{"id":12204,"date":"2017-08-22T11:13:48","date_gmt":"2017-08-22T09:13:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.beveswelt.de\/?p=12204"},"modified":"2017-08-22T11:21:57","modified_gmt":"2017-08-22T09:21:57","slug":"auswaertsspiel-von-princen-und-leberkaesbroetchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.beveswelt.de\/?p=12204","title":{"rendered":"Ausw\u00e4rtsspiel: Von Princen und Leberk\u00e4sbr\u00f6tchen."},"content":{"rendered":"<p>Freiburg. Das hei\u00dft ja bei uns immer: Verl\u00e4ngertes Wochenende bei Freunden in Emmendingen mit Fu\u00dfballausflug an die Dreisam, die Stammleser wissen Bescheid. Im August bei Sonnenschein ist das nat\u00fcrlich immer eine feine Sache. Und so rollten wir wieder einmal los. Die Pia, der Dacia und ich.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Wobei diesmal die Post f\u00fcr eine dezente Unsicherheit gesorgt hatte, Mittwochs lagen n\u00e4mlich die georderten Tickets immer noch bei einem Verteiler irgendwo in Deutschland, doch die Eintracht reagierte prompt und unkompliziert und sicherte uns zu, zwei Karten am G\u00e4stekassenh\u00e4uschen f\u00fcr uns vor Ort zu hinterlegen. Mit dieser Gewissheit tuckerten wir Freitags auf den Highway. Musikalisch unterst\u00fctzten uns diesmal: <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=HKT5LTWzylU\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Cult with no name<\/a>, sowie eine schmissige Zusammenstellung von im weitesten Sinne <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/Russendisko-Ukraine-Do-Amerika\/dp\/B001B5IQGS\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">ukrainischer Tanzmusik<\/a>.<\/p>\n<p>Noch vor Baden Baden verlie\u00dfen wir die Autobahn, und zogen auf den Landstra\u00dfen unsere Bahnen Richtung Schwarzwaldhochstra\u00dfe, die 75 PS \u00e4chzten sich den Berg hoch, Motorradfahrer sausten an uns vorbei, es war ein Wunder, dass die Radler hinter uns blieben &#8211; doch wir hatten Zeit. Derzeit sind ja die Mercedes SLK Baujahr Ende der 90er g\u00fcnstig zu haben, aber wer wird schon einen ger\u00e4umigen Lastesel, der seit Jahren treuen Dienst abliefert, gegen einen schmissigen Sportwagen eintauschen, der flott ist, Spa\u00df macht und zudem offen fahren kann? Ich. Aber im n\u00e4chsten Leben. Im diesigen wollen noch Paletten in den Garten gefahren werden &#8211; und da ist der SLK leicht unpraktisch. Ich denke da noch einmal dar\u00fcber nach, so ein Spa\u00df ist ja auch eine finanzielle Frage. Wenn ihr uns also mit Geld bewerfen wollt: Traut euch.<\/p>\n<p>Auf der H\u00f6he dann der Blick in die T\u00e4ler, sp\u00e4ter schwere mit Baumst\u00e4mmen beladene LKWs. Holz geht hier immer. W\u00e4hrend Metzger und Gastst\u00e4tten mehr geschlossen als offen sind, so ist die Holzverarbeitung in jeglicher Form allem Anschein nach krisensicher. Wir schl\u00e4ngelten uns \u00fcber die D\u00f6rfer, kurz hinter Waldkirch \u00f6ffneten sich dann s\u00e4mtliche Himmelsschleusen, es goss aus K\u00fcbeln, die Scheibenwischer kamen kaum nach, so dass wir eine kleine Pause einlegten. Denkbar unpraktisch jetzt: Ein Mercedes SLK Cabrio. Himmlische Hinweise? Drei Kilometer weiter: Alles trocken. Launische Kapriolen von Mutter Natur. Aber wir hatten es geschafft, wir waren Freitags Abends in Emmendingen.<\/p>\n<p>Der folgende Tag erwies sich als ein sonniger und so nutzten wir die Zeit und wanderten durchs Simonsw\u00e4lder Tal, vorbei an M\u00fchlen und Geschichten von vergangenen Tagen, als die M\u00fcller w\u00e4hrend der Nazizeit das M\u00fchlrad mit Holz verschalten, auf dass nicht auffiel, wieviel sie mahlten &#8211; offiziell war nur eine bestimmte Menge erlaubt, die nat\u00fcrlich hinten und vorne nicht reichte. Das habt ihr nat\u00fcrlich nicht gewusst. Ein weiteres Highlight war die zweite Halbzeit beim Spiel Simonswald II gegen Freiamt II. Hinter dem Sportplatz ragten die Fichten des Schwarzwaldes in die H\u00f6he und die Blauen schossen ein Tor. Da die Tornetze in rot-wei\u00df gehalten waren