{"id":11328,"date":"2016-04-19T10:26:13","date_gmt":"2016-04-19T08:26:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.beveswelt.de\/?p=11328"},"modified":"2016-04-19T10:29:54","modified_gmt":"2016-04-19T08:29:54","slug":"auf-jetzt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.beveswelt.de\/?p=11328","title":{"rendered":"#Auf Jetzt!"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Im Prinzip ist die Sache relativ klar. Die Liga ist zementiert und gleichzeitig variabel. Die finanzstarken Clubs positionieren sich oben, Bayern, Dortmund, Leverkusen, Schalke, Wolfsburg und seit f\u00fcnf Jahren auch M\u00f6nchengladbach. Der Rest kloppt sich um Platz sieben bis achtzehn, es sei denn, einer der Gro\u00dfen tritt unter seinen M\u00f6glichkeiten auf &#8211; dann hat ein &#8222;kleiner&#8220; Club die Chance, international zu spielen &#8211; und sich im besten Falle dar\u00fcber zu entwickeln. Meist waren internationale Platzierungen jedoch Eintagsfliegen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So wie 2013 die Eintracht und Freiburg. Oder im vergangenen Jahr Augsburg. Die unbedingte Behauptung eines &#8222;kleinen&#8220; Clubs, sich international platzieren zu wollen, h\u00f6rt man selten, selbst Mainz 05 geht mit der Vorgabe &#8222;Klassenerhalt&#8220; in die jeweilige Saison &#8211; und erledigt diese Aufgabe seit 2009 souver\u00e4n. Von den jeweiligen Aufsteigern aber ist in den vergangenen Jahren zuverl\u00e4ssig mindestens einer postwendend wieder abgestiegen, F\u00fcrth, D\u00fcsseldorf, Braunschweig, Paderborn &#8211; somit bleiben ein Abstiegsplatz sowie der Relegationsplatz vakant. Gerne balgten sich darum Freiburg, N\u00fcrnberg oder der HSV. Erstere spielen zweitklassig, letzterer hat sich halbwegs gefangen. Daraus folgt, dass im Falle des Ligaverbleibs beider Aufsteiger etablierte Clubs den Gang nach unten antreten m\u00fcssen; Clubs, die per se das Potential haben, auch gl\u00fccklicher Sechster zu werden. Stuttgart, Frankfurt, K\u00f6ln, Bremen, Hannover, Hertha, HSV, Augsburg, auch Hoffenheim und letztlich auch Mainz.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Welcher dieser Clubs international spielt, welcher Club absteigt l\u00e4sst sich kaum vorhersagen, die Nuancen in der Leistungsdichte sind kaum messbar &#8211; selbst einige Milli\u00f6nchen mehr oder weniger spielen keine Rolle. Die hochgelobten Hoffenheimer hatten sich vor Jahren nur durch einen \u00fcberraschenden finalen Ausw\u00e4rtssieg in Dortmund in die Relegation gerettet &#8211; und diese gegen Kaiserslauten dominiert, der HSV war eigentlich schon zweitklassig und ist doch wieder oben dabei. Und der Aufschwung der Gladbacher war nur durch die katastrophale R\u00fcckrunde der Schande der Eintracht m\u00f6glich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dieses Jahr weigern sich Ingolstadt und Darmstadt abzusteigen, daf\u00fcr stehen Hannover und eben auch die Eintracht mit dem R\u00fccken zur Wand. Und auch wenn allerorten kolportiert wird, der Eintracht helfe nun nur noch ein Wunder oder beten, so ist das nicht ganz richtig, denn bei allem Respekt: Ein Heimsieg gegen Mainz, ein Ausw\u00e4rtssieg in Darmstadt, ein Punkt gegen Dortmund und ein Sieg in Bremen w\u00e4ren keine Wunder &#8211; auch trotz der geringen Torausbeute der Eintracht in den vergangenen Wochen. Vor der Saison h\u00e4tte man \u00fcber den Begriff &#8222;Wunder&#8220; angesichts der Konstellation milde gel\u00e4chelt. Aufgrund der jeweiligen Erfolgs- und Negativspiralen der Saison verbietet sich jedoch auch das milde L\u00e4cheln. Machbar ist es allerdings allemal.