{"id":11366,"date":"2016-05-01T10:59:46","date_gmt":"2016-05-01T08:59:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.beveswelt.de\/?p=11366"},"modified":"2016-05-01T10:59:46","modified_gmt":"2016-05-01T08:59:46","slug":"aufjetztsieg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.beveswelt.de\/?p=11366","title":{"rendered":"Aufjetztsieg!"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Nach der <a href=\"http:\/\/www.beveswelt.de\/?p=11362\" target=\"_blank\">Aufarbeitung der Historie<\/a> anl\u00e4sslich des Pokalfinales vor zehn Jahren, stand ein Fu\u00dfballwochenende an, das es in sich hatte. Sowohl f\u00fcr den FSV als auch f\u00fcr die U19 der Eintracht und nat\u00fcrlich f\u00fcr die Eintracht selbst standen wegweisende Spiele an. Leider hie\u00df es ja f\u00fcr die Partie der Eintracht in Darmstadt: <em>Wir m\u00fcssen leider drau\u00dfen bleiben<\/em> &#8211; und so hatten wir uns auch nicht darum gek\u00fcmmert, ein Ticket zu organisieren. Das war dann in Bornheim und am Riederwald schon anders.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Freitag kickte der FSV gegen Kaiserslautern, wir trafen uns bei Freunden im Garten. Von dort aus siehst du die Flutlichtmasten des Bornheimer Hangs einen Steinwurf entfernt. Mit dem Roller tuckerte ich durch den G\u00e4stemob, parkte am Kassenh\u00e4uschen, kam sofort an die Reihe und tuckerte mit Stehplatzticket und dem G\u00e4stemob wieder zur\u00fcck &#8211; eine Sache von zehn Minuten. Mach das mal im Wald, drau\u00dfen bei der Eintracht. Sp\u00e4ter lie\u00df ich den Roller stehen, wir zogen mit einem Bierchen in der Hand zum Hang. Ein gro\u00dfes Thema war nat\u00fcrlich das Innenstadtverbot f\u00fcr Eintrachtfans in Darmstadt, welches nicht haltbar war &#8211; und dank der Initiative des Fanclubverbandes dann auch gekippt wurde. Ein Narrenspiel, zu dem ja alles schon gesagt wurde. F\u00fcr mich war klar, dass es gilt, das Verbot zu kippen, um dann brav in Frankfurt zu bleiben. So kam es ja dann auch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als wir den Bornheimer Hang enterten, schoss der FSV das 1:0, ein sch\u00f6ner Empfang, die Abendsonne beleuchtete den Nussberg, auf dem ich schon als Knabe tollte, das Flutlicht beschien den Rasen. Die H\u00fctte war ziemlich voll, was vor allem daran lag, dass der sportlich im Niemandsland rangierende FCK Tausende Anh\u00e4nger auf die Beine gebracht hatte. Die hatten sp\u00e4ter auch allen Grund zum Jubeln, Kaiserslautern kickte den FSV an den Rande des Abgrundes, 1:4 hie\u00df es am Ende, das Flutlicht leuchtete auch nach Abpfiff stoisch in die Nacht. Wir kippten uns noch einen Schoppen hinter die Binde und bereiteten uns mental auf den n\u00e4chsten Tag vor.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">An jenem lieferte zun\u00e4chst die U19 der SGE Grund zur Freude; jene U19, die ja gleichfalls vom Abstieg bedroht war &#8211; und gegen den Nachwuchs der Bayern antrat, der jedoch in dieser Saison auch keine B\u00e4ume ausgerissen hatte. Bei herrlichem Fr\u00fchlingswetter dominierten die Adler und besiegten die kleinen Bayern mit 2:0 &#8211; trotz Enrico Caruso in deren Tor. Auff\u00e4lligster Spieler bei uns: Nelson Mandela. Da die Konkurrenten um den Klassenerhalt Federn lie\u00dfen, geht die Eintracht mit drei Punkten Vorsprung und der um 12 Toren besseren Differenz gegen\u00fcber Saarbr\u00fccken in den letzten Spieltag &#8211; das sollte eigentlich reichen. Durchatmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jetzt also Bundesliga. Die Eintracht bei den Lilien. Ich war ja schon nach Sandro Wagners \u00c4u\u00dferungen \u00fcber die Entlohnung der Fu\u00dfballer \u00fcberzeugt, dass sich dies r\u00e4chen wird. Wer den Schnabel weit aufrei\u00dft, muss aufpassen, dass kein Dreck hinein fliegt. Schade jedoch, dass keine Eintrachtfans im Stadion zugelassen waren &#8211; darin waren sich alle einig. Einige wenige hatten sich Karten besorgt, andere besuchten Darmstadt aus reiner Freude an St\u00e4dtetouren &#8211; den ganzen Schlamassel