{"id":10565,"date":"2015-10-18T10:21:38","date_gmt":"2015-10-18T08:21:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.beveswelt.de\/?p=10565"},"modified":"2015-10-18T10:21:38","modified_gmt":"2015-10-18T08:21:38","slug":"wenn-wir-wollen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.beveswelt.de\/?p=10565","title":{"rendered":"&#8222;Wenn wir wollen &#8230;"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">&#8230; schlagen wir euch tot&#8230;&#8220; hallte es von den R\u00e4ngen. Da hatte Borussia M\u00f6nchengladbach es gerade vers\u00e4umt, nach der Pause auf 4:1 davon zu ziehen. Das holte die Mannschaft, welche die ersten vier Spiele verloren hatte, dann in den restlichen Minuten gegen die Eintracht nach. 1:5 das Endergebnis. &#8222;Wenn wir wollen &#8230;&#8220; Selten war fremdsch\u00e4men so angesagt, wie nach diesem Spiel.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es war klar, dass die Eintracht verliert, sp\u00e4testens als in den sozialen Netzwerken darauf hingewiesen wurde, dass die Eintracht bei einem Punktgewinn die l\u00e4ngste Serie ohne Heimniederlage seit Anno Dunnenskirchen eingestellt h\u00e4tte. Ihr wisst ja, Das WennDannDing geht immer schief. &#8222;Wenn wir heute gewinnen, sind wir dritter.&#8220; Das hei\u00dft sicher: Platz 12.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eigentlich h\u00e4tte ja Hans Meyer auf der Waldtrib\u00fcne zu Gast sein sollen, dieser aber rief uns am Vormittag an. Krank war er, der Hans und wir w\u00fcnschten gute Besserung und organisierten kurzer Hand Uwe Bein als weltmeisterlichen Ersatz, der dankenswerter Weise einsprang. Dazu begr\u00fc\u00dften wir die E-1 Kicker des SV H\u00f6rstein sowie die Main Kinzig Fohlen auf der B\u00fchne. Ein kleiner vorwitziger Gladbachfan tippte dann auch vollmundig auf einen 4:0 Ausw\u00e4rtssieg. Gel\u00e4chter. Dies blieb dann sp\u00e4ter im Halse stecken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Uwe Bein ist noch regelm\u00e4\u00dfig bei der Eintracht zu Gast, betreibt seine mobile Fu\u00dfballschule, wo unter anderem Maurizio Gaudino mithilft, spielt Golf und hat noch gute Erinnerungen an M\u00f6nchengladbach: Gleich drei Tore erzielte er in seinem ersten Spiel gegen die Borussia. Damals allerdings noch im Trikot des OFC, was wir gro\u00dfz\u00fcgig verzeihen wollen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Stadion war nahezu ausverkauft, wie immer wenn Gladbach spielt waren viele G\u00e4stefans vor Ort und bei der Eintracht fand sich Stefan Aigner mal wieder auf der Ersatzbank wieder. Seferovic, der Angeschlagene, lief von Beginn an auf, ebenso wie Abraham, der Zambrano (Rippe) auf die Bank verdr\u00e4ngt hatte. Hasebe machte Sonderurlaub in Nordkorea &#8211; oder war&#8217;s die Eifel, f\u00fcr ihn kickte Flum vom Anpfiff an. Schon ab der ersten Minute machte Gladbach das Spiel, Traore stark, die Eintracht hampelte hinterher. Verdient dann das 1:0 durch Raffael. Die Eintracht wirkte wieder einmal planlos, beh\u00e4big, gedankenlangsam. Unverhofft dann der Ausgleich. Einen R\u00fcckpass auf Sommer erwischte Castaignos, Sommer ber\u00fchrte ihn, Elfmeter. Und zur \u00dcberraschung aller z\u00fcckte Schiedsrichter Meyer die gelbe Karte. Wenn Karte, dann rot. Das Foul war nicht gelbw\u00fcrdig, somit blieben zwei Konsequenzen. Entweder entscheidet der Schiri auf Foul ohne eine Torchance zu vereiteln, dann ist es ein kartenloser Elfmeter. Wenn er aber eine Karte zieht, dann hie\u00dfe das Vereitelung einer Chance als letzter Mann, dann ist es rot. Bis zur Halbzeit regte ich mich auf, dann war&#8217;s egal. Eintracht Frankfurt h\u00e4tte auch gegen neun Gladbacher den Arsch versohlt bekommen. Alex Meier verwandelte den f\u00e4lligen Strafsto\u00df, 1:1. Immerhin. Unverdient, aber immerhin. Im Fu\u00dfball fragt niemand nach Gerechtigkeit. Das hat er mit dem Leben gemein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Anschlie\u00dfend schnickte die Eintracht ein bisschen hin und her, Gladbach \u00fcbernahm das Spiel und mit einem halbwegs gl\u00fccklichen 1:1 ging es in die Kabine. Ich marschierte hoch in den Oberrang, die Stimmung war \u00fcberschaubar. Da ich ein paar Minuten brauchte, um wieder unten zu sein, bekam ich die erste Gladbacher Chance nur erz\u00e4hlt, aber weiterhin dr\u00fcckte die Elf von Trainer Schubert, marschierte ein ums andere mal durch die Mitte, vergab Chancen und traf dennoch. 