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gleicherma\u00dfen gibt es Gr\u00fcnde, weshalb die Clubs unten stehen, die unten stehen &#8211; bei der Eintracht zeigt sich dies eindeutig an der Anzahl der erzielten Tore. 14 Spiele ohne eigenen Treffer ergeben keine Punkte. &#8222;Ja wenn man sich auf einen einzigen Spieler verl\u00e4sst ist man verlassen&#8220; so wird die Misere analysiert und gemeint ist nat\u00fcrlich Alex Meier. Dabei ist dies eigentlich Unfug, noch im vergangenen Jahr hatten Aigner neun und Seferovic 10 Tore erzielt &#8211; und dazu wurde mit Castaignos ein Spieler verpflichtet, der zus\u00e4tzliche Treffer erzielen sollte, was er bis zu seiner Verletzung auch geschafft hat. Bislang hat Aigner ein einziges T\u00f6rchen geschossen, Seferovic deren drei &#8211; und damit haben wir schon einen wesentlichen Aspekt des Untergangs. Beide Spieler wurden vor der Saison zu anderen Vereinen ger\u00fcchtet. Die Eintracht hat sie gehalten &#8211; und nicht wenige waren froh dar\u00fcber. Vorhersehbar war die Torflaute der beiden jedoch nicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vorhersehbar war der Absturz der Eintracht generell nicht. Die Mannschaft, die letztes Jahr zu Recht Neunter wurde, wurde bis auf einige wenige Abg\u00e4nge gehalten &#8211; und der Abgang, der vermeintlich am meisten schmerzte, Kevin Trapp, wurde durch Lukas Hradecky kompensiert. Piazon oder Valdez wird niemand gro\u00df hinterher geweint haben und auch beim Abgang von Inui, den ich als einer von wenigen bedauert habe, da dessen einszuein F\u00e4higkeiten bei allen Schw\u00e4chen bemerkenswert waren, wurden keine Tr\u00e4nen vergossen. Madlung wurde durch Abraham ersetzt, ein Wechsel, der das Team auf dem Platz nicht geschw\u00e4cht hat. Bleibt Kadlec, der weder unter Veh noch unter Schaaf seine Abl\u00f6se gerechtfertigt hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Gro\u00dfen und Ganzen hatte Eintracht Frankfurt vor der Saison einen Kader, dem zumindest zugetraut wurde, den Vorjahresplatz zu wiederholen, wenn auch auf der Position des Rechtsverteidigers eine Alternative zu Chandler w\u00fcnschenswert gewesen w\u00e4re. Links hinten konnten wir mit Oczipka und Djakpa leben. Und im Ernst, war eine Eintracht mit Hradecky &#8211; Chandler, Zambrano, Abraham, Oczipka &#8211; Hasebe, Kittel, Stendera, Aigner &#8211; Seferovic, Meier und den Alternativen Russ, Castaignos, Waldschmidt, Djakpa, Reinartz, Kadlec ein Abstiegskandidat? Zumal Reinartz im letzten Spiel der vergangenen Saison im Trikot von Leverkusen unseren Beifall\u00a0 gefunden hatte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So schlecht sah das alles nicht aus &#8211; und wer nun auf Bruno H\u00fcbner einpr\u00fcgelt, m\u00f6ge dies bedenken. Eine ganz andere Baustelle war die Position des Trainers, die R\u00fcckholaktion von Veh wurde von vielen als das gesehen, was sie war: Ein Fehler. Vehs Bilanz des letzten Jahres in Frankfurt, der Abschied, die Performance mit dem VfB, es waren keine Arbeitsnachweise, die eine Neuverpflichtung gerechtfertigt h\u00e4tten und ein Abbild dessen lieferte die Eintracht auch ab &#8211; mit den Negativh\u00f6hepunkten in Aue, Ingolstadt und gegen Darmstadt. Das Festhalten an Hasebe als rechter Verteidiger, die permanente Ber\u00fccksichtigung von Oczipka trotz augenscheinlicher Formschw\u00e4che, mangelnde Spielintelligenz, \u00fcberschaubare Motivation &#8211; all dies waren Bausteine des Niedergangs. Dazu kommen &#8211; unter wessen \u00c4gide auch immer &#8211; die Winterneuzug\u00e4nge, von denen Stand heute niemand der Eintracht weiter geholfen hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">All dies sind keine Geheimnisse, aber noch sind vier Spiele zu absolvieren, noch ist Eintracht Frankfurt nicht abgestiegen. Und von daher ist derzeit alles h\u00e4ttew\u00e4rewenn irrelevant, was z\u00e4hlt sind Einsatzwille, der dem Team nie abzusprechen war, eine strukturierte Defensive, die unter der Handschrift des neuen Trainers Niko Kovac zu erkennen ist und das Qu\u00e4ntchen Gl\u00fcck beim Torabschluss. Wunder? Wir brauchen kein Wunder, wir brauchen eine selbstbewusste Eintracht, auf dem Platz und im Umfeld. Wie hie\u00df es neulich so sch\u00f6n? Wir weinen nicht im Krankenhaus. Wir weinen am Grab. Und wir tanzen, wenn sich Sonny Kittel in den Fu\u00dfstapfen eines Fj\u00f6rtoft, eines Schurs verewigt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf jetzt!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Prinzip ist die Sache relativ klar. Die Liga ist zementiert und gleichzeitig variabel. Die finanzstarken Clubs positionieren sich oben, Bayern, Dortmund, Leverkusen, Schalke, Wolfsburg und seit f\u00fcnf Jahren auch M\u00f6nchengladbach. 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