{"id":11377,"date":"2016-05-09T09:44:28","date_gmt":"2016-05-09T07:44:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.beveswelt.de\/?p=11377"},"modified":"2018-07-09T19:36:53","modified_gmt":"2018-07-09T17:36:53","slug":"weshalb-rasenball-keine-bereicherung-ist","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.beveswelt.de\/?p=11377","title":{"rendered":"Weshalb Rasenball keine Bereicherung ist"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Jetzt haben es die wackeren Underdogs geschafft. Trotz aller M\u00fchen und Widerst\u00e4nde ist der sympathische Club aus dem Osten in Liga eins aufgestiegen, bereit dem FC Bayern Paroli zu bieten. Da m\u00fcssen wir doch alle froh sein. Das ist doch eine Bereicherung f\u00fcr die ganze Liga. Ein frischer Wind weht nun und eine ganze Region freut sich mit. Toll. Und Gazprom oder Alfa Romeo stecken ja auch Geld in den Fu\u00dfball&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So oder so \u00e4hnlich argumentiert der, der sich dem Mainstream entgegen stellt und RB Leipzig verteidigt, sich mannhaft dem Traditionsp\u00f6bel entgegen stellt, dem die Zeichen der Zeit abhanden gekommen sind. Jetzt ist Tradition alleine kein Verdienst, genau wie Alter per s\u00e9 kein Verdienst ist. Du kannst alt sein, tolle Geschichten erlebt haben und weise diese erz\u00e4hlen. Du kannst aber auch alt und verbittert sein, jung und wild oder jung und doof. Fr\u00fcher oder sp\u00e4ter wird das junge alt. So oder so.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Fakten zur Gr\u00fcndung des Leipziger Fu\u00dfballclubs d\u00fcrften bekannt sein, die Lizenz\u00fcbernahme des SSV Markranst\u00e4dt und die Finanzierung durch den Eigent\u00fcmer eines Getr\u00e4nkes, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/RB_Leipzig\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier <\/a>steht es noch einmal im Detail. Der Ort, Leipzig, war ob der fu\u00dfballerischen Diaspora weise gew\u00e4hlt, der Name aber und auch das l\u00e4cherlich modifizierte Vereinswappen stehen nicht f\u00fcr Fu\u00dfball. Stets soll die Firma, die finanziert, durch die Nennung in den Mittelpunkt ger\u00fcckt werden, im Sprachgebrauch wird sich nicht das Kunstwort Rasenball durchsetzen, sondern der Getr\u00e4nkename. Und so wird auch das Wappentier instrumentalisiert. Der Adler steht f\u00fcr die Eintracht in Anlehnung an das Stadtwappen, das Zebra f\u00fcr den MSV Duisburg ob der Trikots. Der Bulle ist Reklame und sonst nichts. Reklame f\u00fcr ein Getr\u00e4nk.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Manch einer wird solche Kunstgriffe f\u00fcr pfiffig halten, ich w\u00fcrde mich bei dem Versuch, mich derma\u00dfen billig zu fangen, verschei\u00dfert f\u00fchlen, benutzt, um in der Maske des Fu\u00dfballs Reklame f\u00fcr ein Getr\u00e4nk zu machen, welches seit jeher \u00fcberteuert verkauft wird, wobei es die Leute zahlen und niemand gezwungen wird, dies zu kaufen. Somit ist das Verdienen legitim. Aber es hat mit Fu\u00dfball nichts zu schaffen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer an die ersten Versuche des Eingriffs des Getr\u00e4nkeherstellers in den Fu\u00dfball denkt, der denkt an Salzburg, an die \u00dcbernahme von Austria Salzburg, das Tilgen der Vereinsfarben, die Neugr\u00fcndung durch die Fans. Niemand der den Fu\u00dfball liebt, w\u00fcrde aus Marketinggr\u00fcnden die Vereinsfarben tilgen, den Namen \u00e4ndern. Wir lieben Fu\u00dfball, nicht das Geld, nicht die Limonade und auch nicht den Erfolg um jeden Preis, sonst w\u00e4ren wir nicht Anh\u00e4nger der Eintracht, von Bochum, Bielefeld, Duisburg oder Rot Weiss Essen. Nat\u00fcrlich nehmen wir einen Titel mit, einen Pokalsieg, eine Europatour. Aber unser t\u00e4gliches Erleben misst sich auch in der Leidenschaft im Kampf um den Klassenerhalt, egal in welcher Liga. Die Fans des MSV Duisburg d\u00fcrften im Falle des Ligaverbleibs in Liga zwei tausendmal mehr durchdrehen, als die Bayern beim zigsten Titel. Gar nicht