und das andere Team in rot spielte, gingen wir von einem Treffer der G\u00e4ste aus, die sich aber schnurstracks beeilten, den Ball zum Ansto\u00df zu bringen. Minuten sp\u00e4ter das gleiche Spiel. Die Blauen schossen ein weiteres Tor, rannten aber wie von der Tarantel gestochen zum Ansto\u00dfpunkt, um den Ball dem Gegner zurecht zu legen. Wir drehten eine Runde und als wir zur\u00fcck kamen, erzielten die Blauen ein weiteres Tor. Da die Zeit ein wenig dr\u00e4ngte, brachen wir auf &#8211; waren aber nat\u00fcrlich brennend am Spielausgang interessiert. Einen Tag sp\u00e4ter leistete das Internet gute Dienste, der Endstand zwischen Simonswald II und Freiamt II lautete 3:3. Die G\u00e4ste hatten ein 0:3 egalisisert und wir waren live dabei. Freiamt II, dankt uns nicht.<\/p>\n<p>Der Abend brachte dann ein Weinfest in Emmendingen mit sich, welches seinem Namen alle Ehre machte, bis in die Puppen festivitierten die fein heraus geputzten Emmendinger sowie zwei Frankfurter, der wilde Rest traf sich n\u00e4chtens noch in der Bierb\u00f6rse und drehte fr\u00f6hlich durch. Da schlummerten wir schon, nur auf den Fichten gegen\u00fcber machten in luftiger H\u00f6he einige Fischreiher ordentlich Rabatz.<\/p>\n<p>Dies erfuhren wir am Spieltag in aller Fr\u00fche. Okay, so fr\u00fch war es gar nicht, aber unser Plan sah vor, den Zug nach Freiburg zu nehmen, um dann traditionell an der Dreisam entlang zum Stadion zu marschieren. Doch die Bahn machte uns einen Strich durch die Rechnung. Wir zogen zun\u00e4chst unsere Fahrkarten bis Bahnhof FR, um dann festzustellen, dass der Zug exakt sechs Minuten fr\u00fcher als digital ausgewiesen den kleinen Bahnhof verlie\u00df. Nat\u00fcrlich ohne uns &#8211; und ohne ca. zehn Emmendinger, die gleichfalls auf dem falschen Fu\u00df erwischt wurden. Die n\u00e4chste Bahn sollte erst in einer Stunde folgen. Da wir ja noch unsere Karten abholen mussten und es in Freiburg zudem ratsam ist, fr\u00fch im Stehplatzbereich zu sein, war guter Rat teuer. Wir \u00fcberlegten kurz, mit dem Auto zu fahren, um dann weiter zu laufen &#8211; dies h\u00e4tte jedoch bedeutet, die Zugtickets verfallen zu lassen. Bahnfahrt und Fu\u00dfweg waren aber nun nicht mehr drin. Zudem war unsere Karte ja nur bis zum Bahnhof g\u00fcltig, die Weiterfahrt h\u00e4tte ein weiteres Ticket bedeutet. Noch \u00e4rgerlicher war die Sache f\u00fcr die Emmendinger, die ihre Fu\u00dfballkarten schon hatten. Diese waren drei Stunden vor Spielbeginn auch f\u00fcr die Bahnfahrt g\u00fcltig. Da die ausgefallene Bahn aber vier Stunden vor Anpfiff genommen werden sollte, waren ihre gekauften Zugtickets nun hinf\u00e4llig, die n\u00e4chste Bahn lag ja bereits im Zeitkorridor &#8211; Das ist aber auch alles nicht einfach.<\/p>\n<p>Wir nahmen kurzerhand die n\u00e4chste Bahn, erkl\u00e4rten unsere Fahrkarten auch bis zum Stadion f\u00fcr g\u00fcltig und trafen im Zug einen alten Bekannten. Mit ihm stiegen wir in Freiburg um Richtung Littenweiler, derweil sich kurz vor dem Ziel wider erwarten Sicherheitspersonal den Weg durch die Abteile bahnte &#8211; aber wir schafften noch rechtzeitig den Absprung und wanderten zum Stadion.<\/p>\n<p>Dort versuchten wir, unsere Tickets zu erhaschen. Aber die G\u00e4stekasse hatte geschlossen und die Heimkasse keine Karten. Hilfreich ist in solchen F\u00e4llen immer die Fanbetreuung, die von unerer Transaktion schon wusste und kaum n\u00e4herten wir uns der G\u00e4stekasse, \u00f6ffneten sich die Fenster wie durch Zauberhand &#8211; und unsere Tickets fielen uns in die Arme. So befanden wir uns kurz nach zwei auf den Stehr\u00e4ngen &#8211; und waren keineswegs die Ersten. Aber wir fanden ein f\u00fcr brauchbar gehaltenes Pl\u00e4tzchen, blickten \u00fcber die Heimtrib\u00fcne auf den Schwarzwald, w\u00e4hrend ein Reklamezeppelinchen \u00fcber das kleine Spielfeld kreiste. Das Flutlicht gl\u00e4nzte in die Sonne, die Jugend versuchte, Zaunfahnen mit Gaffa zu befestigen, sp\u00e4ter liefen die Mannschaften sich warm &#8211; und bei der Eintracht stand Kevin Prince Boateng tats\u00e4chlich im Kader. Das ist ja so eine Sache. Erst hei\u00dft es: Ein Hoch auf die Jugend, ein Hoch auf die den eigenen Nachwuchs und wenn dann die Queen bzw. in unserem Falle der Prince kommt, sind dann doch alle aus dem H\u00e4uschen. Ewige Diva halt.