus vergangenen Zeiten und die Verk\u00f6rperung dessen liefert <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=iYR037yNM8A\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Spellbound<\/a>, ein Lied der neuen Platte welches in anderer Orchestrierung schon auf dem ersten Album zu finden ist, seinerzeit unter dem Titel <em>Spindelsinn<\/em> auf norwegisch, ich traue mich kaum zu fotografieren, geschweige denn umher zu laufen, um die Atmosph\u00e4re nicht zu st\u00f6ren. Es ist selten, dass du nach einem Konzert nicht wei\u00dft, wer au\u00dfer dir noch im Raum war, aller Mittelpunkt liegt in der Musik, bei Kari Ruesl\u00e5tten und zuweilen auf Jostein Ansnes, der naturgm\u00e4\u00df etwas seltener im Blick steht. Das Fehlen eines Schlagwerkers macht sich nur selten bemerkbar &#8211; aber anl\u00e4sslich der \u00fcberschaubaren Zuschauerzahl und der gro\u00dfen B\u00fchne w\u00e4ren sie heute in einem kleineren, atmosph\u00e4rischem Raum etwas besser aufgehoben, in der Hamburger Prinzenbar oder im Frankfurter Nachtleben &#8211; man kann nicht alles haben.<\/p>\n<p>Nach einer knappen Stunde werden schon die letzten Lieder angek\u00fcndigt, die Zeit, verwandelt in Atmosph\u00e4re, vergeht zuweilen viel zu schnell. Doch nat\u00fcrlich werden sie zu einer Zugabe gerufen, zu einer Weiteren dazu, das war&#8217;s nach knapp 90 Minuten, von mir aus h\u00e4tte es noch ewig weiter gehen k\u00f6nnen. Charmanter Abgang, leise Musik und wenig sp\u00e4ter steht Kari am Merchstand, plaudert mit den Fans verkauft Alben, die sie freundlichst signiert &#8211; so kommt dann doch noch ein bisschen was zusammen. Ich erstehe die letzte CD, lasse sie mir signieren und verabschiede mich in die Regennacht. Irgendwo auf der Mainzer gl\u00e4nzt Blaulicht in die Nacht, drinnen l\u00e4uft Chasing Rivers &#8211; das leider aber nicht gespielt wurde. Dankbar f\u00fcr den magischen Abend rolle ich nach Hause, kein Nordlicht, kein Winterschnee am Hafen. Aber Pia ist da, und das ist die Hauptsache.<\/p>\nngg_shortcode_0_placeholder\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Noch vor einer Woche hatte ich nie und nichts von ihr geh\u00f6rt, ein kleiner Hinweis auf Facebook \u00fcber ihren Auftritt im Bett brachte mich dazu, mal in ein Video hinein zu schauen &#8211; und ich war geflasht von der norwegischen S\u00e4ngerin Kari Ruesl\u00e5tten. 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