{"id":12410,"date":"2017-10-30T10:27:25","date_gmt":"2017-10-30T09:27:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.beveswelt.de\/?p=12410"},"modified":"2017-10-30T10:39:50","modified_gmt":"2017-10-30T09:39:50","slug":"the-wedding-present-im-bettfrankfurt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.beveswelt.de\/?p=12410","title":{"rendered":"The Wedding Present im Bett\/Frankfurt"},"content":{"rendered":"<p>Der Abschluss einer denkw\u00fcrdigen Woche f\u00fchrte uns ins <a href=\"http:\/\/www.bett-club.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bett <\/a>am Rande des Gallus. F\u00fcr die Nicht-Frankfurter: Das Bett ist eine Musiclocation, die einst in Sachsenhausen beheimatet war und nun schon l\u00e4nger in der Schmidtstra\u00dfe sein Domizil gefunden hat.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Neulich verbrachten wir hier einen sehr lustigen Abend mit den <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/The_Fleshtones\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Fleshtones<\/a>, nun sollten <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/The_Wedding_Present\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">The Wedding Present<\/a> auftreten, deren Deb\u00fct <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/Wedding-Present-George-Best-Plus\/dp\/B00000020R\/ref=pd_sim_15_1?_encoding=UTF8&amp;psc=1&amp;refRID=AWR00WGFFMEPX3Q2CM08\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">George Best<\/a> nun auch schon 30 Jahre auf dem Buckel hat und seinerzeit vieles zusammen f\u00fchrte, was zusammen geh\u00f6rt. Einerseits schrammelige Gitarrenmusik, andererseits den begnadeten Fu\u00dfballer Best, dessen Karriere ihn zum nordirischen Volkshelden werden lie\u00df, ihn aber auch zu fr\u00fch ins Grab brachte. Der Suff brach ihm final das Genick.<\/p>\n<p>The Wedding Present sind eigentlich David Gedge, der im Laufe der Jahrzehnte mit verschiedensten Musikern Wedding Present am Leben hielt, zwischenzeitlich hie\u00df sein Projekt <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Cinerama_(Band)\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Cinerama<\/a>. Aber wenn wir ehrlich sind, so flashten uns die ersten drei Platten, die erste, George Best, die Sammlung <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/Tommy-Wedding-Present\/dp\/B00000020S\/ref=pd_sim_15_7?_encoding=UTF8&amp;psc=1&amp;refRID=AWR00WGFFMEPX3Q2CM08\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Tommy <\/a>sowie die 89er Scheibe <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/Bizarro-Wedding-Present\/dp\/B00005NOSV\/ref=pd_sim_15_4?_encoding=UTF8&amp;psc=1&amp;refRID=VS6J82ZNPGNVQCDH5ZS5\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bizarro<\/a>. Alles, was danach kam, war zwar nett anzuh\u00f6ren und sicherlich gehobenes Niveau &#8211; aber nie schrammelten sie so hinrei\u00dfend, wie w\u00e4hrend der ersten Jahre. Und stets, wenn sie auf die B\u00fchne kamen, hie\u00df es: Wir sind Wedding Present, das Hochzeitsgeschenk &#8211; und wir spielen keine Zugabe. Daran hielten sie sich konsequent. Nach einer Stunde war in der Regel Feierabend. Auf den Plakaten zur jetzigen Tour ist das Cover der George Best abgebildet, ein Versprechen auf die Zelebrierung der alten Zeiten, vielleicht das klassischste alles klassischen Indiegeschrammels. Es erinnert an Beat, ist es aber nicht, es erinnert an Punk, ist es aber nicht. Zwei Gitarren, Bass, Schlagzeug. Schnell &#8211; aber unaufgeregt.