<\/p>\n<p>Das Spiel selbst sah zu Beginn seiten der Fans eine herzliche Begr\u00fc\u00dfung des Deutschen Fu\u00dfball-Bundes e.V., dann eine gef\u00e4llige Eintracht, technisch versiert, ungl\u00fccklich im Abschluss und wir sahen die F\u00fchrung der Freiburger. Die Heimkurve war aus dem H\u00e4uschen, wir starrten traditionsgem\u00e4\u00df bedr\u00f6ppelt ins Nichts und kaum hatten wir die Situation verabeitet, drehte sich die Stimmung. Jetzt waren wir aus dem H\u00e4uschen und der Heimkurve wurde die Schwarzwaldmilch sauer: Auf der Anzeigetafel leuchtete das sch\u00f6ne Wort &#8222;Videobeweis&#8220; und dies hie\u00df: Der Treffer z\u00e4hlte nicht. Heiliges Abseits.<\/p>\n<p>Auch in Halbzeit zwei entwickelte sich ein munteres und diesmal wirklich torloses Spielchen. Auf Freiburger Seite wurde Petersen eingewechselt, der uns bei seinem ersten Einsatz f\u00fcr den SC einst munter abgeschossen hatte, diesmal allerdings torlos blieb, w\u00e4hrend es bei uns hie\u00df: <em>De Prince k\u00fctt.<\/em> Da jubelten unsere, derweil die Freiburger pfiffen, was jedoch nichts am Spielstand \u00e4nderte. Unsere Kurve sang sich derweil munter durch das Spiel. Am Ende f\u00fchrten wir zwar das Eckenverh\u00e4ltnis an, sahen eine stabile, aber ausbauf\u00e4hige Eintracht, die mit sechs Neuzug\u00e4ngen in der Startelf begonnen und sich den ersten Punkt geholt hatte. Jo, k\u00f6nnen alle mit leben. Zumal auf dem R\u00fcckweg durchsickerte, dass unsere n\u00e4chste Pokalreise nach Schweinfurt f\u00fchren wird. Das ist zwar nicht Heidenheim aber dennoch prima.<\/p>\n<p>Die Stra\u00dfenbahn brachte uns dann ans Schwabentor, von dort aus besuchten wir das M\u00fcnster und nahmen die Bahn zur\u00fcck nach Emmendingen. Jetzt forderten Wanderung und Weinfest ihren Tribut, der Sonntagabend war ein Sonntagabend.<\/p>\n<p>Der n\u00e4chste Morgen brachte erst einen blutigen Kopfsto\u00df gegen den tiefh\u00e4ngenden Rolladen zum Balkon, dann einen gem\u00e4chlichen Ausflug nach Triberg mit einer kleinen Wanderung zu den h\u00f6chsten Wasserf\u00e4llen Deutschlands. Wir k\u00e4mpften uns an Selfiesticks vorbei, das Wasser fiel wie versprochen, Eichh\u00f6rnchen und Eichelh\u00e4her jagten nach Ern\u00fcssen, die vor Ort waidm\u00e4nnisch erworben werden konnten, derweil <em>im<\/em> Ort Kuckucksuhren jeglicher Art und Gr\u00f6\u00dfe verkauft wurden. Auch hier hatten die \u00f6rtlichen Metzgereien geschlossen &#8211; und zwar f\u00fcr immer. In einer Seitenstra\u00dfe hatte zwar noch ein kleiner Fleischerladen ge\u00f6ffnet, doch hier war der Leberk\u00e4sweck schon Mittags um 12 aus. Man kann nicht alles haben, so ist&#8217;s des Lebens Brauch &#8211; und wir rollten \u00fcber Wolfach, (ohne Metzger, der letzte machte gerade Urlaub und wir mussten Eis essen) die Schwarzwaldhochstra\u00dfe und Baden Baden wieder gem\u00e4chlich auf die Autobahn Richtung Frankfurt.<\/p>\n<p>Sch\u00f6n war&#8217;s gewesen &#8211; und vielleicht verbringen wir ja unsere letzten Jahre einst im Simonsw\u00e4lder Tal, fahren mit einem roten SLK zum Sportplatz und machen einen kleinen Laden auf, in dem es abgedrehte Kuckucksuhren ebenso zu kaufen gibt, wie Herzwichtel und die besten Leberk\u00e4sbr\u00f6tchen der ganzen Gegend. Und abends gehts mit dem Prince zum Weinfest nach Emmendigen.<\/p>\nngg_shortcode_0_placeholder\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Freiburg. Das hei\u00dft ja bei uns immer: Verl\u00e4ngertes Wochenende bei Freunden in Emmendingen mit Fu\u00dfballausflug an die Dreisam, die Stammleser wissen Bescheid. Im August bei Sonnenschein ist das nat\u00fcrlich immer eine feine Sache. Und so rollten wir wieder einmal los. 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