2:1, 3:1. Wenn wir wollen &#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn noch-Trainer Veh nach dem Spiel in der PK erz\u00e4hlt, dass die Eintracht dann das Spiel wieder halbwegs in den Griff bekommen hatte, dann lag das keineswegs an der eigenen Spielst\u00e4rke, sondern schlicht und ergreifend an der Tatsache, dass Gladbach sich schonte und hinten sicher stand. Die Eintracht fand kein Mittel, weder Einzelaktionen, noch das Spiel \u00fcber die Mitte noch \u00fcber Au\u00dfen brachte irgendwas nennenswertes zu Stande. Zu uninspiriert, zu schwach, zu langsam, zu planlos. Ein Kopfball von Flum, der halbwegs gef\u00e4hrlich aufs Tor kam, war alles, was Eintracht Frankfurt nach der desastr\u00f6sen Niederlage in Ingolstadt zu Stande brachte. Auch die Einwechslung von Aigner und Djakpa f\u00fcr Castaignos und Stendera sollte daran nichts \u00e4ndern. Folglich machten die Borussen, was man in solchen F\u00e4llen macht: Sie schossen Tore. Das 4:1 haben viele noch auf den R\u00e4ngen erlebt, die sich nun merklich leerten, das 5:1 dann die Kr\u00f6nung. Nach der zweiten H\u00e4lfte gegen die Hertha, nach Ingolstadt, die n\u00e4chste katastrophale Performance einer Eintracht, die personell zumindest auf dem Papier gar nicht so schlecht erschien.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nachdem es die Truppe im letzten Jahr geschafft hatte, den ambitionierten Trainer Schaaf abzus\u00e4gen, der Disziplinlosigkeiten nie in den Griff bekam und zuweilen unbeholfen wirkte, bekam sie nun den Trainer, den sie wollte. Und ist ein Spiegelbild dessen. Wenn es l\u00e4uft, dann spielen sie sich in einen Rausch, wenn es nicht l\u00e4uft, dann wirken sie planlos, antriebslos, ideenlos. Und es l\u00e4uft nicht oft. Anstrengung scheint zu anstrengend, unbedingter Wille und Ehrgeiz, Teamspirit und Laufbereitschaft scheinen Fremdw\u00f6rter, sch\u00f6ne Worte aber sind stets zur Hand. Man versteht sich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Ende sind die Auftritte der Eintracht die konsequente Fortsetzung der anderthalb Jahre vor Schaaf: Nennenswert die internationalen Auftritte im Rampenlicht, zum Vergessen aber nahezu der gesamte Rest. Und da scheint es auch v\u00f6llig egal, wer auf dem Platz steht. Man h\u00e4tte es wissen k\u00f6nnen, ja m\u00fcssen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die H\u00f6chststrafe waren dann auf der Pressekonferenz die tr\u00f6stenden, ja mitleidigen Worte des G\u00e4stetrainers in Richtung Eintracht Frankfurt. Machen wir uns nichts vor. Wenn sich nichts \u00e4ndert, gibt es mit Ansage eine rumpeliges, etwas ungl\u00fcckliches 0:1 in Hannover und gegen die Bayern ein 0:4. Dazwischen in Aue ein gl\u00fcckliches 2:1. <del>Sagen wir so: Wenn ich ein H\u00e4uschen im Gr\u00fcnen weit weg von Frankfurt h\u00e4tte und gen\u00fcgend Geld, um nicht mehr arbeiten zu m\u00fcssen und mir jemand raten w\u00fcrde, mein Leben ohne Fu\u00dfball zu genie\u00dfen, ich w\u00fcrde es machen. Vielleicht w\u00fcrde ich sogar selbst auf die Idee kommen. Und <\/del><del>denen meinen Job \u00fcberlassen, die Bock darauf haben, diesen mit Leidenschaft auszu\u00fcben.<\/del> Die Mannschaft aber hatte einen Schuss frei. Dieser traf Thomas Schaaf. Und nun?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8230; schlagen wir euch tot&#8230;&#8220; hallte es von den R\u00e4ngen. Da hatte Borussia M\u00f6nchengladbach es gerade vers\u00e4umt, nach der Pause auf 4:1 davon zu ziehen. 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