zu reden von der Eintracht, sollten wir in Bremen was rei\u00dfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Leipzig ist gut f\u00fcr den ganzen Osten. Das ist nat\u00fcrlich ausgemachter Bl\u00f6dsinn, frag mal einen Dortmunder, wenn es hie\u00dfe: Der Titel von Schalke w\u00e4re gut f\u00fcr den ganzen Westen. Noch absurder kl\u00e4nge dies, wenn Wolfsburg f\u00fcr Westdeutschland stehen w\u00fcrde. Und selbst der VfL tr\u00e4gt VW nicht im Namen, und hat kein Auto im Wappen. Werbung f\u00fcr etwas zu machen ist das eine, manch einer sagt, nur dadurch h\u00e4lt man sich. Aber Werbung zu sein, ist etwas anderes. Und die Leute f\u00fcr bl\u00f6de zu verkaufen dann die Kr\u00f6nung. Und wenn die Instanzen alles durchwinken, was gegen die guten Sitten verst\u00f6\u00dft, spricht dies nicht nur gegen den Club, es spricht vor allem gegen diejenigen, die die Inszenierung und Instrumentalisierung genehmigen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn die reichen Kinder fr\u00fcher alles was sie wollten bekommen haben, waren wir manchmal neidisch. Wenn sie aber gro\u00dfkotzig waren, nicht geteilt haben, sich \u00fcber ihren Besitz Macht verschaffen wollten, haben wir sie gehasst. Weil wir mit unserem Krempel klar gekommen sind. Und wenn die reichen Kids ihren Krempel geteilt haben, wenn sie von uns Sachen akzeptiert haben, waren sie Teil von uns, dann haben wir nicht mehr gefragt, was hast du, was bist du. Es ist nicht die Frage von Reichtum, von Besitz, ob du Teil einer Gemeinschaft bist, es ist von deinem Verhalten abh\u00e4ngig. H\u00e4tte der Getr\u00e4nkehersteller den Namen des Clubs in sagen wir VfL Leipzig ge\u00e4ndert, die Vereinsfarben in gelb und als Wappentier den Goldhamster genommen, und w\u00fcrde uns nicht mit jedem Auftreten das Getr\u00e4nk und damit den Zweck des Clubs unter die Nase reiben, wir h\u00e4tten ihn vielleicht akzeptiert. H\u00e4tten sie Vereinsstrukturen zugelassen, die den Namen verdienen, wir h\u00e4tten ihnen ihre Jugend nicht vorgehalten. H\u00e4tten sie mit jungen Spielern aus der Region mitgespielt, h\u00e4tten wir vielleicht kaum eine Notiz davon genommen und im Falle des Erfolges wohlwollend genickt. So aber haben wir die Neureichen, die uns auch noch Bedingungen diktieren wollten, die sich in unserem Revier breit machen wollten, die unsere Bedingungen umgehen wollten, gehasst &#8211; und wenn sie unsere Freunde noch dazu rauswerfen wollten, wurde es ungem\u00fctlich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun haben sie Transferbestimmungen umgangen, in dem ein Spieler, der nicht innerhalb \u00d6sterreichs wechseln durfte, \u00fcber Leipzig nach Salzburg geschleift, sie kaufen sich Nachwuchskicker zusammen &#8211; mit Geld, dass nie \u00fcber Fu\u00dfball verdient wurde und sie zwingen andere Clubs Methoden zu erfinden, um mitzuhalten. Und so verliert der Fu\u00dfball seinen Selbstzweck. Und der ist Fu\u00dfball. Selbst bei Schalke und Gazprom geht es immer um Schalke f\u00fcr die Schalker. Schalke ist ohne Gazprom denkbar. Aber Leipzig nicht ohne den Getr\u00e4nkehersteller. Und deshalb sind sie keine Bereicherung. Und wenn tausend unschuldige Kinder mit dem Leipzigf\u00e4hnchen wedeln, dann g\u00f6nne ich ihnen ihren Spa\u00df, denn die Kinder wissen nicht was sie tun. Aber die Erwachsenen, die das Zulassen, dass ihre Kinder missbraucht werden, in dem diese im Glauben des Fu\u00dfballs gelassen werden, in Wirklichkeit aber ohne es zu wissen und zu wollen Werbung f\u00fcr ein Getr\u00e4nk machen, die m\u00f6gen sich vielleicht kurz hinterfragen, was sie eigentlich zulassen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jetzt haben es die wackeren Underdogs geschafft. Trotz aller M\u00fchen und Widerst\u00e4nde ist der sympathische Club aus dem Osten in Liga eins aufgestiegen, bereit dem FC Bayern Paroli zu bieten. Da m\u00fcssen wir doch alle froh sein. Das ist doch eine Bereicherung f\u00fcr die ganze Liga. 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