aber h\u00e4tte man sich sparen k\u00f6nnen, wenn der DFB statt Kollektivstrafen auszusprechen die jeweiligen \u00dcbelt\u00e4ter bestraft bzw die Bestrafung dem Gang der Justiz \u00fcberl\u00e4sst und Verantwortliche bei Stadt und Polizei mal bei denjenigen nachfragen w\u00fcrden, die sich Woche f\u00fcr Woche mit dem Thema Fu\u00dfball, Fans und Organisation besch\u00e4ftigen. Machen sie nicht, also lebt mit eurer Realit\u00e4t, die ihr euch selbst einbrockt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mir war das alles zu stressig, und so hockten wir mit Freunden in unserer Wohnzimmer Sky Lounge und erwarteten einen Sieg der Eintracht, die auch ordentlich begann &#8211; und zunehmend den Faden verlor. Und prompt fiel das 1:0 f\u00fcr die Lilien, Heller hatte sich gegen Oczipka durchgesetzt und vom Schienbein von Vrancic prallte die Kugel ins Netz. Vier Eintrachtler im Strafraum guckten bl\u00f6d aus der W\u00e4sche, ich hab ihn nicht, nimm du ihn nicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir br\u00fcllten den Fernseher an, beleidigten Lilien, Fans wie Spieler aufs Unfl\u00e4tigste und motivierten die Eintracht derma\u00dfen, dass es Elfmeter f\u00fcr Darmstadt gab. Da ich diesen im Tippspiel zwar einen Gegentreffer zugestanden habe, jedoch keine zwei, war klar, dass der Elfer, den man nicht pfeifen muss, nicht rein geht. Sandro Wagner schnappte sich den Ball &#8211; und ich war dann doch nerv\u00f6s. Herr Wagner lief an, Herr Ben-Hatira zeigte in eine Ecke, Herr Hradecky flog &#8211; und fischte die halbherzig getretene Kugel aus dem Eck. Alter Finne, die Eintracht blieb im Spiel &#8211; auch weil ein weiterer Strafsto\u00df nicht gepfiffen wurde, der eher gegeben h\u00e4tte werden k\u00f6nnen als der erste. Seis drum, zur Halbzeit h\u00e4tten die Lilien h\u00f6her f\u00fchren m\u00fcssen, taten sie aber nicht und so nahm der Ausw\u00e4rtssieg seinen Lauf, zumal Aigner f\u00fcr den schwachen Gacinovic ins Spiel kam. Man h\u00e4tte auch den Kommentator auswechseln m\u00fcssen, dessen Lobhudeleien auf Darmstadt unsere Stimmung zus\u00e4tzlich anheizte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und pl\u00f6tzlich kippte das Spiel, die Eintracht bekam Oberwasser, auch weil Darmstadt nach vorne nichts mehr zu Stande brachte oder bringen wollte. Da war von der Dynamik und dem Willen, der uns im Hinspiel noch in die Verzweiflung trieb nichts mehr zu sp\u00fcren. Huszti ballerte aus ordentlicher Entfernung zwar noch am Kasten vorbei, Hasebe aber machte es besser und wuppte das Ding zum Ausgleich ins Netz, abgef\u00e4lscht zwar, aber drin. Hasebe. Erinnert ihr euch? Der einstige rechte Verteidiger? Aber wir wollen nicht nachtreten, wir brauchen ja noch ein Tor. Und dann sah das Ganze irgendwie so aus, als ob die Eintracht bis Feierabend konzentriert ihre Arbeit erledigt, w\u00e4hrend die Darmst\u00e4dter den Hammer gegen ein Sch\u00f6ppchen getauscht h\u00e4tten. Wie, wir brauchen noch ein Tor? Okay, dann machen wir noch eins. Aigner rauscht in die Flanke, batsch 2:1. Da ist er, der Treffer. 84. Minute. Ich br\u00fcllte Abpfiff, doch Herr Gr\u00e4fe, seines Zeichens Schiedsrichter hatte kein Einsehen und lie\u00df weiter spielen. Frechheit. Jetzt stellten die Darmst\u00e4dter ihr Sch\u00f6ppchen wieder beiseite und suchten den Hammer, den sie aber nicht mehr wirklich fanden. Wir nagten an den Fingern\u00e4geln, lutschten an den Knochen. Abpfiff. Ein paar Darmst\u00e4dter kloppten auf eine Handvoll Eintrachtler ein, die Mannschaft applaudierte der nicht vorhandenen G\u00e4stekurve, weiter geht&#8217;s, Focus auf den BVB, keine Pause, kein Durchatmen. Weiter machen. Auf jetzt!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach der Aufarbeitung der Historie anl\u00e4sslich des Pokalfinales vor zehn Jahren, stand ein Fu\u00dfballwochenende an, das es in sich hatte. Sowohl f\u00fcr den FSV als auch f\u00fcr die U19 der Eintracht und nat\u00fcrlich f\u00fcr die Eintracht selbst standen wegweisende Spiele an. 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