<\/p>\n<p>Vor dem Konzert marschiert Gedge mit einem Hund durch das Bett, l\u00e4sst sich fotografieren und verkauft h\u00f6chstselbst am Merchstand ein paar Platten, selbstverst\u00e4ndlich signiert er sie auch. Die Musik vor dem Konzert ist f\u00fcrchterlich, zuweilen atonal und vor allem zu laut. Aber das Bett f\u00fcllt sich, am Ende ist es wohl nicht ganz ausverkauft und es sind vor allem \u00e4ltere Herrschaften, die meisten d\u00fcrften The Wedding Present schon in der Kapp gesehen haben, als die Tr\u00e4ume noch vor uns lagen und wir der Welt den Mittelfinger gezeigt haben.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/preciousfewband\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Precious Few<\/a> (Link zu FB) aus Bonn er\u00f6ffnen den Abend, die Band besteht aus zwei Personen, <span class=\"text_exposed_show\">Barbara Hoefgen (Gesang und Melodica) und Chris Wiegelmann (Gitarre)<\/span>. Sie spielen akustische Songs, flinkes Gitarrenspiel und sonorer Gesang &#8211; doch f\u00fcr den Abend vielleicht etwas zu betulich, das Publikum klatscht brav &#8211; aber mitrei\u00dfend sind die Songs nicht wirklich und so ist niemand b\u00f6se, als The Wedding Present nach einer kurzen Umbaupause gegen halb zehn auf die B\u00fchne kommen. Zuvor hatte ich mich gewundert, dass die Bassistin Danielle Wadey beim Soundcheck ihr Mikro niedriger eingestellt hatte, als ihre Gr\u00f6\u00dfe erahnen l\u00e4sst. Die Aufl\u00f6sung erfolgt stande pede: Soundcheck in Turnschuhen, Auftritt in Glitzerstiefel. Der Rest der Band in Schwarz. Wie wir fr\u00fcher. Schwarze Jeans, schwarzes Shirt, schwarze Turnschuhe. Das war keine Mode, das war ein Lebensgef\u00fchl. Es verk\u00f6rperte gleicherma\u00dfen Schlichtheit in positivem Sinne, sowie den Hang zur Traurigkeit. Kurzzeitig waren wir alle Existenzialisten. Uniformen k\u00f6nnen simpel sein.<\/p>\n<p>Und es geht wortlos los. Once More, der Opener. Noch ist die Stimme Gedges kaum zu vernehmen, doch der Sound bessert sich, das Konzert rollt langsam an und es dauert ein paar Songs, bis das technische Zusammenspiel klappt. P\u00fcnktlich zu <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=4aQtqwIqnvE\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Everyone thinks, he looks daft<\/a>, dem ersten Song von George Best, passt es. Und nun wird gewippt, geschwooft und getanzt, was das Zeug oder der K\u00f6rper h\u00e4lt, da ist er wieder, der alte Geist, der alte Sound, den wir so geliebt haben. Gedge meint sp\u00e4ter lachend, dass auf den ersten Platten alles gleich klingt &#8211; aber genau das war unser Ding. Die Ramones haben ja auch nicht gro\u00dfartig variiert. An der zweiten Gitarre spielt Marcus Kain, am Schlagzeug Charles Layton, hinten ganz im Dunkel. Das Augenmerk liegt klar auf der Musik, hie und da eine kleine Ansage, ansonsten folgte nun St\u00fcck auf St\u00fcck, dingdingdingdingdingdingdingding &#8230;, der Sound ist klar &#8211; sie spielen das Album komplett durch, noch ein weiterer Song am Ende &#8211; leider nicht Kennedy oder Brassneck &#8211; und dann ist nach ca 75 Minuten Feierabend. Noch bevor das Konzert zu Ende ist, zieht ein Besucher die Setlist von der B\u00fchne. Respekt geht anders, da nutzt auch ein hochgereckter Daumen nichts. Daf\u00fcr bekommt er auch nicht das Plektrum von Danielle Wadey. Ein kurzer Dank, Abgang, Ende. Niemand ist \u00fcberrascht. Keine f\u00fcnf Minuten sp\u00e4ter steht Gedge am Merchstand und unterschreibt, was zu unterschreiben ist. Das Ganze ist so normal, dass es schon massiv auff\u00e4llt. Positiv auff\u00e4llt. Und das ist ja eine Menge in den hiesigen Tagen.<\/p>\nngg_shortcode_0_placeholder\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Abschluss einer denkw\u00fcrdigen Woche f\u00fchrte uns ins Bett am Rande des Gallus. 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